Trinkwasser-Förderung wurde genehmigt

Rimsting/Prien - Der Zweckverband "Wasserversorgung Chiemseegruppe" erhielt für weitere zehn Jahre die Genehmigung für die Förderung von Trinkwasser aus den drei Brunnen in Aiterbach.

Diese Mitteilung machte der Vorsitzende, Rimstings Bürgermeister Josef Mayer, in der jüngsten Verbandssitzung im Betriebsgebäude in Guggenbichl (Gemeinde Rimsting). Allerdings, so der neue Vorsitzende - die Führung wechselt zwischen Prien und Rimsting immer zur Hälfte der Legislaturperiode -, habe es viele Jahre gedauert. Es hätten mehrere Gutachten erstellt werden müssen, bis die Genehmigung endlich erteilt worden sei.

Erstmals sei der Genehmigungsbescheid, so Mayer weiter, aus Gründen des Naturschutzes mit einer Auflage verbunden worden. So müsse der Verband jetzt alle zwei Jahre ein Gutachten über die Auswirkungen der Wasserentnahme auf Flora, Fauna und Habitus erstellen.

Der Zweckverband fördert Trinkwasser aus drei Brunnen in Aiterbach (Gemeinde Rimsting) und liefert das kostbare Nass zu den beiden Hochbehältern in Rimsting und Prien. Der Verband versorge außerdem Ortsteile weiterer Gemeinden, auch die Kommunen Breitbrunn und Gstadt sowie die Fraueninsel. 16.000 Einwohner erhalten laut Mayer Trinkwasser in hervorragender Qualität.

Haushalt verabschiedet

Die Verwaltung des Verbandes liegt in den Händen der Gemeinde Rimsting, dessen Kämmerer Martin Obermüller den Haushaltsplan für 2011 erläuterte. Die Ausgaben werden zum größten Teil über die Wasserverkäufe an Prien und Rimsting finanziert. Einstimmig verabschiedeten die Räte den Etat.

Der Gesamthaushalt hat einen Umfang von 272.000 Euro. Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 230.000 Euro sind im laufenden Geschäft vorgesehen, 42.000 Euro für Investitionen. Letztere beinhalten aber nur mehr die Tilgungsraten für die Kredite für die durchgeführte EDV-Installierung in der Wasserversorgung und den Kostenanteil des Zweckverbandes an der Sanierung des Hochbehälters des Marktes Prien am Höhenberg.

Den Fehlbetrag von 269.000 Euro müssen die beiden Kommunen schultern. Aus der Betriebskostenumlage ergibt sich ein Wasserpreis von rund 16 Cent (Vorjahr 0,125 Cent) pro Kubikmeter. Der Wasserverkauf an Prien stieg 2010 um 24 Kubikmeter auf 1,25 Millionen Kubikmeter. Er fiel in Rimsting um 74.000 auf 386.000 Kubikmeter. Mayer führte diese Verminderung auf die Verbesserung des Leitungssystems zurück. Der geringe Wasserabgabepreis von 16 Cent habe aber in keiner Weise etwas mit dem Abgabepreis an die Verbraucher zu tun, so der Kämmerer. Den setzen die Gemeinden seinen Angaben zufolge selbst fest.

Im Verwaltungshaushalt haben sich gegenüber 2010 die Haushaltsansätze nur geringfügig geändert. Im Brunnen drei habe der Frequenz- umrichter repariert werden müssen, so Obermüller, wobei Kosten von 4800 Euro angefallen seien. Die beiden Gemeinden könnten sich freuen, dass sie nach der Endabrechnung der Betriebskostenumlage 2009 rund 71.000 Euro zurückerhalten.

Änderungen haben sich gemäß dem Kämmerer in der Stromsteuerabrechnung ergeben. So könne jetzt erst im Nachhinein eine Ermäßigung der Stromsteuer beantragt werden, was vorher höhere Kosten verursacht habe. Außerdem habe sich die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhöht, was bedeute, dass bei dem Jahresstromverbrauch von rund 840.000 Kilowatt Mehrausgaben von knapp 20.000 Euro anfielen.

Für die Finanzierung des Vermögenshaushaltes werden aus dem Verwaltungshaushalt 24.000 und aus der Rücklage 11.000 Euro entnommen. Kredite muss der Verband nicht aufnehmen, die Schulden schrumpfen auf 119.000 Euro.

Die Haushaltsansätze dürften sich in den kommenden drei Jahren mit Ausnahme der Stromkosten im Wesentlichen kaum ändern, so Obermüller in der Vorausschau. Allerdings werden für Untersuchungen im Rahmen der Genehmigung des Wasserschutzgebietes seinen Angaben zufolge laufend Kosten anfallen.

th/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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