3500 Teilnehmer beim Festzug

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Pfarrer Mathias Häusl bei der Segnung der Fahnenbänder mit Ingrid Schäffler und Elisabeth Maier (von links).

Chieming - Etwa 3500 Teilnehmer aus 42 Trachtenvereinen der näheren Umgebung, die auf 15 Züge verteilt waren, beteiligten sich am Festgottesdienst wie auch am Kirchen- und am Festzug des Trachtenvereins "Chiemseer“.

Die Chiemseer feierte mit einer Festwoche sein 90-jähriges Bestehen in großer Gemeinschaft. Etwa 5000 Besucher sahen sich dieses großartige Spektakel an. Am Vorabend wurde das Jubiläum im Festzelt mit einem Festabend gebührend gefeiert.Den Meistpreis für die meisten Teilnehmer beim Festzug holten sich die "Alztaler", die Trachtler aus Truchtlaching vor den Nußdorfern und den Grabenstättern.

14 Musikkapellen führten die 15 Züge an. Den Festgottesdienst gestaltete musikalisch die Musikkapelle Chieming. Die Festmesse wurde von Chiemings Pfarrer Mathias Häusl und Pfarrer in Ruhe Josef Hofmann in Zusammenarbeit mit dem katholischen Pfarrer Jerry Wooton vollzogen, einem US-Amerikaner, der gerade in Chieming seinen Urlaub verbringt.

Pfarrer Häusl nahm die Segnung des Trauerbandes und das Band der Aktiven vor. Im Namen der Gemeinde Chieming befestigte Ingrid Schäffler das Trauerband an der Fahne des Jubilars, Elisabeth Maier tat dies im Namen der Aktiven.

Dem Festzug gehörten auch viele Kinder und Jugendliche der 42 beteiligten Trachtenvereine an.

In seiner Predigt vor dem Seeufer am Parkplatz des Dampfersteges nannte Häusl den Chieminger Trachtenverein eine "sehr lebendige Gemeinschaft", die für das Wohl der Allgemeinheit viel erreicht habe, seit 90 Jahren Heimatliebe und Brauchtum im Licht des lebendigen Glaubens vermittelt habe. Gauvorstand Peter Eicher stellte den Arbeitseifer, das Engagement und den Zusammenhalt des Vereins heraus, sprach Vorstand Georg Hunglinger große Anerkennung für dessen ehrenamtliche Tätigkeiten im Trachtenwesen auch auf Gauebene aus und erwähnte die hohe Qualität des Jubilar-Vereins. "Ich meine der GTEV Chieming ist bestens geeignet, in zehn Jahren zu seinem 100-jährigen Bestehen das Gaufest mit auszurichten."

Stellvertretender Landrat Georg Klausner ergänzte, ohne Trachtenvereine wäre die Gesellschaft arm, während sich Bürgermeister Benno Graf, "sehr stolz auf unseren Trachtenverein" zeigte. Vorstandschaft und Aktive nannte er "bewundernswerte Idealisten".

Beim Festabend begeisterte unter anderem der erst 14-jährige Gstanzlsänger Andi Heindl aus Taching, der mit seiner natürlichen, frischen Art schnell die Herzen der Besucher gewann. So stellte er fest, dass nicht der Storch ihn auf die Welt gebracht habe, da sein Vater häufig sage, zum Kuckuck: Wo ist denn der Bua? Er hatte auch einen Tipp für den gefahrlosen Straßenverkehr: Fahrt auf dem Gehsteig, denn 90 Prozent der Unfälle passieren auf der Straße.

Viel Applaus erhielt das "Männer-Doppelterzett" die "Aspacher Tridoppler" aus dem Innviertel. Moderator dieses Unterhaltungsabends war Klaus Lerner aus Titlmoos bei Schnaitsee, der den Gstanzlsänger-Nachwuchs erfolgreich trainiert, was auch die gelungenen Auftritte von Heindl bewiesen haben.

Haberer-Meister Konrad trägt die Beschwerden vor.

Plötzlich wurde es im Festzelt stockfinster, denn das Haberfeldtreiben begann. Haberer-Meister Konrad erschien mit seinen 46 furchterregenden Mitstreitern, die mit Laternen ausgerüstet waren. Das Streiten in Chieming, wer nun den Parkplatz neben dem Dampfersteg weiterbetreiben darf, muss endlich beendet werden, meinte der Haberer-Meister mit erhobenem Finger und forderte Bürgermeister Graf und den Verkehrsvereins-Vorsitzenden, Altbürgermeister Max Brunner, zur Einsicht auf. Er ging auf weitere Streitpunkte in der Gemeinde ein, sprach das Problem Mehrgenerationenhaus der Harter Bürger mit Charles Kunow vom Hotel Jonathan an und meinte, es sei an der Zeit, dass wieder Ruhe im Chieminger Gemeindebereich einkehre.

Die Kindergruppe des Jubilars führte den "Dätscher", dann den "Häusei", die Jugendgruppe den "Chiemseer" und Laubentanz, die Aktiven das "Mühlradl" und den Sterntanz mit zwölf Paaren auf, der den Akteuren stehende Ovationen bescherte.

Großartig auch der Auftritt der Gaujugendgruppe mit der Präsentation der "Olympia-Polka", der auch Johanna Ramsperger aus Chieming angehört.

Auftritte hatten die Traunwalchener Goaßlschnalzer, der GTEV Staudach, die Schauer-Dirndln aus Nußdorf und der Patenverein "Chiemgauer" Grabenstätt mit dem Holzhacker. Staudach und Grabenstätt überreichten zudem Geschenke an den Jubilar. Präsente gab es auch von mehreren Chieminger Ortsvereinen, die damit ihre Verbundenheit mit dem örtlichen Trachtenverein herausstellten.

Festleiter und Trachtenvorstand Georg Hunglinger sprach Dankesworte an viele aus und erwähnte dabei besonders die Jugendleiter Regina Schneider, Engelbert Probst und Konrad Kecht.

Den Festabend umrahmte musikalisch die Chieminger Trachtenkapelle unter Leitung von Peter Schroll.

oh

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