Ein Blick zurück auf 2011

Prien - Die Höhepunkte und Tiefpunkte im Jahr 2011 in Prien. Heute: Was im Januar und Februar passiert ist und was die Bürger bewegte:

Zum ersten Mal steht eine Frau an der Spitze der Priener Tourismusgesellschaft (PTG). Geschäftsführer Ferdinand Reb hat aus persönlichen Gründen auf eigenen Wunsch seinen Posten geräumt, der designierte Nachfolger Bertram Vogel kann sein Amt erst Anfang April antreten. Deshalb übernimmt Martina Lehmann, seit Gründung der PTG 1999 Assistentin der Geschäftsleitung, die Führungsposition vorübergehend.

Mit einer rauschenden und ausverkauften Chiemseer Ballnacht läutet die Prienarria die fünfte Jahreszeit ein. Dass die Gilde dem Gaudiwurm eine Auszeit verordnet hat, um dem Zug 2012 ein neues Gesicht zu geben, ist schnell vergessen. Nicht nur dem neuen Ambiente des Inthronisationsballs verdankt der Abend im großen Kursaal seinen großen Erfolg, sondern auch dem Prinzenpaar. Michaela I. und Marco I. harmonieren perfekt und reißen das Publikum zu Beifallsstürmen hin - kein Wunder, sind die beiden doch nicht nur tänzerisch, sondern auch privat ein eingespieltes Team.

Als „bauliches Ausrufezeichen“ wird bei der fast einstimmigen Genehmigung im Bauausschuss der Entwurf für ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Bernauer/Kampenwandstraße gelobt. Der Komplex, der mittlerweile so gut wie fertig ist, ersetzt als Blickfang an der Ortseinfahrt das alte eher triste Gebäude mit der Adresse Kampenwandstraße 2 (Kleiderstube), das die Marktgemeinde samt Grundstück an einen örtlichen Bauträger verkauft hatte.

In der gleichen Sitzung nimmt der Verein „Leben mit Handicap“ eine der letzten Hürden auf dem langen Weg zum Bau eines Wohnheims für 30 behinderte junge Erwachsene in Stauden nahe des großen Kursaals. Das Gremium billigt mehrheitlich die Bebauungsplansatzung für das viergeschossige Projekt.

Gegen Ende des Monats muss der Bauhof der Gemeinde das Streusalz rationieren. Weil die Vorräte zur Neige gehen und eine Nachschublieferung nicht in Sicht ist, kündigt die Gemeinde an, dass bis auf Weiteres nur noch auf Hauptstrecken, in Kreuzungsbereichen und an Steigungen Salz gestreut wird.

Im Yachthotel stellen die Mitglieder der Verbands Priener Unternehmer (VPU) fast einstimmig die Weichen für eine neue Ära des Ortsmarketings. Sie votieren für die Umwandlung ihres Vereins in die „PrienPartner“. Wesentliche Verbesserung: Der künftige Verein vereint VPU, Wirte-Elf, Kur- und Tourismusverein sowie die Bürgerrunde. Er will einen professionellen und festangestellten „Kümmerer“ für Veranstaltungen engagieren. Bisher musste das zum größten Teil die VPU-Vorstandschaft ehrenamtlich stemmen. Allerdings finden sich bei der Versammlung keine Kandidaten für den Vorstandsposten. Die Wahl wird vertagt.

Februar

„Sind Sie dafür, dass ein Heizkraftwerk für die Nahwärmeversorgung am Reitbach zur eigenständigen Energieversorgung des Marktes Prien am Chiemsee errichtet wird?“ Einstimmig beschließt der Marktgemeinderat ein Ratsbegehren mit dieser Fragestellung für das von ihm einmütig befürwortete 13,5-Millionen-Euro- Projekt, zu dem der Widerstand aus Teilen der Bevölkerung lauter wird. Als Termin für die Abstimmung wir der 10. April festgelegt.

Das Hotel „Charivari“ ist Geschichte. Der Landkreis, der den leerstehenden Bau, den viele Priener auch noch als Hotel „Wagner“ nach dem einstigen Bauherrn kennen, 2010 vom Markt Prien gekauft hatte, hat ihn nun dem Erdboden gleichgemacht. Er schafft südlich des großen Kursaals dafür einen Parkplatz, der in den nächsten Jahren als Ersatzstellfläche für die Lehrer des benachbarten Ludwig-Thoma- Gymnasiums dienen soll, wenn der Landkreis das Geld für den Neubau einer Turnhalle hat.

Die größte Marktgemeinderatsfraktion bekommt einen neuen Sprecher. Michael Anner übernimmt den Vorsitz der zehnköpfigen CSU-Fraktion von Andreas Neuer, der dieses Amt aus beruflichen Gründen abgibt.

Mangels Interesse scheitert die Neuwahl des Jugendrats. Obwohl die Marktgemeinde über 700 Jugendliche von 14 bis 19 Jahren per Brief eingeladen hatte, kommen zu wenig Interessierte in den großen Kursaal. Der bisherige Jugendrat mit Lucas Seebrecht an der Spitze muss deshalb bis auf Weiteres im Amt bleiben.

Nach vielen Jahren Pause bekommt Prien wieder Schülerlotsen. Elf Acht- und Zehntklassler der Freien Waldorfschule Chiemgau sorgen nun mittags immer dafür, dass ihre jüngeren Mitschüler nach Unterrichtsschluss sicher über die Bernauer Straße kommen. Polizeiverkehrsexperte Anton Schauer hatte sie auf ihren Einsatz vorbereitet. Die Schüler mit Kellen und gelben Warnwesten wollen dafür Sorge tragen, dass keine Autos mehr trotz Rotlicht an der Fußgängerampel bei der Schule vorbeifahren.

Dirk Breitfuß

Quelle: rosenheim24.de

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