Zehn Prozent Umsatzplus

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Geschäftsführer Bernd Wohlfahrt führte Bürgermeister Jürgen Seifert (rechts) durch die Produktionsräume. Allein die Maschine im Bild kostet etwa 1,4 Millionen Euro. Mit ihr kann auch die elektronische Gesundheitskarte hergestellt werden, die voraussichtlich 2011 bundesweit eingeführt werden soll.

Prien - Die Systemform MediaCard konnte trotz Wirtschaftskrise ihren Umsatz um zehn Prozent steigern. Bürgermeister Jürgen Seifert besuchte nun das Unternehmen.

Lesen Sie hier den Bericht der Chiemgau-Zeitung:

Die Systemform MediaCard steht wirtschaftlich gut da. Die Firma wird ihren Umsatz heuer im Jahresvergleich um etwa zehn Prozent auf 25 Millionen Euro steigern. Diese Zahl nannte Geschäftsführer Bernd Wohlfahrt bei einem Informationsbesuch von Bürgermeister Jürgen Seifert in dem Unternehmen.

Auch die Ertragslage sei stabil. Für 2010 peile die Systemform Mediacard eine weitere Umsatzsteigerung um eine Million Euro an, kündigte Wohlfahrt an. Die Firma beschäftigt am Standort Prien 120 Mitarbeiter, 80 weitere in einer Filiale in Hallstadt bei Bamberg. Der Personalstand wurde dem Geschäftsführer zufolge heuer konstant gehalten. "Wir hatten keine Kurzarbeit, dafür tarifliche Lohnerhöhungen und keinen Abbau von Sozialleistungen", fasste er zusammen, dass die vergleichsweise gute Situation auch dem Personal zugute kommt. Derzeit arbeiten die Mitarbeiter, wie meistens kurz vor Jahresende, im Drei-Schicht-Betrieb praktisch rund um die Uhr.

Seit rund drei Jahren gehört die Firma zum Konzern der Schweizer Post, arbeitet aber weitgehend eigenständig. Die Fahne der "Swiss Post" weht inzwischen auch neben der mit dem Firmenlogo an der Zufahrt in der Systemformstraße.

Erst Anfang 2008 hatte die Systemform Mediacard einen Neubau mit 2000 Quadratmetern Nutzfläche in Betrieb genommen. Für Immobilie und Ausstattung waren mehrere Millionen Euro investiert worden. Wohlfahrt führte diese Maßnahme als Bekenntnis zum Standort Prien und damit zur Sicherung der Arbeitsplätze an.

Derzeit wird der alte Firmenkomplex aus den 70er- Jahren an der Hochriesstraße unmittelbar neben dem Neubau aufwendig saniert. Das Dach - es misst etwa 7000 Quadratmeter - wurde komplett erneuert, Fenster und Türen ausgetauscht sowie die Außenwände komplett neu isoliert. In dem Bau ist neben der Systemform Mediacard auch die eigenständige Systemform Datenbelege mit rund 35 Mitarbeitern untergebracht.

Die Systemform Mediacard versteht sich als Dienstleister für eine große Zahl namhafter Kunden. Im deutschen Gesundheitswesen gilt die Priener Firma als Marktführer, etwa ein Drittel aller deutschen Krankenversichertenkarten wird in der Marktgemeinde hergestellt.

Marktführer im deutschen Raum

Hier werden die Rohlinge "personalisiert", also mit individuellen Kundendaten versehen. Weile diese hochsensibel sind, ist der gesamte Firmenkomplex ein Hochsicherheitstrakt mit Schleusen, Alarmanlagen, Vidoüberwachung und einigem mehr. Das EDV-Herzstück steht in einem Tresorraum mit dicken Betonwänden, der nur im "Vier-Augen-Prinzip" betreten werden darf, also nie von einem der wenigen autorisierten Mitarbeiter allein.

Neben der Personalisierung von Krankenversicherten- und anderen Karten übernimmt die Systemform Mediacard für Kunden auch den kompletten Schriftverkehr als Dienstleister. Für "Toll Collect", den Betreiber des deutschen Maut-Systems für Lkw auf Autobahnen, stellt die Firma alle Registrierungskarten für Lkw her.

In den vergangenen drei Jahren hat das Unternehmen Wohlfahrt zufolge sechs Millionen Euro in neue Maschinen investiert. Ein Teil davon soll der Produktion der neuen, digitalen Gesundheitskarte zugute kommen. Der Geschäftsführer sieht deren flächendeckende Einführung trotz jüngster politischer Diskussionen nach der Bundestagswahl nicht infrage gestellt. 2011 könnte es so weit sein. db

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