Statt "Burnout" wieder Lust auf Leben

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Gisela Weitzer hat "Burnout" und Depression durchlebt und überwunden. Heute vermittelt sie die "Kunst zu leben".

Prien - Gisela Weitzer war schon in jungen Jahren eine Karrierefrau. Mit dem Erfolg im Job hat sie sich selbst von Problemen abgelenkt, die Alarmsignale des Körpers ignoriert.

Dann kam der Zusammenbruch - "Burnout" und Depressionen. Aber sie hat sich davon befreit, ihr Leben umgekrempelt. Heute vermittelt sie als QiGong-Lehrerin und Referentin die "Kunst zu leben". Ein Beispiel, das Mut macht.

Schon mit Anfang 20 leitete Weitzer eine Marketingabteilung mit Millionenetat in München. Es ging immer weiter aufwärts auf der Karriereautobahn. Als sie merkte, dass die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit bereits überschritten waren, wollte sie es immer noch um jeden Preis verbergen. Denn wer will schon Schwäche zeigen, vor sich selbst im privaten und vor allem im beruflichen Umfeld? Doch es war ein hoher Preis, den sie bezahlte, nur um immer weiter zu funktionieren. Bis zu dem Tag, als plötzlich nichts mehr ging.

"Burnout" und Depression sind heute bereits Deutschlands Volkskrankheit Nummer eins, aber meist ein Tabuthema - vor allem für die Menschen, die es selbst betrifft. Weitzer hat ihren Weg heraus gefunden. Durch ihre Arbeit und vor allem durch Offenheit will sie anderen Menschen zeigen: "Ich hab es geschafft und ihr könnt das auch!"

"Den Mut, mich ganz offen zu meiner schwierigsten Lebensphase mit ,Burnout' und Depressionen zu bekennen, verdanke ich meiner Bereitschaft, Eigenverantwortung für mich selbst zu übernehmen und Hilfe zu suchen." Dabei habe sie sich an einen Weg erinnert, der ihr immer wieder Kraft gegeben habe und den sie schon immer gehen wollte. Die Erfahrungen und Prozesse, die sie dabei durchlief, erkannte sie als eine ihrer größten Stärken - und die hat sie inzwischen zu ihrem Beruf gemacht.

Zurückblickend ist sie ihrer "unerschütterlichen Vision" gefolgt, "Entwicklungs-helferin" zu sein. Dabei führte sie ihr Weg jedoch nicht, wie gedacht, nach Afrika, sondern auf steinige Umwege und Hindernisse, die sie bei ihrer eigenen Entwicklung zu überwinden hatte.

Am eigenen Leib musste sie erfahren, wie schnell es plötzlich gehen kann, von einer erfolgreichen Karriere- und Powerfrau über eine vermeintlichen Lebenskrise hinein in eine schwere Krankheit und die "totale emotionale Isolation" zu geraten. Die schleichenden Anzeichen hatte sie lange übersehen und ignoriert. Vor lauter Engagement und Erfolgsstreben vergaß sie völlig, auf sich selbst zu achten.

Was kam, war der totale emotionale und körperliche Zusammenbruch. Doch sie gab nicht auf und wollte wieder auf die Beine kommen. Indem sie sich auf sich selbst besann und konzentrierte, fand sie einen Weg, die Realität anzunehmen und trotzdem klare Entscheidungen zu treffen. Doch die Wiederherstellung ihrer Gesundheit kostete zunächst einmal viel Zeit, Geduld und auch Geld.

Im vergangenen Jahr hat Weitzer sich von ihrer erfolgreichen beruflichen Laufbahn als Marketingberaterin und Eventmanagerin endgültig verabschiedet. Sie gibt heute als Lehrerin und Praktizierende das weiter, was ihr am Herzen liegt und wodurch sie eine neue Lust am Leben entdeckt hat - sie nennt es "Kunst zu Leben".

Dabei sind die Übungsmethoden und die Lehre des "Authentischen QiGong" ein wichtiges Hilfsmittel im Prozess der Bewusstseinsentwicklung, sowohl für sie selbst als auch in ihrer Arbeit. Sie ist ein lebendiges Beispiel, wie man selbst aus einer schweren Krise gestärkt hervorgehen kann, indem man seinen eigenen Weg findet. Dabei stellt sie ihre persönlichen Erfahrungen in den Vordergrund und zeigt so die volle Überzeugung und Authentizität, mit der sie hinter sich selbst und ihrem Beruf steht.

Als Lehrerin weist sie Menschen den Weg, über Bewegungsabläufe ihre Körperwahrnehmung zu schulen, sich selbst wieder spüren zu lernen und dadurch ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist herzustellen. "Diese innere energetische Harmonisierung wirkt und ermöglicht Hilfestellungen in vielfältigen Bereichen, in der Prävention (Vorsorge) und zur Unterstützung von Heilungsprozessen",

In ihrer Tätigkeit als Referentin möchte sie ihre Zuhörer sensibilisieren und wachrütteln, damit sie rechtzeitig auf die Warnsignale ihres Körpers hören. Aus eigener Erfahrung heraus möchte sie in den Menschen die Bereitschaft wecken, ehrlich zu sich selber zu sein, um damit die Entscheidung zu treffen, etwas in ihrem Leben zu ändern. Denn das sei der wichtigste Schritt, um sich aus "Burnout" und Depression zu befreien.

Ihre Erfahrungen schildert Gisela Weitzer am Montag, 5. September, um 20 Uhr im "Rosana" in Rosenheim und am Mittwoch, 7. September, um 19 Uhr im Vortrag "Mut - Eigenverantwortung - Lust auf Leben - mein erfolgreicher Weg aus ,Burnout' und Depression" in der "Blauen Villa", Rimstinger Straße 16, in Prien. Weitere Auskünfte gibt sie uner Telefon 08056 / 901587.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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