Startschuss zum Fernwärmeverkauf

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Die Fernwärmetrasse könnte laut einer vorläufigen Studie am Eichbergfeld, durch die Übersee-, Tüttensee- und Marktstraße bis hinein in den Marktplatz verlaufen.

Grabenstätt - Mit einer öffentlichen Versammlung zum Fernheizwerk ist der Startschuss zum Wärmeverkauf in Grabenstätt gefallen.

Der Geschäftsführer des Biomassehofes Achental, Wolfgang Wimmer, stellte einem breiten Publikum die Pläne vor und beantwortete die Fragen der Bürger im Gasthaus "Zur Post". Laut einer vorläufigen Studie ist der Standort der Anlage an der östlichen Seite der neuen Turn- und Mehrzweckhalle vorgesehen. Die zwei Kilometer lange Fernwärmetrasse würde am Eichbergfeld, der Übersee-, Tüttensee- und Marktstraße bis in den Marktplatz hinein in den Gehwegen verlegt.

Bei dieser Trassenführung könnten Großabnehmer, wie die Schule, das Kreisaltenheim, der neue Pfarrkindergarten, das Pfarrzentrum, das alte Feuerwehrhaus, das Vereinsheim und das Rathaus angeschlossen werden. Daneben könnten die Hausbesitzer in dem Bereich ihre Wärme vom Fernheizwerk beziehen.

Entscheidend für die Anschlusskosten ist die Anschlussleistung der Übergabestation im jeweiligen Gebäude. Die Kosten für ein Einfamilienhaus bis 30 Kilowatt liegen demnach bei 3500 Euro. Im Preis enthalten sind die Übergabestation sowie höchstens zehn Meter Wärmetrasse in das Kundengrundstück. Für jeden weiteren Meter muss der Eigentümer 250 Euro bezahlen.

Die Verbraucher müssen nach Angaben der Planer nur die verbrauchte Wärmemenge bezahlen: bis 100.000 Kilowattstunden (kWh) 8,55 Cent und bei einem höheren Verbrauch 8,35 Cent je kWh. Es werde kein Grundpreis fällig. Die Verrechnung erfolgt wie bei Wasser- oder Abwassergebühren.

Grundvoraussetzung zur Verwirklichung des Projektes ist allerdings der Wärmeverkauf. Das heißt, so Wimmer auf Nachfrage, die in Frage kommenden Hausbesitzer werden demnächst kontaktiert. Bei Interesse wird ein Vorvertrag abgeschlossen, aus dem sich der Wärmeverbrauch ermitteln lasse.

Sollte sich herausstellen, dass es nicht genügend Abnehmer gibt, werde der Vertrag hinfällig und die Anlage nicht gebaut. Denn aus wirtschaftlicher Sicht müsse insgesamt eine Wärmeabnahme von 2250 Megawattstunden erreicht werden.

Wolfgang Wimmer nannte auch technische Daten der auf 1,6 Millionen Euro veranschlagten Anlage. Als Standort ist die östliche Seite der neuen Turn- und Mehrzweckhalle angedacht. Sie würde über einen Biomassekessel mit einer Nennleistung von zirka 800 Kilowatt und eine Ölkesselanlage (1500 Kilowatt) verfügen. Geheizt würde ausschließlich mit Hackschnitzeln. Doch könnte in Spitzenzeiten mit Öl zugeheizt werden. Mit dem Fernwerk könnten Wimmer zufolge pro Jahr 265.000 Liter Heizöl eingespart werden.

Als Betreiber kommt laut Bürgermeister Georg Schützinger ein Kommunalunternehmen oder eine Genossenschaft infrage. Vom Betreiber würden auch die verschiedenen Modalitäten, wie etwa die Laufzeit der Verträge festgelegt.

Die Finanzierung der Anlage würde aus dem Wärmeverkauf und aus Fremdmitteln erfolgen. Dazu gebe es einen Zuschuss der sogenannten förderfähigen Kosten.

Von großem Interesse war für die Bürger die Herkunft der Hackschnitzel. Schützinger und Wimmer sagten übereinstimmend, es käme nur Holz aus dem Ort und den umliegenden Landkreisen infrage.

Bei möglichen Störfällen ist Schützinger zufolge ein Pufferspeicher vorgesehen, der den Betrieb des Netzes bis zu drei Stunden aufrechterhalten würde. Außerdem könnte dann mit Öl zugeheizt werden.

Schützinger bezeichnete die Versammlung als einen "wichtigen Schritt in Richtung Fernheizwerk". Er appellierte an die Eigentümer, ihre Anwesen an die Anlage anzuschließen.

Manuela Keil (Chiemgau-Zeitung)

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