Strom fließt - Heizung läuft

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Die Stromversorgung auf der Hütte ist nun stabil - dank einer neuen Anlage, die die Sektion eingerichtet hat. Der Strom, der hauptsächlich von einem Wasserkraftwerk erzeugt wird, fließt jetzt nicht mehr direkt in das 230-Volt-Netz der Hütte, sondern wird in 24 Batterien (auf unserem Foto) gespeichert und nach Bedarf über drei Wechselrichter in das Netz eingespeist.

Prien - Freude auf der Priener Hütte: Der Strom fällt jetzt nicht mehr aus, die Heizung läuft zuverlässig. Der Deutsche Alpenverein hat hierfür investiert.

Die Sektion Prien des Deutschen Alpenvereins (DAV) verbessert die Energieversorgung auf ihrer Hütte am Geigelstein. Und in einem ersten großen Schritt hat sie nun die Stromversorgung - und mit ihr die Heizung - stabilisiert. Die Kosten für den Einbau einer Batteriespeicheranlage samt Wechselrichter betragen, wie Franz Mois der kommissarische Zweite Vorsitzende der Sektion in einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung berichtete, rund 35000 Euro.

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Wie groß waren doch die Unannehmlichkeiten für die Wirtin und die Besucher in der Vergangenheit immer wieder gewesen: Stromausfälle waren gang und gäbe. Durchschnittlich vier- bis fünfmal in der Woche gingen die Lichter aus - und längst nicht nur das. Mit der Stromversorgung brach auch die Heizung zusammen. Immer wieder, auch nachts, musste die Wirtin durch die Hütte laufen und Sicherungen, die ausgefallen waren, einschalten.

Zwei Stromquellen hat die Hütte. Die Energie kommt zum einen - gegen Bezahlung - von einem kleinen Wasserkraftwerk des Nachbars, zum anderen erzeugt die Sektion mit einem Blockheizkraftwerk, das mit Rapsöl läuft, selbst auch Strom. Bislang war die Versorgung insgesamt instabil. Der Grund, so Mois: Der erzeugte Strom sei direkt in das 230-Volt-Netz der Hütte geflossen. In Zeiten des Spitzenverbrauchs in der Küche und all den anderen Räumen - wenn also alle Geräte und Maschinen angeschaltet waren - seien das Wasser- und das Blockheizkraftwerk zusammen nicht in der Lage gewesen, den "auf einen Schlag" hohen Energiebedarf zu decken. Die Folge: Das Netz sei überfordert gewesen und zusammengebrochen.

Die Sektion hat nun Vorkehrung getroffen, dass auch in Spitzenzeiten genügend Strom vorhanden ist. Der Trick: Sie speichert jetzt den Strom, den die beiden kleinen Kraftwerke produzieren. Und ausgestattet mit diesem "Energievorrat" ist sie alsdann in der Lage, den jeweiligen Bedarf - ob niedrig oder eben auch hoch - zu decken. Der Strom aus den Kraftwerken fließt nun nicht mehr direkt in die 230-Volt-Versorgung, sondern vielmehr in eine Reihe von Batterien - er lädt sie auf.

Im Auftrag der Sektion hat eine Firma die Anlage eingerichtet. Insgesamt 24 Batterien, die allesamt nun Strom speichern, hat sie aufgestellt und angeschlossen. Und ebenso in das Netz miteingebunden hat sie drei sogenannte Wechselrichter. Über sie läuft nun die Versorgung: Sie wandeln den Strom aus den Batterien um und speisen ihn dann in das normale 230-Volt-Netz der Hütte ein. Die Stromversorgung sei nun, so Mois, "konstant und vor allem stabil".

Außerdem sei sie jetzt, wie der kommissarische Zweite Vorsitzende weiter erläuterte, umweltfreundlicher. Denn durch die Umstellung auf Speicherung der Energie müsse sich das mit Pflanzenöl betriebene Blockheizkraftwerk nun nur noch selten zuschalten, um fehlende Spitzenlasten auszugleichen. Der Großteil des auf der Hüte verbrauchten Stroms werde, so Mois, über die Wasserkraft "rein regenerativ" erzeugt und sei dadurch "absolut CO2-neutral".

Und auf diesem Weg will die Sektion weiter gehen. So plant sie laut Mois, im nächsten Jahr eine Fotovoltaikanlage zu bauen und mit ihr dann die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien noch einmal zu erhöhen. Die Sektion produziere dann viel Strom selbst. Und im Umkehrschluss müsse sie dann nicht mehr so große Mengen gegen Bezahlung vom Wasserkraftwerk des Nachbarn beziehen - womit sie unterm Strich dann die Betriebskosten der Hütte senken könne.

Noch in diesem Jahr will die Sektion eine weitere, ander Maßnahme zur Verbesserung der Energieversorgung ergreifen: Sie überarbeitet die Technik in der Heizzentrale. Ins Visier nimmt sie, wie Mois ausführt, insbesondere die Hydraulik. Und auch in diesem Fall lässt sie de Arbeiten wieder von einer Fachfirma ausführen. Der Hintergrund: Im Rahmen der Heizung geht bislang viel Wärme verloren. Ihr Wirkungsgrad lässt zu wünschen übrig. Das Blockheizkraftwerk produziere immer wieder viel Wärme, so Mois, die keine Verwendung finde und über einen "Notkühler ins Freie geblasen wird".

Um den Wirkungsgrad der Heizung zu erhöhen, lässt die Sektion nun eine neue Regelung einbauen. Auf die Beine gestellt werde, so Mois, eine "zentrale Steuerung", die die gesamte Heizung künftig bedarfsorientiert mit Wärme versorge. Die Anlage werde künftig "wesentlich energiesparender" laufen. Und - was bislang nicht der Fall gewesen sei - alle Räume werden seinen Angaben zufolge künftig "gleichermaßen komfortabel mit Wärme versorgt".

Die Ausgaben, die heuer in diesem Zusammenhang noch anstehen, schätzt Mois auf "20000 bis 25000 Euro". Die beauftragte Firma werde die Arbeiten voraussichtlich von Mitte bis Ende dieses Monats vornehmen. Und in dieser Zeit müssten die Besucher der Hütte mit Einschränkungen in der Beheizung der Räume und in der Versorgung mit warmem Wasser rechnen. Wer also in dieser Zeit auf der Hütte übernachte, müsse in Kauf nehmen, dass er zum Beispiel am Abend nicht warm duschen könne.

Gernot Pültz/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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