738 Spender machten mit

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Inzell - Insgesamt 738 Menschen kamen zur Typisierungsaktion der Stiftung "Aktion Knochenmarkspende Bayern". Die Aktion hilft auch dem leukämiekranken Arzt Martin Mitterer.

Auf überaus große Resonanz stieß am Samstag der Aufruf der "Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern" (AKB), sich durch eine Blutabgabe als möglicher Knochenmark-/ Stammzellenspender für den an Leukämie erkrankten 30-jährigen Arzt Martin Mitterer aus Weißbach typisieren zu lassen.

Fast die Hälfte der 738 Frauen und Männer kam aus Inzell und Weißbach, die übrigen Spender aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und auch Rosenheim. Zur Deckung der Unkosten wurden während der Aktion im Rathaus insgesamt 6238 Euro gespendet.

Der Vater des Krebspatienten, Johann Mitterer, die Koordinatorin des AKB, Manuela Ortmann, deren Geschäftsleiter Dr. Hans Knabe und BRK-Bereitschaftsleiter Hubert Pointner freuten sich über die überwältigende Beteiligung und das hohe Spendenaufkommen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Verantwortlichen des AKB von der hervorragenden Vorarbeit - angefangen von der Kommunikation der Aktion bis zu deren Durchführung, die Johann Mitterer mit der Familie und vielen, vielen Freunden und Helfern geleistet hat. Erfreulich sei auch das Durchschnittsalter der Spender mit 30 Jahren gewesen. Dies zeige das großes Verantwortungsbewusstsein, insbesondere bei den jungen Menschen.

Nach Manuela Ortmanns Angaben wird die Auswertung der Blutproben zirka sechs bis acht Wochen in Anspruch nehmen. Momentan ist der gesundheitliche Zustand von Martin Mitterer, nach einer Antibiotikabehandlung und einer Blutübertragung, nach Aussagen seines Vaters relativ stabil. Der am Kreiskrankenhaus Ebersberg tätige Mediziner konnte aus diesem Grund auch aus der Klinik entlassen werden. Alle hoffen nun, dass dieser Zustand anhält, bis ein geeigneter Spender gefunden ist und die Chemobehandlung begonnen werden kann.

Bundesweit sind laut Dr. Knabe gerade einmal zehn Prozent der Bundesbürger, also etwa vier Millionen, in den 30 deutschen Spenderdateien erfasst. In Bayern allein haben sich 240.000 Menschen typisieren lassen, weltweit 14 Millionen Frauen und Männer. Dies seien aber immer noch viel zu wenige, betont Dr. Knabe. Hier müsse noch viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Insgesamt waren elf Mitarbeiter des AKG sowie 25 der BRK-Bereitschaft Inzell, verstärkt durch Arzthelferinnen der Gemeinde und dem Umkreis mit der Erfassung der Spenderdaten und der Blutabnahme befasst. Freunde und Verwandte kümmerten sich zudem um die Verköstigung der Spender oder standen an den Parkplätzen zur Einweisung bereit. Die Getränke und die Brotzeiten für die Spender und die Helfer wurden von Betrieben aus Inzell und der näheren Umgebung kostenlos zur Verfügung gestellt. Immer wieder trafen zudem selbst gebackenen Kuchen im Rathaus ein.

Zuversichtlich gestimmt, bedankte sich Johann Mitterer im Namen seines Sohnes und seiner Familie bei allen Spendern, bei den beiden Bürgermeistern Martin Hobmaier aus Inzell und Klaus Bauregger aus Schneizlreuth für die Unterstützung und bei allen Helfern, die sich in irgend einer Weise an der Typisierungsaktion beteiligt haben.

wb/Chiemgau-Zeitung

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