"Spielhölle" abgelehnt

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Prien - Im Rathaus auf keine Gegenliebe gestoßen ist ein Geschäftsmann mit seinen Plänen, in einem Haus in Prien an der Bernauer Straße eine "Spielhölle" einzurichten.

Einstimmig hat sich der Bau- und Umweltausschuss des Marktgemeinderates gegen ein Café mit Internetanschlüssen, Billardtischen sowie mit Geldspiel- und anderen Automaten ausgesprochen und den Antrag auf Nutzungsänderung abgelehnt.

Der Eigentümer des Wohn- und Geschäftshauses an der Bernauer Straße, des ehemaligen Lokals "Muggi", plant, das Gebäude zu sanieren. Gegen dieses Vorhaben hat die Gemeinde grundsätzlich keine Einwände. Sie erteilte ihm jedoch die Auflage, dass die Anlage sich in das Ortsbild einfügt und "nicht verunstaltend wirkt". Strikt abgelehnt hat der Bauausschuss das Vorhaben des Eigentümers, sich einen Geschäftsmann ins Haus zu holen und ihm dann zwei Etagen für den Betrieb eines "Internet-Spiel-Billard-Cafés" zur Verfügung zu stellen.

Und diese Ausrichtung hatte der Antrag auf Nutzungsänderung: Der Geschäftsmann stellte sich vor, auf einer Fläche von insgesamt rund 230 Quadratmetern zehn Internetarbeitsplätze einzurichten sowie zwei Flipperautomaten, zwei Billardtische, 18 Geldspiel- und zwei Dartautomaten aufzustellen. Jetzt muss er seine Pläne jedoch wieder einpacken. Ohne große Diskussion hat der Bauausschuss die Umnutzung der Räume in dem Haus abgelehnt. Im Gremium herrschte Übereinstimmung, dass "auf gut Deutsch eine Spielhölle" zu erwarten sei - wofür der Ausschuss auf keinen Fall zu haben war.

Ebenfalls nicht zugestimmt hat der Ausschuss den Plänen einer GmbH, in Westernach auf einem Grundstück an der Weidachstraße zwei Wohnhäuser mit zwei beziehungsweise mit drei Geschossen zu bauen. Das Gremium ebnete zwar den Weg, dass auf den 1650 Quadratmetern nicht nur ein, sondern zwei Gebäude entstehen dürfen, und beschloss, den Bebauungsplan zu ändern. Nein sagte der Ausschuss jedoch zu dem Vorhaben, eines der beiden Häuser dreigeschossig anzulegen. Ein Baukörper mit Parterre, mit Ober- und Dachgeschoss sei zu hoch - auf einem eingesehenen Grundstück am Rand der Bebauung.

Nach einer Ortsbesichtigung nun grünes Licht gegeben hat der Ausschuss den Plänen der Eigentümer eines Wohn- und Geschäftshauses in Prien an der Hochriesstraße, in der Tiefgarage die fünf übereinander angeordneten, per Aufzug verschiebbaren "Duplex"- in ebene Stellplätze umzuwandeln. Unterm Strich gehen damit fünf Parkplätze verloren - was in der vor 16 Jahren erteilten Baugenehmigung so jedoch keineswegs vorgesehen war. Im Gegenteil, die Eigentümer müssen jetzt den Nachweis für diese fünf Stellplätze "ablösen" - und zwar wie in solchen Fällen üblich, so nun der Ausschuss, mit jeweils 7500 Euro.

Die Eigentümer eines Wohnhauses an der Jensenstraße wollen einen Wintergarten errichten. So wie sie sich ihn vorstellen, dürfen sie ihn jedoch nicht anlegen. Der Ausschuss hat ihren Bauantrag abgelehnt. Der Grund: Der Wintergarten erstrecke sich über zwei Geschosse - und damit füge sich der Anbau nicht in das Ortsbild ein.

Grundsätzlich vorstellen kann sich die Gemeinde den Abriss der Gebäude auf einem Grundstück an der Ecke Kampenwand- und Hochgernstraße und den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses. Auf Anfrage des Bauwerbers, einer Firma, hat der Ausschuss aber bekräftigt, dass das neue Haus höchstens eine Firsthöhe von 9,42 Meter aufweisen dürfe. Außerdem betonte das Gremium unter anderem, dass die Zufahrt auf keinen Fall über die Kampenwandstraße angelegt werden dürfe. Die dortigen Stellplätze seien unbedingt zu erhalten.

pü/Chiemgau-Zeitung

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