"Ein Leben lang Schule, das war meine Welt"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Seeon-Seebruck - Eine Schulzeit, die 60 Jahre lang dauerte: So bezeichnet die langjährige Grundschullehrerin und Schulleiterin Luitgard Schöftenhuber ihren Lebenstraum.

An einem unsinnigen Donnerstag nach 43 Jahren mit Pauken und Trompeten aus dem Schuldienst auszuscheiden, so hatte sich das die lebenslustige Schulleiterin der Grundschule Seeon, Luitgard Schöftenhuber, vorgestellt, und ihre Schüler und Kollegen erfüllten ihr diesen Wunsch gerne.

„Meine Schulzeit dauerte rund 60 Jahre, ein Leben lang Schule, das war meine Welt“, blickte Schöftenhuber auch ein wenig wehmütig zurück. Ihre Aufgaben als Lehrerin, stellvertretende Schulleiterin und Rektorin seien im bunten „Zirkus“ Schule „immer herausfordernd, spannend und interessant“ gewesen, so Luitgard „Luzi“ Schöftenhuber. Immer wieder habe sie schwierige Situationen meistern und dabei die verschiedensten Interessen unter einen Hut bringen müssen. Über allem sei aber immer das Wohl ihrer Schüler gestanden, lobte Ellen Steinl vom Elternbeirat.

Fast 33 Jahre lang habe das „Urgestein“ Schöftenhuber die Geschicke der Seeoner Schule in ihrem Heimat- und Geburtsort mitbestimmt und dabei „viele Spuren hinterlassen“, betonte Schulrat Klaus Biersack. „Ihr Schwung, ihr Elan und ihr wunderbarer Humor sind ihre Markenzeichen und in dieser Hinsicht sind Sie für uns alle ein großes Vorbild“, so Biersack. 500 Schüler hätten bei ihr Lesen und Schreiben gelernt, an die 1000 Schüler habe sie unterrichtet und auch als Ehefrau und Mutter von drei Kindern „immer in Vollzeit gearbeitet, Hut ab Frau Schöftenhuber“, lobte Bürgermeister Bernd Ruth und wünschte ihr für ihren neuen Lebensabschnitt „alles Gute“.

„Vergelts Gott dafür“ wie sie sich auch um die Seelen ihrer Schüler gekümmert haben, lobte Pfarrer Dr. Hans Huber und schenkte Schöftenhuber eine Sonntagskerze des Pfarrverbandes. In ihrem Ruhestand habe sie nun die Möglichkeit „alles zu tun, oder auch einmal nichts zu tun“, so Personalrat Hans Brugger. Wenn jemand solche Fußstapfen hinterlasse, „fällt die Nachfolge natürlich schwer“, meinte die stellvertretende Schulleiterin Sabine Pfaffenzeller.

Rektorin Luitgard Schöftenhuber verabschiedet

Wie Biersack anmerkte, besuchte Schöftenhuber von 1955 bis 1960 die Volksschule in Seeon und dann bis 1969 das Annette-Kolb-Gymnasium in Traunstein. 1969 bis 1972 ging sie auf die Pädagogische Hochschule in München. Ihre schulischen Stationen lauteten Kienberg, Obing und ab 1982 Seeon. Seit 1978 war sie Beamter auf Lebenszeit. An der Volksschule Seeon wurde sie 1989 ständige Stellvertreterin der Schulleitung und 1996 Konrektorin. Vom 1. Mai 2010 an fungierte sie als Schulleiterin. Am 1. Mai 2011 folgte die Ernennung zur Rektorin.

„Danke, dass du immer so nett zu uns warst, dass du mit uns so viel gesportelt, so tolle Ausflüge gemacht und im Unterricht immer so humorvoll erklärt hast“, bedankten sich ihre Schüler. Von ihnen erhielt Schöftenhuber auch den „Oscar für ihr Lebenswerk“ und einen Stern auf dem „Walk of Fame“, denn „du bist und bleibst das Beste, was uns je passiert ist“. Eine besondere Überraschung war der Besuch einiger ihrer ersten Seeoner Erstklässler, die sie im Schuljahr 1982/1983 unterrichtet hatte.

Zudem ließ es sich Faschingsfan Schöftenhuber am unsinnigen Donnerstag nicht nehmen, den männlichen Ehrengästen die Krawatten abzuschneiden. „Die trage ich morgen bei unserem Faschingszug als Trophäen spazieren“, kündigte sie an. Für beste Unterhaltung sorgten auch die „Schulhausmäuschen“ der 2. Klasse, die 1. Klasse mit einer lustigen Seefahrt, die Klasse 4a mit „Der Berg ruft“ und die Klasse 3a mit einer Reise nach „Bella Italia“. Die Klasse 3b nahm ihre modebewusste Rektorin mit auf eine Shopping-Tour und mit der Klasse 4b ging es mit „Rigoletto“ in die Oper.

Bevor Frank Schöftenhuber im Beisein seiner Schwester und seines Bruders zwei passende Lieder für seine Mutter anstimmte und alle Anwesenden „Unsere Schule hat keine Segel“ sangen, ließen Schöftenhubers tanzende Kolleginnen rote Rosen regnen. Mit einer Bildershow erinnerte man an ihr langjähriges Tun und Wirken in Seeon. Das „Außespuin“ übernahm die Blasmusik und die Kinder standen dabei Spalier.

mmü

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser