"Sozialkaufhaus" geplant

Prien - "Sobald wir Räumlichkeiten haben, legen wir los", so die AWO-Vorsitzende Elke Flender-Back. Die Rede ist von einem Sozialkaufhaus, das in Prien entstehen soll.

Der Ortsverein Prien der Arbeiterwohlfahrt plant die Eröffnung eines "Sozialkaufhauses" in der Marktgemeinde. "Sobald wir Räumlichkeiten haben, legen wir los", sagte Vorsitzende Elke Flender-Back im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

In Deutschland laufen viele solche Projekte. Mitbürger, die über wenig Geld verfügen, erhalten die Möglichkeit, sich eine Hose oder ein Hemd, eine Bluse oder einen Rock sehr günstig zu erwerben. In München und in Rosenheim gibt's solche Sozialkaufhäuser - und auch in Prien ist nun eines geplant. Der Bedarf ist nach Ansicht der AWO auf alle Fälle gegeben.

Der gute Besuch der von der Caritas in Prien betriebenen Chiemseer Tafel zeige, so Flender-Back, dass es in der Marktgemeinde viele Menschen mit einem geringen Einkommen gebe, die auf günstige Einkausmöglichkeiten angewiesen seien. Bis Ende des Jahres 2011 habe für diesen Personenkreis noch die Möglichkeit bestanden, in dem Möbellager von "ProJu" Einrichtungsgegenstände günstig zu erwerben. Die AWO hat aber das Projekt "ProJu" einstellen müssen (wir berichteten).

Auch die in dem ehemals gemeindlichen Gebäude an der Kampenwandstraße 2 untergebrachte Kleiderstube, die wegen des Verkaufs des Gebäudes habe geschlossen werden müssen, hinterlasse für den betroffenen Personenkreis eine Lücke für den Einkauf kostengünstiger Kleidung und Wäsche, sagte die Vorsitzende weiter. "Aus diesem Grund sieht die AWO im Markt Prien den Bedarf für die Einrichtung eines Sozialkaufhauses gegeben."

Vor diesem Hintergrund plant die AWO, einen Laden zu eröffnen, in dem Menschen mit geringem Einkommen Dinge des täglichen Gebrauchs wie Kleidung, Wäsche, Möbel, Hausrat, Bücher, Kinderspielzeug und vieles mehr kostengünstig erwerben können. Neben dem sozialen Aspekt will die Arbeiterwohlfahrt laut Flender-Back auch ein ökologisches Ziel erreichen: Die gespendeten und zum Verkauf angebotenen Gegenstände werden ihren Angaben zufolge einer sinnvollen Weiterverwendung zugeführt. "Damit können wertvolle Rohstoffe und Energie eingespart sowie unsere Umwelt geschont werden."

Das Sozialkaufhaus soll an mindestens zwei Tagen in der Woche geöffnet sein. Abgegeben werden sollen ausschließlich gespendete, gebrauchsfähige Waren, jedoch keine Lebensmittel. Für die Warenannahme und den Verkauf sind zunächst ausschließlich ehrenamtlich Tätige vorgesehen. Die AWO geht davon aus, dass genügend Menschen gefunden werden können, die sich in dem Sozialkaufhaus bürgerschaftlich engagieren wollen.

Das Ziel der AWO ist es laut Flender-Back nunmehr, in einer möglichst gut erreichbaren Lage in Prien geeignete Räumlichkeiten - rund 100 Quadratmeter, vielleicht aber auch mehr oder weniger - zu finden und anzumieten. Die AWO freut sich deshalb über Hinweise, wo eventuell entsprechende Räumlichkeiten für diesen sozialen Zweck zur Verfügung stehen.

re/pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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