Himmel blau - Pisten voll

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Dieser "Schneekönig" zeigt es an: Am Schnee mangelt es in den heimischen Skigebieten in diesem Winter nicht.

Rosenheim/Landkreis - Den Ski-Winter 2009/10 wird man in den heimischen Skigebieten als gute Saison in Erinnerung behalten. *Skigebiet-Special*

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Oberbayerischen Volksblatt:

Sonne lockt die Ski-Haserl

Den Ski-Winter 2009/10 wird man in den heimischen Skigebieten als gute Saison in Erinnerung behalten.

Dieses Fazit zogen gestern die Lift- und Gondelbetreiber bei einer OVB-Umfrage schon vor dem Endspurt.

Jetzt hoffen sie, dass bis Ostern noch viel die Sonne scheint. "Wenn der Himmel blau ist, dann sind die Pisten voll. Dann kommen auch die Frauen", bringt es Geschäftsführer Sepp Höflinger vom Skigebiet Winklmoosalm-Steinplatte auf den Punkt.

Rosenheim/Traunstein - Gerade den bayerischen Wintersportgebieten sagen Experten im Zuge der Klimawandel-Debatten eine düstere Zukunft voraus. Umso bemerkenswerter ist es, dass die zum Teil erst kürzlich angeschafften Schneekanonen meist stillstanden. "Wir hatten im Januar und Februar durchgehend gute bis sehr gute Pistenverhältnisse - und das fast nur mit Naturschnee", freut sich Manfred Küpper vom Ski-Verbund Alpenplus, zu dem auch das Sudelfeldgebiet gehört.

Skigebiet-Special

Während Tirol längst auf den Massen- und Pauschaltourismus setzt, sind die Pisten im Sudelfeldgebiet, aufder Kampenwand und dem Wendelstein, am Hocheck und in Reit im Winkl gerade bei Tagestouristen sehr beliebt, die vorwiegend aus der Region und aus dem Raum München kommen. Das bedeutet: Neben viel Schnee brauchen die heimischen Skigebiet vor allem viel Sonne, damit an den Kassen im Tal die Kassen klingeln. Ist es zu kalt, stürmisch und grau, dann kaufen sich viele potenzielle Kunden ein Wellness-Paket statt einem Skipass. Das hat sich laut Küpper in den Faschingsferien gezeigt. Bei Prachtwetter und milden Temperaturen habe es auf den Pisten "richtig gebrummt". Ob Ski-Haserl oder Snowboard-Akrobat - für viele ist das Sonnenbad auf der Wirtshausterrasse inzwischen fester Bestandteil eines perfekten Skitages.

Von einem "optimalen Winter" spricht man im Skigebiet Winklmoosalm-Steinplatte in der Premierensaison der neuen Gondelbahn. Die 3,3 Kilometer lange Bahn verfügt über 100 Gondeln, die jeweils Platz für acht Skifahrer bieten und in der Stunde bis zu 2700 Brettlfans von der Talstation in Seegatterl auf die Pisten bringen. Gut möglich, dass der Skibetrieb dort bis 11. April weiterläuft.

Auch Hannes Rechenauer, Geschäftsführer der Hocheck-Bergbahnen, hat keinen Grund zum Klagen. Seit Mitte Dezember sind die Verhältnisse in Oberaudorf seinen Angaben zufolge hervorragend - was auch für die Rodelbahn gelte. "Aufgrund der niedrigen Temperaturen war es ein optimaler Winter zum Beschneien", so Rechenauer. Die jüngsten Niederschläge haben wieder für eine geschlossene Schneedecke bis ins Tal gesorgt - so steht auch in Oberaudorf zum Abschluss der Saison dem Wintersportspaß in malerischer Kulisse nichts mehr entgegen. Vermutlich ist erst am 20. März Schluss.

Ein Trumpf der heimischen Skigebiete im Vergleich zu Tirol: Man kann laut Rechenauer viel Geld sparen: "Das fängt beim Mautpickerl an und hört beim Preis für die Tageskarte auf."

Auf dem Wendelstein, dem Berg für alle Naturschneefans und Könner, ist derzeit keine Abfahrt möglich. Sollte es am Wochenende weiter schneien, dann kann man vom 1838 Meter hohen Aussichtsberg wieder mit den Brettln ins Tal fahren. Nach Auskunft von Thomas Zeiserer von der Wendelsteinbahn gab es bisher 19 Skitage. Zum Vergleich: Im Super-Winter 2005/06 waren es 74, in der schneearmen Saison 2006/07 kein einziger.

Schneekanonen sind am Wendelstein nicht geplant - dafür hat man im Sudelfeldgebiet umso größere Ambitionen (wir berichteten). Schon viel wurde dort über ein großes Modernisierungsprojekt geredet - jetzt soll es in Angriff genommen werden, um die Region mit neuen Schneekanonen und Sesselbahnen im Hinblick auf den Konkurrenzkampf mit Tirol attraktiver, komfortabler und schneesicherer zu machen. Trümpfe, die auch bei dem einen oder anderen Pauschaltouristen aus Holland , Belgien, Polen oder Tschechien stechen könnten. Manfred Küpper: "Das Internet bietet hier unbegrenzte Möglichkeiten. Dort müssen unsere heimischen Skigebiete in Zukunft noch präsenter sein."

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