Parkscheine für Segler - Flugverbot für Tauben

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Chiemsee - Die 45 Anlegeplätze am Fraueninsel-Weststeg werden zwar für jedermann zugänglich sein- aber nicht umsonst. Der Gemeinderat hat zudem Hochzeitstauben verboten.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde Bürgermeister Georg Huber beauftragt, zusammen mit der Verwaltung einen Entwurf für eine Nutzungsverordnung mit Gebührenordnung zu erarbeiten. In einer Sondersitzung soll der Entwurf dem Gremium vorgestellt und gegebenenfalls überarbeitet werden.

Dem Gemeinderat lagen bereits zwei Angebote für jeweils einen 3500 Euro teuren Parkscheinautomaten für die Schwimmsteganlage vor. Eine Entscheidung über die Anschaffung soll in der nächsten Sitzung getroffen werden.

Der Schwimmsteg soll auch beleuchtet werden. Der Bürgermeister wurde beauftragt, ein Angebot einzuholen.

Energetische Sanierung des Gemeindehauses

Einig war sich das Gremium, dass die Restarbeiten für die energetische Sanierung des Gemeindehauses endlich abgeschlossen werden sollen. Wie wiederholt berichtet, ist derzeit ein Rechtsstreit mit dem Architekten über die Mängelbeseitigung im Gange. Die von der Gemeinde beauftragte Rechtsanwältin soll den Architekten zur Mängelbeseitigung und zu einer Abnahme des Objekts auffordern, beschloss der Gemeinderat.

Zugestimmt nach dem Denkmalschutzgesetz wurde dem Antrag der Abtei Frauenwörth auf energetische Sanierung der "Quatrum"-Ostfassade und des Daches. Eine Ausnahme von der geltenden Veränderungssperre wurde ebenfalls erteilt. Wie berichtert, hatte der Rat diese Sperre für den Zeitraum der Aufstellung eines Bebauungsplans für das Eiland erlassen. Das Ergebnis der Jahresrechnung 2011, die mit 1,07 Millionen Euro in Einnahmen und Ausgaben abschließt, wurde dem Gremium vorgelegt. Der Rat beauftragte Zweiten Bürgermeister Josef Neuer und Gemeinderat Stefan Bauman mit der örtlichen Prüfung.

Die Feuerwehr Frauenchiemsee wird derzeit vermehrt zu Erste-Hilfe-Einsätzen alarmiert. Der Gemeinderat möchte wissen, warum die Wehr bei solchen Einsätzen überhaupt gerufen werde. Der Bürgermeister wurde beauftragt, mit der Integrierten Leitstelle (ILS) Rosenheim den Sachverhalt zu klären.

Ja zu "Airshow", nein zu Hochzeitstauben

Der anwesende Zweite Kommandant Hans Holzmayer schlug vor, wie auf dem nahen Festland praktiziert, in solchen Fällen sogenannte First Responder als Ersthelfer einzusetzen.

Keine Einwände hatte das Gremium gegen das Vorhaben des Hofbräuhauses Traunstein, während des Inselfestes am Samstag, 4. August, eine achtminütige "Airshow" eines Kunstflugzeuges fliegen zu lassen. Die Brauerei feiert heuer ihr 400-jähriges Bestehen.

"Das Standesamt der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn soll bei der Anmeldung von Eheschließungen darauf hinweisen, dass das Fliegenlassen von Tauben auf der Fraueninsel zu unterlassen ist", formulierte das Gremium einen Beschluss. Der Rat befürchtet, dass die Verschmutzung der Insel, besonders der Fassaden der Gebäude des Klosters, ansonsten durch Tauben immer mehr zunimmt. Bürgermeister Georg Huber und Elisabeth Barlage (Klosterliste) hatten das Problem zum wiederholten Mal angesprochen.

Offenbar gibt es immer mehr Paare, die sich auf der Insel das Jawort geben und dazu weiße Tauben fliegen lassen. Unter diesen Tieren gebe es aber einige, so Zweiter Bürgermeister Josef Neuer auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung, die sich offensichtlich dann nicht mehr über den See zum Festland trauen und auf der Insel bleiben.

Etwa 200 Trauungen gibt es jedes Jahr auf der Fraueninsel. Fünf bis sechs Brautpaare lassen dabei Tauben fliegen, schätzt Neuer. Von den Tieren würden 80 Prozent auf der Insel bleiben. Neuer schätzt den Bestand Tauben auf der Fraueninsel momentan auf etwa zehn Vögel.

th/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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