Torfbahnhof soll gerettet werden

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Bernau - Zusammen mit Grassau und Übersee will die Gemeinde Bernau das "Bayerische Moor- und Torfmuseum" in Rottau erhalten.

Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat dem Bürgermeister und der Verwaltung den Auftrag erteilt, Gespräche mit den Vertretern der Nachbarkommunen aufzunehmen.

Der Verein für Industrie- und Technikgeschichte im südlichen Chiemgau, der das Museum in der Kendlmühlfilzn aufgebaut hat, sieht sich aufgrund des immer weiter steigenden Aufwandes nicht mehr in der Lage, den Gebäudekomplex mit dem Torfbahnhof weiter ehrenamtlich zu tragen. Er hofft, dass die Kommunen einspringen.

Im Tourismusausschuss hatte Claus-Dieter Hotz, der Vorsitzende des Trägervereins, vor Wochen die Pläne erläutert. Das Gremium empfahl damals, Gespräche aufzunehmen - eine Haltung, die der Gemeinderat jetzt übernahm.

Da wie dort hüteten sich aber die Kommunalpolitiker, finanzielle Zusagen in einer bestimmten Höhe in Aussicht zu stellen. Bernau will vielmehr ein Konzept sehen: Zahlen und Fakten, die den Aufwand für die Gemeinde in den nächsten Jahren vorab erkennen lassen. Auf dieser Grundlage will der Gemeinderat dann seine Beratungen fortsetzen und letztlich entscheiden, ob Bernau mitzahlt.

Der Torfbahnhof.

Auch Christian Hügel (CSU) stimmte für dieses Vorgehen. Nicht einverstanden war er allerdings mit der Grundhaltung, in diesem und anderen Fällen immer alles der Gemeinde aufzubürden. Auch andere Wege müssten geprüft werden. Und so regte er an, in der Diskussion über die Zukunft des Torfbahnhofs auch den Verkehrsverein in Bernau mit ins Boot zu holen. Er forderte den Verein auf, zu überlegen, ob er nicht auch einen Beitrag zum Erhalt des Museums leisten könne.

Eduard Wierer (Überparteiliche Wählergemeinschaft), Gemeinderat und Vorsitzender des örtlichen Verkehrsvereins, gab jedoch gleich zu erkennen, dass die Mittel und Möglichkeiten der Vereine äußerst begrenzt seien. "Hier gehts um Geld", sagte Wierer. Und weiter: "Geld hat die Gemeinde - nicht die Vereine."

Einen ganz anderen Ansatz für Gespräche mit den Nachbarkommunen forderte Philipp Bernhofer (Bernauer Liste). Seiner Ansicht nach muss zunächst einmal eine Liste mit allen Einrichtungen aufgestellt werden, die von regionaler Bedeutung sind, deren Defizite jedoch jeweils allein eine Kommune tragen muss. Dann müsse über die Aufteilung dieser finanziellen Lasten geredet werden - was im vorliegenden Fall letztlich bedeute, dass dann nicht nur über den Torfbahnhof, sondern insbesondere auch über das Hallenbad in Bernau gesprochen werden müsse.

Bürgermeister Klaus Daiber sagte, dass er eine Beteiligung der Nachbarkommunen am Unterhalt des Hallenbades in das Gespräch mit seinen Kollegen einbringen könne. Allerdings warnte er im gleichen Atemzug vor zu hohen Erwartungen. Und er schloss nicht aus, dass der Schuss dann auch nach hinten gehen könne. Denn wenn er zu verstehen geben würde, dass sich die Gemeinde Bernau nur dann am Torfbahnhof beteilige, wenn die Nachbarn im Gegenzug am Hallenbad mitzahlen, dann könne es durchaus möglich sein, dass die Bürgermeister gleich sagen, das ganze Projekt "ist gestorben".

Alexander Herkner (SPD) meinte, dass nicht die Gemeinde Bernau, sondern stattdessen der Bezirk in der Pflicht stehe, das Museum zu erhalten. Gerhard Jell (CSU) sah "eine sechsstellige Summe" auf den künftigen Träger des Torfbahnhofs zukommen. Die Gemeinde Bernau müsse ihren finanziellen Beitrag für dessen Erhalt "deckeln".

Der Bürgermeister führte aus, dass die Nachbargemeinden entscheiden müssen, wer letztlich die Federführung übernimmt. "Bernau wird keinen Träger machen", betonte Daiber. Um den finanziellen Aufwand zu begrenzen, müsse die Frage diskutiert werden, ob man sich nicht von dem einen oder anderen Gebäude "trennt", das nicht oder nur gegen viel Geld saniert werden könnte.

Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger (CSU) wollte ein Konzept mit Zahlen vorgelegt bekommen, das "zum Beispiel auf zehn Jahre" angelegt sei. Er warnte davor, vorschnell Zusagen zu geben.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © torfbahnhof-rottau.de

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