Traum vom eigenen kleinen Wacken

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
"Selbstlaut", Lokalmatadore aus Obing, sorgten für den gelungenen Abschluss des Festivals.

Obing - Jetzt hat auch Obing ein eigenes Festival. "Sound am See" feierte am Samstag mit einem bunten musikalischen Programm Premiere - und einen großen Erfolg!

"Da habe ich nicht lange überlegt. Ich hab' die Idee gleich gut gefunden", erklärte Bürgermeister Hans Thurner die Unterstützung der Gemeinde, die bei dem Projekt als Hauptveranstalter auftritt. Die Idee, von der Thurner spricht, hatten die drei Kumpels Karl Katz, Christian Schmid und Mathew Tracy, allesamt Jugendarbeiter in Obing. "Zuerst dachten wir, wir machen beim Obinger Dorffest eine eigene Jugendbühne. Dann fragten wir uns allerdings, warum wir nicht gleich ein ganzes Festival ins Leben rufen", so Katz. Und so kam es, dass am Samstag um 15 Uhr die Jugendblaskapelle, gefolgt von den Dancing Kids des TV Obing, das "Sound am See" Festival im Strandbad am Obinger See eröffneten.

"Pogen" nennen Rock- und Metal-Fans ihren Tanzstil - und der war auch beim ersten "Sound am See" angesagt.

Im Anschluss verdeutlichten die Vorbands "Grazy Line" mit eigenen Rockpop-Kompositionen, "Promise to Mary" mit Alternative-Sound und die Trostberger Hip-Hop Kombo "Goldmine Records" das Motto der Veranstaltung, für jeden Musikgeschmack etwas bieten zu wollen. Knapp über hundert Gäste verfolgten zu diesem Zeitpunkt die Auftritte. Obwohl das große Gelände also noch reichlich Restkapazitäten für Zuschauer frei hatte, zeigte sich Katz mit dem Auftakt zufrieden: "Wir haben mit insgesamt 300 Leuten gerechnet, die meisten werden dann so ab 18 Uhr auftauchen."

So kam es dann auch. Rockig ging es zunächst mit "Prickly Pear" aus Traunreut und "Sans Suyce" aus Obing weiter im Programm, ehe "Sprachgewaltig" aus Traunreut wieder mit Hip-Hop-Klängen für Stimmung sorgten. Langsam fanden sich auch mehr und mehr Gäste im Obinger Strandbad ein. Spätestens als die ersten Headliner "Amplified Hate" das geneigte Metal- und Hardcore-Publikum zum Pogen brachten, ging es vor der Bühne rund.

Die Verpflegung der Gäste mit Kuchen, Snacks, Pommes und Getränken übernahmen den ganzen Tag über die Obinger Ortsvereine und die Strandbad-Gastronomie. Die Dirndlschaft Albertaich versorgte die Jugendlichen mit alkoholfreien Cocktails, während die Wasserwacht Obing für eventuelle Notfälle bereitstand.

Heiße Mädels, coole Cocktails: Albertaicher Dirndl in Aktion.

Für den gelungen Abschluss sorgte dann mit "Selbstlaut" ein weiterer Lokalmatador, der sich mittlerweile einer festen und stetig wachsenden Fangemeinde erfreut. Bis halb 12 Uhr dauerte ihr Auftritt, danach begannen gleich die Aufräumarbeiten. "Wir wollten im Gegensatz zu den Partys in der Region auch den Jugendlichen unter 16 Jahren eine Möglichkeit zum Feiern geben. Bei den meisten Veranstaltungen kommt man unter 16 oder gar unter 18 Jahren nicht mehr rein. Bei uns dürfen alle rein, dafür ist um Mitternacht Schluss", meinte Katz.

Über 500 Eintritte standen schlussendlich zu Buche, also deutlich mehr als erwartet. "Ein voller Erfolg", bilanzierte Katz, der sich nun bald mit der Gemeinde und den Vereinen zusammensetzen will, um über die Möglichkeit einer Wiederholung des Sound am See-Festivals im nächsten Jahr zu debattieren. Der "Traum vom eigenen kleinen Wacken" geht weiter. Nur die Ausmaße des mit 75.000 Teilnehmern größten Metal-Festivals Deutschlands, die werden nicht angestrebt.

Johannes Mitterer (Wasserburger Zeitung)

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser