Sparen heißt die gemeindliche Devise

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Auf großes Interesse stieß die gut besuchte Bürgerversammlung in Eggstätt. Bürgermeister Hans Schartner informierte ausführlich über alle Belange der Gemeinde. Besonders erfreulich, so Schartner, gestalte sich die Situation beim rückläufigen Kassenkredit.

Eggstätt (ch-z) - Sparen heißt die Devise in Eggstätt. Das soll auch die nächsten ein bis zwei Jahren noch so bleiben.

Das konnten die Eggstätter Bürger auf der gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus Widemann in Eggstätt vom Ersten Bürgermeister Hans Schartner erfahren. In seiner fast zweistündigen Rede gab Schartner einen umfassenden Rückblick auf das letzte Jahr und einen kurzen Ausblick auf das nächste Jahr. Außerdem informierte er über den aktuellen Stand in Sachen "Kassenfehlbetrag".

Nach einer ausführlichen Darstellung der Ein- und Ausgaben der Gemeinde Eggstätt teilte Schartner den aktuellen Schuldenstand zum 30. September von fast drei Millionen Euro mit. Das bedeute einen Abbau der Schulden seit seinem Amtsantritt von fast 250000 Euro. Besonders hob er den Abbau des Kassenkredits hervor. Dieser konnte von einer Million Euro im Mai 2008 stetig abgebaut werden. So war viele Monate in 2009 gar kein Kassenkredit notwendig, so Schartner. Momentan gebe es zur Überbrückung von Steuerterminen einen Kassenkredit von 150000 Euro. Somit habe die Gemeinde seit Mai 2008 über 36000 Euro an Zinsen für den Kassenkredit einsparen können. Besonders weh täte der Gemeinde dieses Jahr, dass die Schlüsselzuweisungen um etwa 270000 Euro gesunken und die Kreisumlage um etwa 470000 Euro gestiegen sei. Auf den einzelnen Bürger umgerechnet bedeutet der Schuldenstand: Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 1246,56 Euro pro Einwohner. Das sei deutlich über dem Landesdurchschnitt von 698 Euro. Schartner dankte seinem Gemeinderat, der fast geschlossen hinter den Sparbemühungen stehe. Wenn es keine unüberlegten Ausgaben gebe, dann werde die Gemeinde in den nächsten ein bis zwei Jahren besser dastehen, hofft Schartner.

Wichtiges Thema in der Gemeinde war die Suche nach einem allseits akzeptierten Mobilfunkstandort. Nachdem die Verträge der Antennen auf dem Gastbergerhaus in Kürze auslaufen und in Oberndorf bereits ausgelaufen sind, hat die Gemeinde mit Unterstützung des Umweltinstituts München einen Standort in Eggstätt gesucht. Im Dialog mit vier Mobilfunkanbietern konnte man sich auf den Standort an der Kläranlage einigen, so Schartner. Man habe auch die Bedenken der 95 Bürger ernst genommen und auf einer Informationsveranstaltung die Sachlage detailliert dargelegt.

Daneben sprach Schartner die Förderung der Kindergärten, die die Gemeinde jährlich 118000 Euro kosten, an. Die Öffnungszeiten seien auf Antrag der Eltern bis 15 Uhr verlängert worden. Überhaupt engagierten sich Gemeinde, Vereine und Kirche sehr für die Jugend, wie das Heft "Eggstätt in Aktion" zeige.

Im nächsten Jahr werde nur "für das Notwendige Geld ausgegeben", so der Bürgermeister weiter. Zum Schluss stellte Schartner den aktuellen Stand zum Thema "Kassenfehlbetrag" vor. So liege der amtlich festgestellte Kassenfehlbetrag bei 35100 Euro. (Mehr zu diesem Thema in der morgigen Ausgabe).

Das Thema Schallschutzwand und Ballfangnetz am Sportplatz wurde schließlich von einigen Bürgern intensiv diskutiert. Wand und Netz sollen auf Antrag des ASV Eggstätt errichtet werden, weil sich Anlieger immer wieder massiv beschweren und auch nach Gesprächen bisher keine Einigung möglich ist. Ein hitziges Wortgefecht gab es zwischen Anlieger Karl Render und ASV-Vertreter Hans Hundhammer. Render meinte, er "opponiert nicht gegen den Sport, sondern die Dinge, die zu vermeiden sind". Hundhammer erklärte, dass die Kosten bis zu 50000 Euro für die Schallschutzwand "besser verwendet werden können".

yv/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser