Rathaus: Aschauer Straße "städtebaulich besser"

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Bernau - "Das neue Bernauer Rathaus sollte aus städtebaulicher Sicht beim Haus des Gastes an der Aschauer Straße geplant werden", findet der Beauftragte für Heimatpflege.

Mit dieser Kernaussage hat Architekt Thomas Lauer vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege Stellung bezogen zur Standortfrage für das neue Bernauer Rathaus. Dies machte er in einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative (BI) "Neues Rathaus zum halben Preis" am Donnerstagabend im Gasthaus "Chiemsee" deutlich.

Lesen Sie auch:

Bürger entscheiden am 18. Dezember

Rathaus: Erste Entwürfe liegen vor

"Rathaus für zwei Millionen"

Bernau: Pläne für umstrittenes Rathaus

Wer gewinnt den Rathaus-Streit?

Wie passt ein Rathaus an der Aschauer Straße, wie eines an der Chiemseestraße zum Ortsbild? Mit dieser Aufgabenstellung hatte sich der Leiter der Bauberatungsabteilung des Bayerischen Vereins für Heimatpflege, Thomas Lauer, auf Bitte der Bürgerinitiative "Neues Rathaus zum halben Preis" vor Ort ein ausführliches Bild von der Ausgangssituation gemacht. Seine Stellungnahme präsentierte er am Donnerstagabend bei einer von knapp 50 Personen besuchten Informationsveranstaltung der BI im Gasthaus "Chiemsee", die von Dr. Rainer Pausch moderiert wurde.

Zunächst stellte Lauer den Landesverein vor, der vom Freistaat Bayern mitfinanziert wird und sich seit über 100 Jahren für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Baukultur einsetzt. Er ist eine bürgerschaftliche Vereinigung und wird von rund 8000 Mitgliedern getragen. Dazu gehören neben Einzelmitgliedern auch rund 800 Gemeinden sowie Kulturorganisationen und Vereine.

"Aus städtebaulicher Sicht ist der Standort beim vorhandenen Haus des Gastes an der Aschauer Straße dem an der Chiemseestraße eindeutig vorzuziehen", erklärte Lauer. Dort werde die vorhandene, zentrale Ortsmitte - gebildet durch die prägende, bestehende Bebauung - in ihrer Bedeutung deutlich aufgewertet. In diesem Zusammenhang verwies der Architekt auf die im letzten Jahr abgeschlossene energetische Sanierung des Hauses des Gastes. "Diese Bausubstanz kann in die Erweiterungsplanung für das Rathaus sinnvoll mit einbezogen werden", so Lauer weiter. Das werde sich finanziell positiv auswirken. Darüber hinaus sei eine Ausrichtung der Arbeitsräume nach Süden möglich, die letztlich auch für Solarthermie von Vorteil ist.

Als einen weiteren Standortvorteil für die Aschauer Straße bezeichnete der Bau-Experte "die stabile Qualität des Baugrunds". Sie sei "von gänzlich anderer Art als beim Grundstück an der Chiemseestraße". Gerade vor dem Hintergrund der schlechter werdenden klimatischen Bedingungen mit zunehmenden Unwettern müsse die Bebauung auf sicherem Boden erfolgen.

Das Grundstück an der Aschauer Straße sei zudem groß genug, um trotz des Erweiterungsbaus noch genügend Frei- und Grünfläche zu garantieren. Lauer: "Zwischen Bestand und Erweiterungsbau könnte ein gläserner Verbindungsbau die horizontale und vertikale Erschließung sichern und als Schnittstelle dienen."

Eine weitere Empfehlung sprach der Architekt hinsichtlich des Kurparks aus. Der sollte ohne Rathaus landschaftlich aufgewertet und bereits vorhandene Gebäude zeitgemäß aufgerüstet werden zum Beispiel als Veranstaltungspavillon, Bücherei oder Medienraum. "Dabei würden wichtige Sichtachsen erhalten und somit die reizvollen optischen Verbindungen im Ort ablesbar bleiben", so der Experte weiter. Sein Fazit: "Der Vorschlag der Bürgerinitiative 'Neues Rathaus zum halben Preis stellt eine sinnvolle, nachhaltige und damit bessere Lösung für die Standortfrage des neuen Rathauses dar."

Die von den BI-Sprechern Herbert Hartl, Max Hermann und Wolfgang Schnaiter vorgeschlagene Fragerunde an den Bau-Experten drehte sich dann um die Themen Parkplätze und Bauplanung an der Aschauer Straße sowie die Beschaffenheit des Baugrunds an der Chiemseestraße. Zunehmend stand aber der Experte außen vor, weil sich zum Teil hitzig geführte Streitgespräche entwickelten.

Sprecher Hartl rief dazu auf, beim Bürgerentscheid am 18. Dezember das Ratsbegehren "Rathaus an der Chiemseestraße" wegen des schlechten Baugrunds und den daraus resultierenden Folgekosten abzulehnen.

ul/Chiemgau-Zeitung

Aus dem Archiv:

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © tj

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser