Vertreter von Einrichtungen berichten von ihren Erfahrungen

Sicherheit ist Trumpf

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Prien - Ob Wasserwacht oder Wasserschutzpolizei, ob Bootsverleiher oder Chiemsee-Schifffahrt - viele Institutionen am Chiemsee haben das "Bayerische Meer" immer im Auge.

Während viele Freizeitsuchende ihren Sport ausleben oder nur Erholung suchen, bedeutet der See für 16 Berufsfischer den täglichen Broterwerb. Wie man die Menschen, die Natur und die Fische schützen kann und muss, berichteten zahlreiche Referenten an einem Informationsabend der Sicherheitsgemeinschaft Bürger und Polizei im Dienstbereich der Polizeiinspektion Prien im Hotel "Bayerischer Hof".

Den Anfang machte Sepp Mangstl, der als Vorsitzender der privaten Bootsverleiher am Chiemsee berichtete, dass seit der Gründung der Vereinigung im Jahr 1953 "Gott sei Dank" noch kein Personenschaden zu verzeichnen gewesen sei. Rund 29 Betriebe gebe es am See, so Mangstl. Bevor jeder Gast in ein Schiff, egal ob Ruder-, Elektro-, Tret- oder Segelboot, steige, werde er über die Sicherheitsvorschriften belehrt. In jedem Schiff sei außerdem eine Tafel mit den Chiemsee-Schutzzonen angebracht. "Leider werden aber die Vorgaben nicht immer eingehalten", berichtete Mangstl aus Erfahrung -wobei er auch das Verhalten bei Sturmwarnung miteinbezog.

Thomas Lex von der Fraueninsel griff diesen Ball gleich auf. Als Vorsitzender der Fischerei-Genossenschaft Chiemsee - Lex ist einer der 16 Berufsfischer - machte auch er sich für die Wahrung der Schutzzone stark. "Wir stehen für eine nachhaltige Fischerei." Der Erhalt des Fischbestands am Chiemsee sei gleichzusetzen mit dem Schutz eines Naturgutes. Viele Wasssersportler, so Lex weiter, verhielten sich uneinsichtig und beschädigten die Netze und Räusen.

Die Renke sei der Chiemsee-Fisch schlechthin, sagt der Vorsitzende der Genossenschaft. Rund 100 Millionen Renken werden seinen Angaben zufolge als Winzlinge pro Jahr im Chiemsee eingesetzt, rund zwei Millionen in Netzgehegen gehalten und erst dann ausgesetzt, wenn sie größer sind.

Über den Schutz der Fahrgäste und der Mannschaft auf den Schiffen sprach Michael Feßler, einer der Chefs der Chiemsee-Schifffahrt. Um Unfälle zu vermeiden, müssten besondere Richtlinien erlassen und immer wieder überpüfen werden. "Unserer Mitarbeiter werden alle geschult", so Feßler. Für den Ernstfall werde immer wieder geübt, so zum Beispiel das Ankern, Abschleppen und das Mann-über-Bord-Manöver. Auf Fahrgastschiffen müsse man sich auf besondere Gefahrensituationen einstellen, etwa auf die Anhäufung von Segelschiffen im sogenannten Kanal oder auch auf Regatta-Bojen in der Fahrlinie.

Alle Hände voll zu tun, um Segler und Schwimmer zu schützen, hat auch die Wasserwacht-Ortsgruppe Prien-Rimsting. Walter Poppe, seit 34 Jahren Vorstand, erinnerte an die Anfänge der Zusammenarbeit mit den anderen Institutionen am See, die ein ähnliches Aufgabengebiet haben. "Nur gemeinsam sind wir stark", sprach er von der Notwendigkeit, dass die Gruppen der Wasserwacht und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ihre Einsätze koordinieren. Neben dem "Suchen, Retten, Bergen" im Sommer sei die Wasserwacht auch im Winter im Rahmen der Eisrettung aktiv. Der von Hans Stöffl entworfene, zwischenzeitlich modifizierte Eisrettungsschlitten habe sich in ganz Bayern bewährt.

Hans Herzinger und Roland Kempf von der Wasserschutzpolizei teilten sich ihren Vortrag. Herzinger berichtete, dass die Wasserschutzpolizei 1947 gegründet worden sei. Zu den Einsatzgebieten gehöre nicht nur die Überwachung des Fischereirechts, sondern auch die Ermittlung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Denn der Chiemsee werden immer häufiger von Dieben heimgesucht. Vor allem auf Außenbordmotoren hätte sie es abgesehen. "2011 sind 48 Motoren gestohlen worden", berichtete Herzinger.

Er schilderte einen besonders dreisten Fall. Seinen Angaben zufolge stahlen Diebe drei gebrauchte Bootsmotoren und machten sich dann mit ihnen aus dem Staub. An der österreichisch-ungarischen Grenze seien sie schließlich aufgeflogen. Der Polizei sei aufgefallen, dass drei Bootsmotoren Aufkleber von einem Händler am Chiemsee getragen hätten. Die Diebe jedoch versicherten, sie angeblich ganz woanders bekommen zu haben. Die Recherche der Polizei habe dann ergeben, dass die Motoren in der Nacht zuvor am Chiemsee gestohlen worden seien.

In die Tiefen des Chiemsees tauchte dann die Sicherheitsgemeinschaft zusammen mit Roland Kempf ab, der das neue Suchgerät vorstellte. Das "Sidescan"-Sonar biete den Vorteil, dass man flächendeckend suchen könne. Ausgestattet sei das Sonar unter anderem mit einem GPS-Gerät und einem Echolot. Nach einer Ortung komme dann die Unterwasserkamera zum Einsatz. Anhand eines Videos konnte sich die Versammlung überzeugen, wie die Unterwasserkamera über eine Fernbedienung und mit eigenständigen Antrieb in das alte, hölzerne Wrack eines ehemaligen Segelboots glitt. Doch die Hauptaufgabe ist eher trauriger Natur, wie Kempf anhand von Daten und Scanbildern erläuterte. So kämen beide Geräte vor allem bei der Suche nach Vermissten im See zum Einsatz.

daa

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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