Traumwetter bei Priener Marktfest

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Mit der Sonne um die Wette strahlten schon zu Beginn Skiclub-Vorstand Dr. Richard Fricke, sein Stellvertreter Christian Wöhrer, Bürgermeister Jürgen Seifert, Miss Herbstfest Verena Pritscher, Trachtenvereinsvorstand Klaus Löhmann und Bräu Dietrich Sailer (von links). 

Prien - Trachtenverein und Skiclub Prien haben ein glückliches Händchen bewiesen. Vor einer Woche hatten sie ihr gemeinsames Marktfest kurzfristig verschoben, weil es zu kühl und Regen angekündigt war.

Gestern wurden sie bei der 27. Auflage vom "Fest der Feste", wie es die Einheimischen wegen seiner Anziehungskraft in der ganzen Region nennen, mit strahlend blauem Himmel belohnt.

Mit vier Schlägen zapfte Bürgermeister Jürgen Seifert Punkt 12 Uhr mittags das erste Fass an und rief ein "Ozapft is" in die Runde. "Das passt zum nassen Sommer, das war ein Spritzer zuviel", bekannte er anschließend selbstkritisch, obwohl es beim dritten und vierten Schlag schon trocken blieb. Nach ihm begrüßte die Miss Herbstfest die schon zahlreichen Besucher. Bei ihrem fröhlichen "Griaß eich beinand" war Verena Pritscher die Vorfreude anzuhören. Ab Samstag hat die 20-Jährige Prienerin 16 Wiesn-Tage in Rosenheim vor sich.

Gestern konnte sie schon etwas Volksfest-Atmosphäre schnuppern. Unmittelbar nach dem Anzapfen verbreiteten die gleich einmal die Blaskapelle Prien mit ihrem "Prosit der Gemütlichkeit" und dem Bayerischen Defiliermarsch sowie die Priener Böllerschützen mit einem lauten Salut.

Am Randes des Festes überreichte Seifert kurz darauf als Zeichen dafür, dass Prien stolz auf "seine Miss Herbstfest" ist, Verena Pritscher einen Wellness-Gutschein für einen Tag im Prienavera - zur Erholung nach der Wiesn mit Massage und allem Drum und Dran.

Das Brauerei-Gespann des Hofbräuhauses Traunstein mit vier prächtig herausgeputzten Rössern und 49 Holzfässern verlieh der Eröffnung zusätzlichen Glanz und war ein begehrtes Foto-Motiv, besonders für die Touristen, die in den Anfangsstunden wohl die Mehrheit der Besucher bildeten. Viele Einheimische nutzten den Tag für ein Sonnenbad und kamen erst gegen Abend in die "gute Stube" Priens.

Die Vorstände der veranstaltenden Vereine, Klaus Löhmann vom Trachtenverein und Dr. Richard Fricke vom Skiclub, strahlten angesichts der äußeren Bedingungen mit der Sonne um die Wette. Wegen der Hitze war die Nachfrage nach kühlenden Getränken von Beginn an gut. Die zivilen Preise - eine Maß Bier kostet schon seit Jahren unverändert nur 5,90 Euro, eine "Halbe" Limo, Wasser und andere antialkoholische Getränke 2,30 Euro - taten ein Übriges dazu, dass sich die vier Vertreter der "Priener Wirte Elf" ("Alpenblick", "Mesner Stub'n", "Wieninger-Bräu" und "Fischer am See") über mangelnde Nachfrage nicht beklagen konnten. Ihr Angebot umfasste überwiegend traditionelle bayerische Speisen wie Schweinsbraten und -haxn sowie Hendl, aber auch internationale Kost wie "Graved Lachs" und eine "kreolische Nudelpfanne". Von Anfang an weg wie warme Semmeln gingen die Steckerlfische.

Besonders begehrt waren anfangs die etwas kühleren Plätze im Schatten der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Neben dem Maibaum hatten die Veanstalter erstmals drei große, Schatten spendende Zeltdächer über die Bierbankreihen gespannt.

Wer eine Ratsch-Pause einlegen und sich etwas die Beine vertreten wollte, konnte beim "Königlich bayerischen Biathlon" mit Plastikbällen auf (auf Scheiben aufgemalte) Gesichter der Vereinsvorstände werfen, am "Glückshafen" des Roten Kreuzes sein Losglück oder am Schießstand seine Treffsicherheit erproben.

Die Schulstraße war das Revier der Kinder. Dort standen unter anderem "Bobbycars", "Pedalos" und Stelzen bereit sowie ein Fußballtor mit einer Torschuss-Geschwindigkeits-Messanlage. Warteschlagen bildeten sich bald am Kinderkarussell und beim Kinder schminken neben der Taufkapelle.

Auf bayerische Klänge mussten auch die Gäste nicht verzichten, die sich in der (für den Verkehr gesperrten) Schulstraße und westlich der Kirche niedergelassen hatten. Dort spielten "Blech-Datschi" beziehungsweise die "Stoabach Buam" auf.

Besonders oft klickten die Fotoapparate der Touristen bei den Auftritten der Kinder-, Jugend- und Aktivengruppe des Trachtenvereins.

Schon am Nachmittag konnten sich die Veranstalter bestätigt fühlen, dass sie das Fest trotz des großen Aufwands um eine Woche verschoben hatten. Immerhin hatten viele der über 120 Helfer beider Vereine schon am Freitag und Samstag mit angepackt, um zwei Bühnen zu bauen, 380 Biergartengarnituren aufzustellen, unzählige Meter Kabel zu verlegen und vieles mehr.

Gegen Abend füllten sich die Plätze dann mehr und mehr. Das Marktfest war bei Redaktionsschluss noch lange nicht zu Ende.

Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

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