Sonne und gute Laune auf dem Aschauer Markt

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Die Besucher hatten auf dem Aschauer Markt sehr viel Spaß.

Aschau im Chiemgau - Das Wetter hat es gut gemeint: Pünktlich zum Marktsonntag war Schluss mit Regen. Die Besucher bekamen Spezialitäten und feierten im Bierzelt. ** Bilder **

Es gibt kein schlechtes Wetter auf dem Aschauer Markt. Petrus muss ein Aschauer sein oder die Aschauer haben sonst sehr gute Verbindungen zu Petrus: pünktlich zum Marktsonntag war gegen Mittag nach der Kirche zunächst einmal Schluss mit Wolken und Regen im Priental, die Sonne schien wieder auf das wundersame Land aus Zeltleinen und Sperrholz, aus Wohnanhängern und Sitzgarnituren.

Den Glückshafen an der Preysing-Grundschule betrieb in diesem Jahr der Förderverein Aschauer Kinder, auch Bürgermeister Werner Weyerer machte mit und verkaufte am Vormittag Lose für den Förderverein. Jedes Jahr für einen einzigen Tag am ersten Septembersonntag gibt es zwischen der Aschauer Hauptstraße, dem Kirchenbergerl und dem Schützenhaus alles, was ein Kinderherz begehrt. Nur noch auf dem Markt gibt es die feinen silbernen Ringe, die entsprechenden Ketten und Armbänder für die kleinen Mädchen, nur auf dem Markt gibt es für die Buben dieses umfassende Angebot an allen aktuellen Bulldogs und landwirtschaftlichen Maschinen als voll funktionsfähige Modelle. Dazu kann man auch noch Karussell fahren, Schiffschaukel hutschen, sowie gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Magenbrot und türkischen Honig genießen.

Aschauer Markt am Sonntag (2)

Nur noch auf dem Markt gibt es die Spezialitäten des Metzgers, das Gselchte und die Würscht, das gute Bauernbrot aus Niederbayern, den Bergkas von der Alm oder die überreich belegte Fischsemmel. Die Erwachsenen treffen auf den Budenstraßen Bekannte und Verwandte, die sie schon seit dem letzten Markt nicht mehr gesehen haben, zu einem ausgiebigen Ratsch. Auf dem Aschauer Markt muss man auch niemand suchen, alles ist überschaubar, hier finden sich alle Jahre alle Bekannten wieder ein. So kommen die Besucher nur langsam von Hauseck zu Hauseck voran. Sie können allerlei wundersame Dinge einkaufen, die es auch für sie nur noch auf dem Markt gibt. Sie bekommen Wundermittel für die Autopflege, zum Fensterputzen und Gemüsehobeln, sie kaufen von einem Lastwagen herunter Weintrauben, Ananas und Bananen kiloweise oder handfeste, strapazierfähige Bekleidung für den alltäglichen Gebrauch.

Und zum Schluss treffen sich - fast automatisch - alle im Bierzelt wieder. Seit 458 Jahren gibt es den Aschauer Markt, seit seinem Bestehen hat er nichts an Aktualität eingebüßt. Früher kauften die Prientaler, die Aschauer, Sachranger und Frasdorfer alles, was sie für den bevorstehenden Winter brauchten, heute versucht die Mehrzahl der 150 Standlleute Sachen an die Frau und an den Mann zu bringen, die die Menschheit nicht unbedingt zum Leben braucht. Ein Bummel mit der ganzen Familie – nach dem sonntäglichen Kirchgang - durch die fast einen Kilometer langen von Verkaufsständen gesäumten Marktstraßen mit ihrem schier unerschöpflichen Warenangebot, die ungezählten Brotzeit- und Spielzeugstandl und das große Bierzelt, ist bei vielen Leuten in der Umgebung fest eingeplant.

Aschauer Markt am Sonntag (1)

Der Aschauer Markt stellt eine wichtige Zeitmarke in der Region dar: mit dem Aschauer Markt endet der Sommer und mit ihm die Badesaison, es beginnt unwiderruflich der Herbst und die Wanderzeit. Wenn um 17 Uhr die Marktstände schließen, die Buden abgebaut werden und die Standlleute zum nächsten Markt weiterziehen, bleibt den Aschauern, den Sachrangern und Frasdorfern und allen anderen die Gewissheit, dass sie alle im kommenden Jahr am ersten Septembersonntag wieder da sein werden, so wie es seit 458 Jahren in Aschau der Brauch ist.

reh

Quelle: rosenheim24.de

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