Miteinander oder gegeneinander?

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Foto: v.l.:Bgm. Benno Graf, Alfons Baumgartner, Sepp Lausch, Florian Weber, Helmut Freund, Heinz Wallner, Andreas Holzner, Bgm. Konrad Glück, Hans Schupfner.

Landkreis - Bayernpartei-Kreisräte aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim erörterten Wege zum Vollzug einer gemeinsamen Tourismusregion beider Landkreise.

Kreisrat Heinz Wallner konnte als Organisator auf der gemeinsamen Fraktionssitzung aller sieben Bayernpartei-Kreisräte aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim auch Bürgermeister Benno Graf aus Chieming als Vorsitzenden vom „Chiemsee Tourismusverband e. V. in Liquidation“ und Bürgermeister Konrad Glück als stellvertretenden Vorsitzenden vom „Abwasser- und Umweltverband Chiemsee“ begrüßen. Einleitend stellte er fest, dass derzeit die beiden Tourismusverbände der Landkreise Traunstein und Rosenheim, die mit dem Ziel des Zusammenschlusses im Jahr 2012 gegründet worden waren, nicht zueinander, sondern im bestenfalls nebeneinander arbeiten, und von einem Zusammenschluss weit entfernt seien.

Eine touristische Einheit

Bürgermeister Konrad Glück: „Es muss endlich ins Bewusstsein der verantwortlichen Politiker und Touristiker gelangen, dass die Landkreise Traunstein und Rosenheim eine touristische Einheit mit dem Chiemsee als Zentrum sind“. Wichtigste Aufgabe sei es, Gäste in diese einmalige Region zu locken. Nachrangig sei es, die Urlauber entsprechend ihren Interessen innerhalb der Region an den richtigen Ort zu vermitteln. Vor diesem Hintergrund sei es traurig, dass der Chiemsee-Tourismusverband auf dem Altar eigennütziger Interessensgruppen geopfert wurde, und nun die in Deutschland bestens bekannte Marke „Chiemsee“ nicht mehr gemeinsam beworben werde.

Bürgermeister Benno Graf bedauerte, dass die beiden Verbände auseinandergedriftet seien und erinnerte, dass die Chiemseegemeinden damals gleich einen einheitlichen Verband bevorzugt hätten, statt zwei Verbände nebeneinander zu installieren. Dazu waren eigens von Tourismusexperten aus Österreich für jeden Landkreis teure Gutachten erstellt worden, in denen die Chancen und Verfahrensschritte eines baldigen Zusammenschlusses jedoch ausgeklammert worden seien. „So gibt es derzeit die fatale Situation, dass nach der Auflösung des Chiemsee-Tourismusverbands die Chiemseegemeinden bezüglich Tourismuswerbung gespalten sind. Das hat eine sehr negative Außenwirkung“.

Kreisrat Alfons Baumgartner und Kreisrat Heinz Wallner schlugen in dieselbe Kerbe: „Die Tourismusdestination „Chiemsee“ muss als Mittelpunkt eines gemeinsamen Verbandes herausgestellt werden. Wir können es uns nicht leisten, diese Region um den Chiemsee werbemäßig stiefmütterlich zu behandeln“.

Kreisrat Sepp Lausch sah im Landkreis Rosenheim eine falsche Richtung von Anfang an: „Geburtsfehler war schon, das sich die Rosenheimer Kommunen, die touristisch sehr unterschiedlich veranlagt sind, in einen großen Verband integrieren mussten, statt mehr gleisig zu fahren und zum Beispiel die Gegend um Wendelstein, die mit dem Chiemgau wenig Verbindung hat, als eigenständige Destination zu festigen. Höhepunkt einer unguten Entwicklung ist ein Prospekt, in dem die Chiemseegemeinden aus dem Landkreis Traunstein als weißer Fleck abgebildet wurden, weil sie ja nicht Mitglied beim CAT waren und sind“ so Sepp Lausch.

Kreisrat Heinz Wallner berichtete, dass die Tourismusbetriebe rund um den Chiemsee nicht unendlich auf eine politische Lösung warten wollen, sondern sich bereits ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigen, notfalls einen eigenen Verband rund um den Chiemsee installieren wollen. Nebenbei bemerkte er, dass die Einführung einer Gästekarte viele Chancen biete, Urlauber auch an Schlechtwettertagen in der Region zu halten, „damit an diesen Tagen nicht alles nach Salzburg fährt“. Hans Schupfner hielt den gerade in Konkurs gegangenen Oberbayern-Tourismusverband generell für überflüssig: „Die Zuschüsse vom Freistaat und der EU wären viel zielgerichteter verwendet, wenn sie den Regionalverbänden direkt zugute kämen, statt einen weiteren teuren Oberverband zu unterhalten, der nur indirekt und wenig effizient den Regionen Gäste vermitteln könne.

Tourismusverbände sollen zusammenwachsen

Auf den Punkt gebracht fasste Kreisrat und Parteivorsitzender der Bayernpartei Florian Weber den Zweck der Zusammenkunft zusammen: „Wir müssen in beiden Landkreisen wieder verstärkt nach Lösungen suchen, um touristisch endlich zusammenzuwachsen. Die nötige Weichenstellung wurde mit der Gründung der beiden Tourismusverbände Chiemgau-Tourismus und Chiemsee-Alpenland zum Ziel eines Zusammenschlusses in 2012 vorgegeben. Auch die für den Landkreis Rosenheim exorbitant gestiegenen Zuschusskosten von rund 800000 Euro für den Tourismus und von über einer Million Euro in Traunstein könnten durch Synergieeffekte, die bislang nicht genutzt werden gedeckelt werden.

Bürgermeister Graf wies darauf hin, dass die Bürgermeister rund um den Chiemsee der Auflösung des Chiemsee-Tourismusverbands sicher nicht zugestimmt hätten, wenn sie gewusst hätten, dass der Zusammenschluss mit Rosenheim nicht zustande kommt. „Schließlich haben wir auch deshalb dem Beitritt in einen weiteren Verband  mit finanzieller Beteiligung zugestimmt, weil uns die verbindenden Vorteile bei einer späteren Vereinigung überzeugten, so wie auch der Zeitplan bis 2012.

Kreisrat Helmut Freund mahnte schließlich zu einem nachhaltigen Tourismus: „Auch wenn wir größere Einheiten bei der Werbung brauchen: Zum Glück können wir noch mit sehr viel unverfälschter und einmaliger Landschaft punkten. Das muss so bleiben. Kreisrat Holzner ergänzte dazu: „Wir brauchen zwar zusätzliche Bettenkapazitäten, aber keine Bettenburgen und Betonklötze wie in Österreichs Hochburgen. Auch in unserem Chiemgau muss der maßlose Landverbrauch endlich gezügelt werden“.

Pressemitteilung Bayernpartei

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