Stefan Beer bald im Kreistag?

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Stefan Beer.

Rosenheim - Eggstätts ehemaliger Bürgermeister Stefan Beer steht offenbar vor einem politischen Comeback: Hans Hofstetter verlässt den Kreistag, erster Nachrücker ist Stefan Beer!

Die kleine Gemeinde Erdweg im Landkreis Dachau hat 5525 Einwohner und seit einigen Monaten einen neuen Verwaltungsleiter: Stefan Beer. Der ehemalige Eggstätter Bürgermeister, der aufgrund der "Eggstätter Kassenaffäre" seinen Job verloren und alle politischen Ämter abgegeben hatte, pendelt seitdem 120 Kilometer einfach zwischen seiner Chiemgauer Heimat und seiner neuen Arbeitsstelle.

Doch nun steht Beer vor einem politischen Comeback. Grund: CSU-Kreisrat Hans Hofstetter aus Bad Endorf will sein Amt niederlegen. "Personelle Umstrukturierungen im Familienunternehmen" sowie "viele geplante Auslandsaufenthalte in den kommenden Jahren" machten diesen Schritt notwendig. Der Kreisausschuss empfahl dem Kreisrat am Dienstag einstimmig, dem Antrag stattzugeben. Erster Nachrücker auf der für die Kommunalwahl 2008 gemeldeten CSU-Liste für Hofstetters Kreistagssitz: Stefan Beer.

Beer erfuhr erst gestern über das OVB von der Personalie, zeigte sich "überrascht" und erklärte dann: "Warum nicht? Einen gewissen Reiz hätte das Ganze durchaus!"

Hans Hofstetter.

Michael Fischer, Sprecher des Landratsamts Rosenheim, erklärte dazu: "Stefan Beer gilt als unbescholtener Bürger. Er ist nicht verurteilt." In der Tat liegt das im Sommer 2010 am Amtsgericht Rosenheimer aufgenommene Verfahren gegen Beer und seine ehemalige Kassenwartin im Eggstätter Rathaus derzeit auf Eis, eine Fortsetzung ist erst für kommenden Sommer geplant.

Bei der Rosenheimer CSU findet man den Rückzug Hans Hofstetters aus dem Kreistag jedenfalls "schlüssig und vernünftig". Kreisvorsitzender Klaus Stöttner bedauert Hofstetters Rückzug zwar aus menschlichen Gründen sehr, verstehe ihn aber aus unternehmerischer Sicht.

Zur Nachfolge Hofstetters will sich Stöttner nicht äußern. Schließlich sei es ja einerseits noch möglich, dass der Kreistag in seiner nächsten Sitzung den Antrag Hofstetters entgegen der Empfehlung des Kreisausschusses noch ablehne ("Wir wollen die Kreisräte ja hier nicht unter Zugzwang setzen"). Außerdem solle nicht nur mit Beer, sondern auch noch mit den weiteren in Frage kommenden Nachfolgern gesprochen werden - hinter Beer auf der Liste stehen Matthias Vieweger aus Bernau und Rudolf Schleyer aus Kolbermoor.

Ob Stefan Beer den frei gewordenen Sitz im Rosenheimer Kreistag nun annehme oder nicht, sei allein seine Entscheidung, räumt Stöttner ein. Dennoch sei es "eine Frage der langfristigen Strukturierung" in Beers Leben. Schließlich sei der Eggstätter mittlerweile beruflich im Landkreis Dachau eingebunden und "politisch in der Region nicht mehr so aktiv". Stöttners Fazit: "Wir erleben eine sehr spannende Zeit im Moment."

Oberbayerisches Volksblatt

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