Streusalz derzeit nicht zu haben

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Prien/Bernau - Einen Tag nach der Marktgemeinde Prien meldete jetzt auch die Nachbarkommune Bernau Engpässe beim Streusalz für die Straßen.

Bernau bedient sich seit jeher an den Salzvorräten der Autobahnmeisterei, die in einem Schuppen nahe der Autobahnausfahrt Bernau lagern. Jetzt dürfe dort aber vom örtlichen Bauhof kein Salz mehr für die Gemeindestraßen entnommen werden, denn die Autobahn gehe vor, teilte die Gemeinde gestern Nachmittag mit. Bernau selbst hat keinerlei eigene Streusalzlager.

Bereits vorgestern hatte die Priener Rathausverwaltung mitgeteilt, dass die Streusalzvorräte im gemeindlichenBauhof knapp werden. Ab sofort könne bis auf Weiteres nur noch auf Hauptstrecken, Kreuzungen und an Steigungen Salz gestreut werden.

In Prien bisher 260 Tonnen verbraucht

Vor Winterbeginn war das Priener Streusalzlager laut Bauhof-Chef Sepp Furtner mit 130 Tonnen voll bis unters Dach. Mehr passt nicht hinein. Zwischenzeitlich wurde auch schon mehrfach nachbestellt. Bisher sind in diesem Winter laut Furtner auf den Gemeindestraßen 260 Tonnen Salz eingesetzt worden.

Bei den erneuten Schneefällen zu Wochenbeginn war das gesamte Bauhofteam mit 14 Fahrzeugen zweimal ab 3 Uhr früh bis in den Vormittag im Dauereinsatz, um Straßen und Gehwege zu räumen, berichtete Furtner. Auch tagsüber rückten die Mitarbeiter nach neuerlichen Schneefällen nochmals aus.

Die Salzengpässe in Prien und Bernau sind offenbar die Folge von Kapazitätsproblemen und der Preispolitik bei den wenigen Herstellern.

180 Euro pro Tonne statt 70 Euro

Bernaus Kämmerer Martin Angerer berichtete gestern, dass er versucht habe, Streusalz zu bestellen, nachdem die Autobahnmeisterei wegen Eigenbedarf keines mehr abgibt. Eine Lieferung sei zwar möglich, allerdings zu "völlig überzogenen Preisen". Während Streusalz im Frühjahr für 70 Euro pro Tonne zu haben sei, habe er es gestern für 180 Euro pro Tonne angeboten bekommen. Deshalb hat Bernau verzichtet.

In der Gemeinde muss man sich bis auf Weiteres mit Splitt behelfen und an die Autofahrer appellieren, noch vorsichtiger zu sein. Wann sich die Liefersituation wieder entspannt und die Preise nachgeben, ist völlig unklar.

re/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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