Sommerzeit ist Baustellenzeit

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An der Prienbrücke in Kaltenbach wird derzeit der Fahrbahnbelag erneuert. Danach soll auch noch der Unterbau saniert werden.

Prien - Wenn für Kinder und Lehrer die Ferien beginnen, fängt für die Bauabteilung im Rathaus die Arbeit an.

Denn die Sommerzeit ist die beste für Baumaßnahmen an und in Schulen und Kindergärten, weil dann der Betrieb nicht gestört wird. In der Franziska-Hager-Schule werden derzeit die Fenster ausgetauscht und der Turnhallenboden erneuert, am Haus für Kinder/Marquette der Parkplatz saniert. Und auch der Zeitpunkt für die Instandsetzung der Prienbrücke in Kaltenbach hat mit der Ferienzeit zu tun.

über das knapp 25 Meter lange Bauwerk fährt während des Schuljahres der Bus, der die Kinder zur Grundschule nach Wildenwart bringt. Damit er keinen zeitraubenden Umweg über den Ort Prien in Kauf nehmen muss, wurde die Brückensanierung pünktlich zum Ferienbeginn terminiert.

Die Arbeiten liegen gut in der Zeit, bestätigte gestern vor Ort Christian Fellner von der Bauverwaltung im Rathaus. Und das, obwohl gleich zu Beginn ein unvorhergesehener Zwischenfall den ursprünglichen Plan durcheinander brachte. Als die Prien nach tagelangen Regenfällen sehr viel Wasser führte, wurde das Gerüst einer Spezialfirma, das im Flussbett aufgestellt war, weggerissen und beschädigt (wir berichteten).

Nächste Woche soll ein neues Gerüst aufgestellt werden. In der Zwischenzeit hat sich die örtliche Baufirma Scheck, die die Sanierung im Auftrag der Gemeinde durchführt, darauf konzentriert, den Fahrbahnbelag zu erneuern. So genannte Tausalzschäden hatten der fast 40 Jahre alten Brücke im Laufe der Zeit arg zugesetzt. Der Belag war brüchig geworden und Wasser eingedrungen, dass auch den tragenden Beton des Unterbaus an mehreren Stellen in Mitleidenschaft gezogen hat.

Nun wurden die Deck-, eine Isolier- und die obere von zwei Betonschichten abgetragen. Jetzt werden drei neue Schichten aufgetragen und die Fugen über den beiden Widerlagern, die die Brücke tragen, erneuert. Etwa eine Woche vor Beginn des neuen Schuljahres sollte die Brücke wieder befahrbar sein, schätzt Fellner - vorausgesetzt, dass beim Aufbringen der neuen Schichten das Wetter trocken bleibt.

Die Arbeiten am Unterbau werden sich nach dem Zwischenfall mit dem Gerüst wohl noch weiter in den September hineinziehen, die Befahrbarkeit der Brücke aber nicht beeinträchtigen. Die Stahlträger im Beton sind nach Aussagen eines Statikers noch intakt, der Beton selbst ist allerdings an einigen Stellen aufgeplatzt und muss erneuert werden. Für die Gesamtsanierung der Brücke hat die Gemeinde 85.000 Euro veranschlagt.

Begonnen hat mittlerweile auch die energetische Sanierung der Franziska-Hager-Schule. Wie berichtet, werden zunächst die Fenster ausgetauscht. Fast abgeschlossen sind bereits die Arbeiten in der Turnhalle. Dort wurde für rund 160.000 Euro ein neuer Boden verlegt.

Eine weitere Großbaustelle ist zurzeit die Stippelwerft. Dort wird momentan das Fundament für die neue Bootshalle gegossen. Der alte Bau war im Juli abgerissen worden. Voraussichtlich in zwei Wochen soll der Bau der neuen Halle selbst beginnen. Sie soll bis Mitte Oktober bezugsfertig sein, wenn die ersten Schiffe ins Winterlager kommen.

Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

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