Tradition mit sozialem Ursprung

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50 Liter passen in das "Weißbierglas", das die Pittenharter Paten im vergangenen Sommer den Kienberger Burschen als Patengeschenk überreichten.

Pittenhart - Der Rückblick auf die Patenschaft beim Wiedergründungsfest des Burschenvereins Kienberg und das soziale Engagement des Vereins standen im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Pittenharter Burschenvereins beim Augustiner.

Vorstand Michael Reithmeier stellte zudem den Sinn und die Bedeutung eines Burschenvereins für Zusammenhalt und gesellschaftliches Leben heraus.

Diese Diskussion komme von Zeit zu Zeit - wenn auch nicht in Pittenhart - immer wieder auf: der Sinn von Burschenvereinen, so Reithmeier. Die gängigen Vorurteile über Burschenvereine seien bekannt. Schließlich würden sich viele Vereine - vor allem in anderen Regionen Bayerns - durch ihr Auftreten tatsächlich "alle Mühe geben", diesen Vorurteilen gerecht zu werden, machte der Vorstand deutlich. Die Burschen- und Arbeitervereine im Chiem- und Rupertigau seien aber einer langen Tradition mit zutiefst sozialem Ursprung verpflichtet. Die Tatsache, dass heute der gesellschaftliche Charakter klar im Vordergrund stehe, sei dabei kein Grund zur Rechtfertigung. Reithmeier: "Im Gegenteil: Wenn sich in Zeiten zunehmender Vereinsamung, Orientierungslosigkeit und Ausgrenzung junge Menschen in einem Verein zusammenfinden, um miteinander etwas zu bewegen und ja, auch um miteinander zu feiern, dann hat das meiner Überzeugung nach auch eine soziale Bedeutung. Und um wie viel ärmer wäre die Lebensqualität bei uns auf dem Land, ohne die von Burschenvereinen organisierten Veranstaltungen und Aktivitäten?"

Kassier Markus Hacker verwies unter anderem auf den Zugang von zwölf neuen Mitgliedern.

Hans Krutzlinger wurde für 25-jährige Treue zum Burschenverein geehrt.

Einen ausführlichen Jahresrückblick auf die Aktivitäten des Vereins gab Schriftführer Seppi Kirschner. Er blickte zunächst auf die Patenschaft beim Burschenverein Kienberg zurück. Bereits das Patenbitten der Kienberger im April in Pittenhart war geprägt von hoher Beteiligung der Mitglieder beider Vereine und ausgelassener Stimmung und lieferte somit beste Vorzeichen für das große Fest im Juni. Dort waren die Pittenharter dann vor allem am Festwochenende in großer Zahl vertreten und überreichten den Kienbergern am Gaufestsonntag als Patengeschenk ein 50-Liter-Weißbierglas mit entsprechendem Erinnerungsmotiv.

Burschenvorstand Reithmeier bedankte sich nochmal beim Kienberger "Kollegen" Andreas Straßer, der mit einer Abordnung zur Jahresversammlung nach Pittenhart gekommen war: "Eure Gastfreundschaft war wirklich einmalig und für uns war es eine Ehre, euer Pate zu sein."

Kirschner erinnerte auch an den Besuch der Vorstandschaft im Mütterzentrum in Traunstein mit Übergabe eines Spendenschecks. "Die Schilderungen der dort engagierten Frauen haben uns alle tief beeindruckt und die Augen dafür geöffnet, dass auch die vermeintlich heile Welt bei uns bereits große Risse zeigt. Jeder Euro ist dort im Mütterzentrum mehr als gut aufgehoben", so Kirschner. Das Burschenjahr 2010 war darüber hinaus geprägt von vielen Burschenausständen und Hochzeiten unter anderem der beiden ehemaligen Vorstandsmitglieder Stefan Niedermaier und Andreas Vodermaier, sodass Fähnrich Martin Niedermaier rekordverdächtig oft gefordert war.

hp/Chiemgau-Zeitung

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