Traditioneller Georgi-Ritt in Traunstein

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Traunstein - "Nach Ettendorf wir reiten, wie zu Väters Zeiten":  Im 120. Jahr veranstaltete der St. Georgs-Verein am Ostermontag den größten Pferdeumritt in Bayern. *Neu: Video*

Der größte und bekannteste Pferdeumritt in Bayern ist der Georgi-Ritt in Traunstein, dessen Ursprung auf das Jahr 1892 zurückreicht. Traditionell bittet die Bevölkerung am Ostermontag, um den Segen für Ross und Reiter.

"Hie gut allweg, alten Brauches Pfleg, nach Ettendorf wir reiten, wie zu Väters Zeiten." Mit diesem Spruch als der Herold (Albert Schied 1. Vorsitzender) seinen Stab erhob setzte sich am Ostermontag, um 10 Uhr auf dem Stadtplatz in Traunstein der Georgeritt zum Ettendorfer Kircherl mit 397 festlich geschmückten Pferden in Bewegung. Bereits im Mittelalter war der Herold für die Einhaltung von Brauch und Sitte verantwortlich.

Traunsteiner Georgi-Ritt 2012: Teil 1

Am Ettendorfer Kircherl empfingen Ross und Reiter ihren Segen. Eine besondere Tradition hat sich in Traunstein mit dem Georgi-Ritt erhalten. Der Ritt ist ein farbenfrohes Historienspiel und lebendiger Brauchtum. Daher ist es selbstverständlich, dass der Herold auch heute noch den Zug anführt, der von der historischen Traunsteiner Altstadt hinauf zum rund zwei Kilometer entfernt gelegenen Ettendorfer Kircherl zieht.

Schutzpatron der Reiter und Bauern, Pferde und Tiere

In der Mitte des Zuges reitet der Heilige Georg auf einem Schimmel. Er ist der Schutzpatron der Reiter und Bauern, der Pferde und Tiere. Er wird auch Osterritt genannt und aus religiöser Sicht kann er mit dem Emmausgang der Jünger verglichen werden.

Traunsteiner Georgi-Ritt 2012: Teil 2

Sicher war er für die Bauern in erster Linie das Erbitten des Segens Gottes für Vieh und Arbeit zum anbrechenden Frühjahr, er kann aber auch als Ausdruck gedeutet werden, das die ganze Schöpfung in die Erlösungsbotschaft der Bibel hineingenommen ist.

Traunsteiner Georgi-Ritt 2012: Teil 3

Höhepunkt des Georgiritt ist der historische Schwertertanz, symbolisiert den Sieg des Frühlings über den Winter, der auf dem Stadtplatz um 9.30 Uhr aufgeführt wurde. Der Ostermontag 2012 wird in die Geschichte des Brauches eingehen, denn zum ersten Mal tanzte ein Nicht-Traunsteiner den Schwerttanz und war somit einer der 16 Recken, die dem Winter den Garaus machen. Das hat es in der langen Geschichte des Traunsteiner Schwerttanzes noch nicht gegeben.

Jeremy Carter-Gordon: Der erste nicht-Traunsteiner Schwerttänzer

Seit Anfang März arbeitete Student Jeremy Carter-Gordon, gebürtig in Boston/Massachusetts, bei den wöchentlichen Proben mit. Jeremy Carter-Gordon studiert Ethnochoreologie und Musikethnologie am Bart Collage in Annandale-on-Hudson, New York. Im Rahmen eines einjährigen Stipendiums erforscht er als einer der ersten überhaupt, die unterschiedlichen Schwerttänze in ganz Europa.

Zu diesem Zweck machte Jeremy für sechs Wochen Station in Traunstein, um am Ostermontag einer von 16 Tänzern zu sein, die am Stadtplatz den Frühling auf das Schwert hoben. Der Schwerttanz wurde 1530 erstmals urkundlich erwähnt und 1926 zum 800. Stadtjubiläum von Traunstein quasi wieder entdeckt. Damals wie heute zog der Osterritt mehrere tausend Zuschauer an, die die Straßen und Wege säumen.

BRK und Feuerwehren aus Traunstein und Surberg sowie die Polizei gaben bekannt, dass es zu keinerlei Vorkommnisse gekommen sei. Das schöne Wetter lockte mehrere tausend Zuschauer an den Straßenrand.

kaf

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