Alpenverein nimmt viel Geld in die Hand

Prien - Der Deutsche Alpenverein plant in der Region große Investitionen. Viel Geld soll in die Hütte am Geigelstein und die Kletterhalle in Bernau fließen.

Mit einer Reihe von Sofortmaßnahmen will die Sektion Prien des Deutschen Alpenvereins (DAV) den Betrieb auf ihrer Hütte am Geigelstein und in ihrer Kletterhalle in Bernau noch in diesem Jahr verbessern. Sie rechnet mit Ausgaben in Höhe von insgesamt rund 125.000 Euro.

Die Maßnahmen, die die Sektion in den nächsten Wochen ergreifen will, erläuterte Franz Mois, der kommissarische Zweite Vorsitzende, in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im "Bayerischen Hof". Weil versehentlich keine schriftliche Einladung erfolgt war, waren die Mitglieder an diesem Abend nicht beschlussfähig. Sie konnten keinen neuen Vorstand wählen - und so blieben Sepp Buchner als Erster und Franz Mois als Zweiter Vorsitzender weiter kommissarisch an der Spitze des Vereins (wir berichteten).

Langfristiges Konzept geplant

Auf der sektionseigenen Priener Hütte ist, was schon seit geraumer Zeit bekannt ist, einiges nicht zum Besten bestellt. Die Stromversorgung bricht immer wieder zusammen. Die Heizung geht längst nicht so, wie sie gehen sollte - was in der kalten Jahreszeit mit anhaltend tiefen Temperaturen besonders unangenehm ist. "Die Pächterin hat angekündigt, dass sie diesen Zustand nicht noch einen Winter mitmacht", sagte Mois.

Und so handelt die Sektion nun auch. Buchner betonte in einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, dass er keine Flickschusterei in und an der Hütte betreiben, sondern vielmehr ein langfristiges Konzept für die Energieversorgung und den Verbrauch aufstellen und schließlich Schritt für Schritt umsetzen wolle. Dieser Maßnahmenkatalog sei bereits in Arbeit. Sein Ziel: Im nächsten Jahr will er das Konzept den Mitgliedern vorlegen.

Unaufschiebbar sind nach Ansicht der kommissarischen Vorsitzenden jedoch einige Sofortmaßnahmen auf der Hütte am Geigelstein. Und so stabilisiert die Sektion nun in den nächsten Wochen insbesondere die Stromversorgung - und zwar dadurch, dass sie einen Satz Batterien miteinbindet, der Strom speichern kann. Denn bislang erzeugen das Blockheiz- und das Wasserkraftwerk immer wieder zusammen so viel Energie, dass die Versorgung dann und wann gänzlich zusammenbricht. Um diesem Fall künftig vorzubeugen, setzt die Sektion auf Batterien, die Strom aufnehmen und somit das Netz vor Überlastung schützen.

Ihr Einbau kostet voraussichtlich rund 45000 Euro. Die Sektion plant, wie Buchner weiter erläutert, die Batterien noch in diesem Monat auf die Hütte zu bringen und anzuschließen.

Auch die Heizung möchte die Sektion auf die Schnelle stabilisieren. Die Pufferspeicher sind nicht miteinander zusammengeschlossen. Das Blockheizkraftwerk kann die Wärme nicht an sie abgeben und läuft heiß. Um den Wärmefluss zu begünstigen, plant nun der Alpenverein, der Eigentümer der Hütte, die Pufferspeicher miteinander zu verbinden - die Kosten: etwa 10000 Euro. Einen weiteren Winter mit schlecht laufender Heizung will die Sektion ihren Pächtern nicht mehr zumuten. Und deshalb ergreift sie auch diese Sofortmaßnahme in den nächsten Wochen.

Das Ziel der Arbeiten auf der Hütte lautet gemäß Buchner: "Im Oktober müssen wir fertig sein" - dann, wenn der Winter vor der Tür steht.

Auch in der Kletterhalle in Bernau will die Sektion nachbessern. Um weiterhin hohe Sicherheit zu bieten, erneuert sie eine der Wände. 2008 hatte sie die Halle bis auf einen Teil saniert. Und genau diesen Bereich bringt sie jetzt auch noch auf Vordermann. 14 Jahre alt ist diese Wand -und damit ist nun unwiderruflich die Zeit gekommen, auch sie auszutauschen. Schließlich habe sich schon einmal, so Buchner, ein Griff gelöst.

Die Sektion macht Ende des Monats Nägel mit Köpfen. Um die Wand zu erneuern, schließt sie ihre Kletterhalle am 29. August - und zwar für drei Wochen. Die Maßnahme kostet etwa 70000 Euro.

Sektion nimmt Kredit auf

Die Sofortmaßnahmen auf der Hütte und in der Kletterhalle finanziert die DAV-Sektion wie folgt: Laut Buchner nimmt sie ein Darlehen in Höhe von 50000 Euro auf, vom Deutschen Alpenverein bekommt sie 43000 Euro - und den Rest begleicht sie aus ihrer eigenen Kasse.

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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