Tourismuswerbung beginnt schon am Flughafen

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Prien - "Grüß Gott at the Bavarian Seaside" steht in der Informationsbroschüre des Flughafens München. Diese Begrüßung kommt von der Priener Tourismus GmbH (PTG).

Mit Hilfe zugkräftiger Partner wie dem Flughafen will die PTG Gäste anlocken.

An Info-Schaltern, auf Messen, Veranstaltungen und auf anderen Wegen bekommen Flugreisende die Broschüre, in der unter anderem die "breathtaking landscape" (atemberaubende Landschaft) rund um Prien angepriesen wird.

Die Zusammenarbeit mit "Bayerns Tor zur Welt", wie der Flughafen im Erdinger Moos auch genannt wird, ist eine der Partnerschaften, von denen sich PTG-Geschäftsführer Bertram Vogel positive Effekte auf die Gäste- und Übernachtungszahlen erhofft. Die "Bildung vernetzter Allianzen und Strategien" nennt er als eines der Leitmotive seiner Arbeit und der seiner Mitarbeiter.

In der jüngsten Sitzung des Tourismusausschusses des Marktgemeinderats (wir berichteten bereits) legte Vogel zwar Zahlen aus dem ersten Halbjahr vor, das Gremium wollte aber der Aussagekraft nicht zuviel Bedeutung bemessen. Denn in der Statistik fehlten Vogel zufolge die Übernachtungszahlen eines Campingplatzes komplett und bei den Daten von zwei Hotels wird noch nachgeforscht, warum sie im Vergleich zu anderen Häusern deutlich aus der Reihe fallen.

Vogel nahm die Anregung von Thomas Ganter (SPD) gerne auf, auf der Basis verlässlicher Zahlen Hochrechnungen und Jahresprognosen zu erstellen, um gegebenenfalls rechtzeitig reagieren zu können, sollte der Urlauber-Zuspruch nicht so sein wie erwartet und erhofft.

Auch Tourismusreferent Klaus Löhmann (CSU) will sich nicht mit fragwürdigen Zahlen herumschlagen. "Wir sind voll, ein oder zwei Prozent plus oder minus interessiert mich nicht", so seine aktuelle Bestandsaufnahme zur Hauptsaison, in der laut PTG derzeit praktisch alle Betten im Ort belegt sind.

Und auch Bürgermeister Jürgen Seifert erhofft sich ein Ende verwirrender Zahlenspiele. "Wir müssen es schaffen, endlich einmal Äpfel mit Äpfeln vergleichen zu können."

Grundsätzlich will sich der Ausschuss künftig auf strategische Entscheidungen konzentrieren, Budget- und Finanzangelegenheiten sollen im PTG-Aufsichtsrat behandelt werden, dessen Wiedergründung der Marktgemeinderat vor Monaten beschlossen hatte.

Zu den Netzwerken, von denen sich der PTG-Chef positive Impulse erhofft, gehören auch die "Jewels of Romantic Europe" (Juwelen des romantischen Europa), ein Verbund namhafter Adressen, unter anderem sind Neuschwanstein, die Zugspitze, Swarovski und das Salzbergwerk Berchtesgaden mit im Boot der Anbieter, die hier gemeinsam die Werbetrommel rühren..

Auch im "Bavarian Promotion Pool" ist Prien mit drin - ebenso wie die Bavaria Filmstadt, der "Allgäu Skyline Park", das "Hard Rock Café" in München und zahlreiche weitere bekannte Freizeitadressen. "Mit den Großen vernetzen und von ihnen profitieren" ist Vogels Devise bei solchen Zweckbündnissen.

Die schmiedet die PTG aber nicht nur überregional, sondern auch lokal. So treffen sich inzwischen mehrmals jährlich die örtlichen Hoteliers, um gemeinsame Sache zu machen, ein Jahresempfang für alle touristischen Leistungsträger ist Vogel zufolge in Vorbereitung, alle Vermieter sollen turnusmäßig zum Meinungs- und Ideenaustausch eingeladen werden und bekommen wöchentlich per Mail ein "Gästeblatt" mit aktuellen Informationen und einiges mehr. Der regelmäßige Kontakt und Austausch soll die Umsetzung eines anderen Leitgedanken der PTG fördern - den "gegenseitigen Respekt der Akteure".

Vogel will auch die erste Adresse, die viele Urlauber in der Marktgemeinde ansteuern, zu einem "attraktiven Treffpunkt" weiterentwickeln. Das Haus des Gastes in der Alten Rathausstraße soll nicht nur durch Renovierungen "optisch aufgefrischt" werden, sondern auch Raum bieten für kleinere Ausstellungen. So sind derzeit Bilder mit König-Ludwig-II-Motiven der Rimstingerin Greta Fischer dort zu sehen. Seit kurzem bietet die PTG immer montags um 9.30 Uhr, vor Beginn des regelmäßigen Ortsrundgangs, einen kleinen Empfang an, bei dem Feriengäste über den Ort, Ausflugsziele und einiges andere informiert werden.

Auch "Inszenierung mit "Augenmaß und Mut" hat sich Vogel auf die Fahnen geschrieben, also Veranstaltungen ohne oder mit überschaubarem finanziellen Risiko. So soll der "Comedy Dschungel", der heuer erstmals in der Frühlings-Nebensaison Akzente gesetzt hat, künftig im Herbst auf die Beine gestellt und zusätzlich ein "Priener Kulturfrühling" geschaffen werden. "Swinging Prien" und das Radkriterium des Radfahrvereins (RFV), bisher ein Ganztagspaket, sollen ab sofort getrennt voneinander Gäste anlocken. Um die lukrative Zielgruppe der Radler zu bedienen, soll das Kriterium in Zusammenarbeit mit den zahlreichen örtlichen Fachgeschäften zu einer "Bike-Woche" ausgebaut werden.

Weitere Veranstaltungen plant die PTG in Zusammenarbeit mit den "PrienPartnern". Der noch junge Verein, dessen erste "lange blaue Nacht" vor knapp einer Woche gut eingeschlagen hat (wir berichteten), ist gerade dabei, ein Jahresprogramm auf die Beine zu stellen.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

Rubriklistenbild: © Berger

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