Kiesabbau-Vorhaben in Seeon-Seebruck im Fokus

„Kiesgruben steuern und begrenzen“: UVA startet Petition an den Landtag

Bagger und Lastwagen fahren auf der Kiesgrube in Seeon-Grünweg
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Die Arbeiten an der Kiesgrube Seeon-Grünweg laufen seit Anfang August. Der UVA Trostberg sieht den Kiesabbau in der Region kritisch und startet nun eine Petition an den Landtag mit der Bitte um einheitliche landesrechtliche Regeln, um Abbau von Kies wirksam zu steuern und zu begrenzen.

Seeon-Seebruck - Die Debatte um Kiesgruben in der Region reißt nicht ab. Der UVA möchte, dass „Kiesabbau durch entsprechende landesrechtliche Regelung wirksam gesteuert und begrenzt“ wird - und startet jetzt eine Petition an den Landtag.

Der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung (UVA) setzt sich schon länger mit Kiesabbau in der Region auseinander. Weil die Probleme aber „großräumiger“ seien und „letztlich ganz Bayern betreffen“, geht der Verband nun einen Schritt weiter und wendet sich mit einer Petition an den Bayerischen Landtag. Inhalt des Anliegens: Die landesrechtliche Bestimmungen so zu ändern, dass Kiesabbau auf die in den Regionalplänen ausgewiesenen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete konzentriert und beschränkt wird.


Zu den Hintergründen kann UVA-Vorstand Reinhold Schopf mehr sagen: „Von den wenigen Bodenschätzen die wir haben ist Kies der bedeutendste. Aber wir sind weit davon entfernt, mit diesen Ressourcen vorausschauend, sparsam und sorgfältig umzugehen.“ Hauptsächlich verschwendet werde Kies als „billiges Füll- und Schüttmaterial für den Straßenbau und für Baugruben“ - mit riesigen Kratern in der Landschaft als Resultat. Die Straßen seien zunehmend voll von unzähligen Kieslastern - sowohl aus dem In- als auch Ausland.“ Die Folge: „Schwere Schädigungen der Natur sowie des Landschaftsbilds und unerträgliche Verkehrsimmissionen“.

Diskussion über jüngst genehmigte Kiesgrube in Seeon-Grünweg


Gerade die Kiesgruben rund um die Chiemseegemeinde Seeon-Seebruck sind dem UVA ein Dorn im Auge: So bestehen im Umfeld des Kloster Seeon bereits fast 100 Hektar große Flächen, auf denen Kies von verschiedenen Unternehmen laut Paragraph 35 des Baugesetzbuches abgebaut wird. Schopf spannt im weiteren Verlauf der Argumentation den Bogen zur Debatte der jüngst genehmigten Kiesgrube in Seeon-Grünweg.

Konzentrationsflächen für Kiesabbau auch keine Lösung in den Augen des UVA

Einzelne Gemeinden wie Seeon-Seebruck versuchen Kiesabbau mittels der Flächennutzungspläne auf bestimmte Standorte zu konzentrieren und erhoffen sich davon privilegierte Kiesabbau-Vorhaben besser steuern und begrenzen zu können. War zunächst die Rede von 70 Hektar Konzentrationsflächen, ruderte die Chiemseegemeinde inzwischen auf nur mehr 26 Hektar zurück.

„Würden die 150 Regions-Gemeinden dem Beispiel von Seeon-Seebruck folgen und jeweils 26 Hektar „eigene“ Kiesabbauflächen ausweisen, so würden neben den bedarfsgerechten 2.500 Hektar Vorrang- und Vorbehaltsgebieten des Regionalplans weitere 3.900 Hektar gemeindliche Kiesabbauflächen ausgewiesen“, so Schopf weiter. „Das kann aber nicht Ziel einer geordneten Landesentwicklung und einer sparsamen Flächeninanspruchnahme sein.“

Was haltet ihr davon? Stimmt gerne ab in unserer Umfrage:

Fazit: Die Ausweisung von Konzentrationsflächen für Abbauflächen führe in den Augen des UVA „keineswegs zu einer Ordnung und bedarfsgerechten Begrenzung des Kiesabbaus, sondern vielmehr zu dessen Erweiterung und Verstärkung". Die Folge sei Wildwuchs mit einer Verschwendung der Ressourcen und einer Verstärkung der Umweltschäden.

Pressemittelung UVA Trostberg/mb

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