Stabile Holzbank statt wacklige BayernLB

Bernau am Chiemsee - Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon hat von der Bernauer CSU eine Holzbank als Geschenk erhalten. Der Minister war Gastredner in Hittenkirchen am politischen Aschermittwoch.

Nach etwa einer Stunde Redezeit hebt er sein Weißbierglas und nimmt einen kräftigen Schluck. Biertrinken ist schließlich erlaubt in der Fastenzeit. Finanzminister Georg Fahrenschon ist der berühmte Gastredner, der in diesem Jahr den politischen Aschermittwoch mit der Bernauer CSU feiert. Neben Karl Theodor zu Guttenberg und Markus Söder wird der Finanzexperte als Kronprinz des Ministerpräsidenten Horst Seehofer gehandelt.

Trotz zuletzt schwacher Wahlergebnisse und Vertrauensverlust in der Bevölkerung wollen etwas mehr als 100 Besucher den Minister aus München live erleben im Saal des Trachtenheims Hittenkirchen. Fahrenschon gilt als sachlich, nüchtern und eher emotionslos. Für Stimmung und Krawall ist sein Parteichef Seehofer zuständig. Der 42-jährige Finanzminister will mit ruhigen Tönen überzeugen.

Bilder vom Politischen Aschermittwoch in Hittenkirchen

Politischer Aschermittwoch: Fahrenschon im Chiemgau 

Doch ganz auf Kritik will Fahrenschon nicht verzichten. "Herr Gabriel will die Steuern erhöhen und die Unternehmen belasten, um so mehr Geld in die Staatskasse zu treiben. Diese Politik ist der falsche Ansatz zur Bewältigung der Krise", ruft er den Zuhörern.

Auch Jürgen Trittin bekommt einen Seitenhieb für seine Energiepolitik: "Herr Trittin soll doch mal erklären, wie er die Energieversorgung aufrecht erhalten will, wenn alle Atomkraftwerke auf einmal abgeschaltet werden!"

Dann redet er über die Wirtschaftskrise und Finanzpolitik. 2009 sei mit einem besseren Ergebnis zu Ende gegangen als viele erwartet hätten. Dennoch sei die Krise noch nicht überwunden. Fahrenschon appelliert an die Banken, die Wirtschaft, insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen mit Krediten zu versorgen. Er lobt die Kraft der Regionen und den Wirtschaftsraum Rosenheim.

Die heftigsten Angriffe an diesem Abend hebt sich Fahrenschon für den Koalitionspartner FDP auf. "Eine Kopfpauschale, wie sie die Liberalen fordern, wird es mit der CSU  nicht geben. Sie würde rund 30 Milliarden Euro kosten und das Solidarprinzip klar verletzen", ruft er lautstark in den Saal.

Als Trost für die arg gebeutelte und wacklige BayernLB bekommt Fahrenschon nach seiner rund einstündigen Rede eine stabile weißblaue Chiemgauer Bank aus Holz. Der Minister ist so froh über seinen Besuch im Chiemgau, fern von München und den Finanzproblemen, dass er am liebsten gar nicht mehr aufstehen will.                          Stefan Forster                                                                                                 

Rubriklistenbild: © sf

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