"Trimm-Dich"-Pfad soll reaktiviert werden

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Prien - Die Spuren des "Trimm-Dich"-Pfades im Eichental erkennen wohl nur noch ein paar Einheimische. Wenn es nach der SPD-Fraktion geht, soll er jetzt reaktiviert werden.

Deren Antrag folgte der Marktgemeinderat am Mittwochabend, als er einstimmig sowohl eine Planung als auch eine Kostenschätzung bei der Verwaltung in Auftrag gab.

Der "Trimm-Dich-Pfad" war lange in Vergessenheit geraten, morsche Baumstämme am Boden erinnern an Zeiten, als Gesundheitsbewusste sich dort dehnten und streckten.

Das änderte sich vor gut einem Jahr, als die Firma "Müller Milch" damit lockte, auf einem wenige hundert Quadratmeter großen Areal einen Fitnessparcours mit Geräten zu bauen. Die Priener Tourismus GmbH (PTG) hatte bei einem Wettbewerb des Unternehmens mitgemacht und gehörte zu den Siegern.

Der Bauausschuss hatte zunächst erfreut zugestimmt. Wenige Wochen später vollzog der Marktgemeinderat aber eine Kehrtwende. In der Zwischenzeit hatten einige informierte Räte, die gleich dagegen gestimmt hatten, ihre Kolleginnen und Kollegen über umstrittene Geschäftspraktiken des Sponsors aufgeklärt.

Schon damals hatte Alfred Schelhas (SPD) alternativ angeregt, den verfallenen Fitnessparcours wieder herzurichten. Nun war diese Idee in einen schriftlichen Antrag gemündet: "Der ehemalige Trimm-Dich-Pfad im Eichental auf einer Länge von zirka 3,5 Kilometern und mit zirka 15 Stationen wird wiederhergestellt." Die Planung soll eine Projektklasse des Ludwig-Thoma-Gymnasiums (LTG) übernehmen. Dessen Leiter Günther Madsack und Projektbetreuungslehrer Otmar Czadel hätten auf seine Anfrage hin bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, berichtete Schelhas.

Der Parcours solle auch nicht in alter Form wieder aufgebaut, sondern nach neuen medizinischen Gesichtspunkten ausgestattet werden, betonte Schelhas.

Unterstützt werden sollen die Gymnasiasten von einem Physiotherapeuten der Klinik St. Irmingard. Diese Hilfe wiederum habe deren Geschäftsführer Dietolf Hämel schon im vergangenen Jahr angeboten.

Weil die Kosten für einen größeren Fitnesskurs im Eichental "wesentlich höher" wären als beim "erfolgreich verhinderten" Parcours von "Müller Milch" sollten Schelhas zufolge vor allem aus dem Kreis der örtlichen Kliniken und Ärzte Sponsoren geworben werden. Zusätzlich will die Gemeinde versuchen, Gelder aus dem Programm "Vision Olympic" des Deutschen Sportbunds abzugreifen.

Für den Fall, dass sich nicht genug Geldgeber finden, soll aber die Verwaltung eine Kostenschätzung vornehmen.

Genau dieser Punkt war es dann auch, der in der Diskussion die dominierende Rolle spielte. Die CSU hatte schon im Vorfeld der Sitzung schriftlich eine Verkleinerung des Parcours vorgeschlagen, schloss sich aber dann allen anderen Räten und der Vorgehensweise an, nach Vorlage von Planung und Kostenschätzung endgültig zu entscheiden.

Eine weitere Möglichkeit, Gelder aufzutreiben, will Joachim Bensemann, bis vor kurzen Zweiter Vorsitzender beim örtlichen Kneipp-Verein, bei dessen Dachverband abklopfen.

Nach der Prämisse "Lieber keinen Parcours als einen, der nicht gepflegt wird", gab Anton Schlosser (CSU) Bürgermeister und Verwaltung mit auf den Weg, auch die Kosten zum Unterhalt einer solchen Anlage in ihre Kalkulation einzubeziehen.

Werner Waap (BfP) schließlich mahnte, bei der Planung ein besonderes Augenmerk auf eine "dezente Einpassung in die Landschaft" zu legen, weil diese heutzutage ohnehin tendenziell "beschildert und zu möbliert wird".

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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