Strömungen machen Eis brüchig

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ein Bernauer Feuerwehrler wirft einem Mann, der (nur zu Übungszwecken) "ins Eis eingebrochen" war, eine Rettungsboje zu.

Bernau - Am Wochenende ist auf dem Chiemsee erst ein älteres Ehepaar im Eis eingebrochen. Wasserwacht und Feuerwehr warnen vor den Tücken des Chiemseeeises.

Während sich einige Wagemutige weit draußen in Richtung Herreninsel auf dem Chiemseeeis vergnügten, machten Wasserwacht und Feuerwehr Bernau am Ufer in Felden am Samstag auf die Gefahren aufmerksam.

Vor den Augen interessierter Zuschauer, darunter auch Bürgermeister Klaus Daiber, demonstrierte die Wasserwacht nahe ihrer Hütte mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehr, welche Gefahren das oftmals vermeintlich sichere Eis bergen kann und wie man sich richtig verhält, wenn jemand ins Eis eingebrochen ist.

Viele Menschen würden derzeit glauben, dass das bis zu 15 Zentimeter dicke Eis sie sicher trägt, erläuterte Tobias Halang, Technischer Leiter der Wasserwacht Bernau. Doch der Schein trüge: Strömungen unter Wasser und wärmender Schnee über der Eisdecke machten die Lage mitunter gefährlich. "Umso erstaunlicher ist es, dass derzeit auf dem ganzen Chiemsee Leute mit Schlitt- oder Wanderschuhen, mit Fahrrädern oder sogar mit Kinderwagen unterwegs sind", formulierte Halang sein Unverständnis. Eisbrüche aufgrund der frischen Schneedecke seien nicht sichtbar und deshalb eine große Gefahr, warnte der Wasserwachtler.

Die Rettungsübung in einem eigens vom Eis befreitem Wasserloch bei der Wasserwachthütte zeigte die Vielfalt an Rettungsmitteln und -möglichkeiten auf. Markus Huhn als "Opfer im Eiswasser" zog sich mit sogenannten Eispickeln und Selbstrettungshaken aus eigener Kraft an Land. Solche "Eiskrallen" sind unter anderem auf der Fraueninsel erhältlich.

Mit einer weiteren Übung wurde die Wirkung von Rettungsbojen und Wurf-Säcken demonstriert. Auch den Nutzen von Leitern und Brettern in Notfällen zeigten die Wasserwachtler und Feuerwehrler.

Die optimale Hilfe bietet ein Eisrettungs-Schlitten, für dessen Einsatz wegen der Größe und Schwere allerdings mehrere Personen nötig sind, wie bei der Übung deutlich wurde.

Derzeit sind zwei solcher Schlitten am Irschener Winkel und in Felden stationiert. Die genauen Standorte kennt die Integrierte Rettungsleitstelle Rosenheim, die rund um die Uhr kostenfrei unter Telefon 112 ohne Vorwahl erreichbar ist.

hö/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser