Sporteln für das bayerische Sportabzeichen

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Prien - Jeden Mittwoch, von Mai bis Oktober, trifft sich eine Gruppe Sportbegeisterter am Sportplatz in Prien. Es geht nicht nur um das gemeinsame Sporteln:

Ziel der Übungen ist das deutsche oder das bayerische Sportabzeichen - frei nach dem Motto des alten Volkslieds: "Gold und Silber lieb' ich sehr."

Über allem wacht Übungsleiterin Ingrid Ziegmann - und das seit 1994, als sie den Sportabzeichentreff des Turn- und Sportvereins (TuS) Prien gegründet hat.

Ziegmann betreut das Training und nimmt die Prüfungen ab. Mitmachen kann jeder. "Ab acht Jahren kann man jährlich das deutsche Sportabzeichen machen, ab 18 Jahren jährlich das bayerische", erklärt sie. Ein weiterer Unterschied neben dem Einstiegsalter bestehe darin, dass man bei den Prüfungen zum bayerischen Sportabzeichen gleich "Gold" erzielen könne, beim deutschen Sportabzeichen könne man erst beim fünften Mal Gold holen.

Edith Kaiser stößt die Kugel, Sieglinde Neugirg und Gretl Huber (rechts) schauen genau zu.

Während Ziegmann der Chiemgau-Zeitung diese Regularien erklärt, wärmen sich die ersten Sportler schon an der Tribüne auf. Wolf Kutzbach, der bereits über 50 Sportabzeichen sein Eigen nennen kann, ist trotz kühler Temperaturen im T-Shirt gekommen. "Ich bin seit 1988 bei den Prienern dabei. Hier erfährt man viel Zuwendung und Unterstützung. Und Ingrid (Ziegmann) motiviert jeden, egal ob fünf oder 50 Jahre alt", lobt der Sportabzeichen-Profi Kutzbach, bevor er sich weiter aufwärmt, denn heute steht für die meisten noch Werfen auf dem Programm.

Auch Gretl Huber aus Rimsting hat inzwischen schon über 30 Abzeichen gesammelt. Sie dreht bereits ihre Runden auf der Tartanbahn. Rolf Kaiser steht noch an der Tribüne. Er ist noch nicht dazu gekommen, sich aufzuwärmen, weil er heute seinen Enkel mitgebracht hat. "Mit meiner Frau Edith komme ich zur Gruppe, um in sportlicher Bewegung zu bleiben", erklärt Kaiser seine Motivation. Er habe jahrelang Handball gespielt, bevor er zum Sportabzeichentreff gestoßen sei. "Meine Frau sagt sogar, sie habe mich damals auf dem Platz gesehen", schmunzelt er. "Alle in unserer Familie machen Sport."

Wenn die Sportabzeichensaison im Mai beginnt, bringen sich alle zusammen mit Gymnastik in Schwung. Mit der Zeit splitte sich die Gruppe dann, erzählt Ziegmann. "Der eine muss noch einen 75-Meter-Lauf machen, der nächste sein Ziel im Weitsprung erreichen. So geht mit den Wochen jeder seiner eigenen Liste nach." Um das Sportabzeichen zu bekommen, müssen in verschiedenen Disziplinen festgelegte und nach Alter gestaffelte Leistungen erbracht werden.

Das Abnehmen der Prüfungen laufe ganz locker ab, betont Ziegmann. Immer mittwochs, manchmal auch zu einem anderen vereinbarten Treffpunkt, treffe sich die Gruppe, um die entsprechenden Disziplinen wie Laufen, Radfahren oder Weitsprung zu üben. Ziegmann führt Buch über die Leistungen. So habe jeder die Chance, sich zu verbessern.

Das Abnehmen der Prüfung laufe nicht streng nach Terminen ab, sagt Ziegmann. Überhaupt hat das Wort "streng" mittwochs am Sportplatz nichts verloren: Es herrscht eine herzliche, geradezu familiäre Atmosphäre. Es wird viel gelacht und auch mal Pause für einen Ratsch gemacht. "Es gibt einen harten Kern von etwa zehn Personen, die bei jedem Wetter seit Jahren kommen. Denen geht es hauptsächlich darum, gemeinsam Sport zu machen", berichtet Ziegmann. Und dann gebe es einen "zweiten harten Kern", der jährlich mitmache, allerdings nur, bis das gewünschte Abzeichen erfolgreich abgelegt worden sei.

Und während Kaiser seinem Enkel zeigt, wie es beim Sportabzeichentreff so zugeht, kümmert sich Ziegmann schon um weitere Neuankömmlinge, die laufen, werfen oder springen wollen.

Fiona Häger (Chiemgau-Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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