Tour de Braille am Chiemsee

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Das Plakat zur "Tour de Braille" hat der Stephanskirchner Künstler Josua Reichert entworfen.

Gstadt/Fraueninsel – Der Erfinder der Blindenschrift, Louis Braille, wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Ein Anlass zum Feiern.

Am Samstag, 19. September, wird im Rahmen des Projekts „Tourismus für alle“ aus diesem Anlass die „Tour de Braille“ veranstaltet. Es soll eine Tour im wahren Sinne des Wortes werden: Beteiligt sind Gemeinden rund um sowie auf dem Chiemsee mit vielfältigen Aktionen für die ganze Familie. Zu einem besonderes Ereignis werden die speziell konzipierten Führungen im Schloss Herrenchiemsee. Im kleinen Rahmen, mit einer Gruppengröße von maximal 30 Teilnehmern, werden die Räume teils mit verbundenen Augen erlebbar.

Die Gemeinde Gstadt ist Initiator und Organisator einer Kunstausstellung zu Braille'schen Typographien. In der Gstadter Tenne stellt der Stephanskirchner Künstler Josua Reichert Werke zur Punktschrift sowie zu weiteren Schrifttypen aus.

Das Codierungssystem als scheinbar undurchschaubares Kommunikationssystem ist sein Thema. Reichert lieferte auch das Sechs-Punkte-Motiv für die eigens für diesen Tag erstellten Fahrscheine der Chiemsee-Schifffahrt, der Kampenwand-Seilbahn und der Chiemsee-Ringbuslinie. Diese Tickets werden im Postkartenformat ausgegeben, bedruckt mit dem Motiv von Reichert und natürlich geprägt mit Punktschrift- Karten mit Souvenir-Charakter. An den Schiffsanlegestellen in Gstadt und in Prien werden Info-Stände eingerichtet. Dort gibt es auch die Fahrkarten.

Um der "Tour de Braille" auch einen echten Touren-Charakter zu verleihen, beteiligen sich viele Gemeinden rund um den Chiemsee mit eigenen Veranstaltungen. Der Gast kann also "touren", ob zu Spielaktionen, zur Lesung oder zum Sinnesfest - die Auswahl ist bunt und informativ.

Zu einem besonderen Ereignis werden die speziell konzipierten Führungen im Schloss Herrenchiemsee. Im kleinen Rahmen, mit einer Gruppengröße von maximal 30 Teilnehmern, werden die Räume teils mit verbundenen Augen erlebbar. "Die Gäste folgen den Ausführungen nach zum Teil historischen Vorlagen, sie ,hören' die Größe der Räume und deren Materialien. Die Führer nehmen sich noch mehr Zeit als üblich.", erläutert Architektin Christine Degenhart, die Leiterin des Projekts "Tourismus für alle". Eine Anmeldung ist erforderlich bis Mittwoch, 16. September, bei der Tourist-Info Gstadt, Telefon 08054/442, oder per Mail an info@gstadt.de.

Wer zwischen den Touren-Aktionen rasten möchte, erhält bei den Wirten auf der Fraueninsel und in der Gemeinde Gstadt neben den gewohnten, mit den Augen wahrnehmbaren Speisekarten auch Tageskarten in Braille'scher Punktschrift.

"Das Pilotprojekt ,Tourismus für alle am Chiemsee' soll dazu beitragen, Angebote der Chiemseeregion möglichst für alle Menschen, Bürger und Gäste, Alt und Jung, mit oder ohne Einschränkungen zugänglich und erlebbar zu machen", umschreibt Degenhart das gemeinsame Ziel aller Beteiligten. In den Gemeinden des Chiemsee Tourismusverbandes sind inzwischen Projektgruppen installiert, deren Teilnehmer Neues entwickeln sowie Bestehendes analysieren und dokumentieren.

Im Internet ist unter www.chiemsee.de sowie unter www.gstadt.de ein Veranstaltungskalender für die einzelnen Aktionen zum Herunterladen bereitgestellt. re

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