355-mal Nein gegen Altenheim-Standort

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Waltraud Knaier-Thullner (links) und Erika van Gorkum überbringen Bürgermeister Marc Nitschke die Listen mit 355 Unterschriften gegen den Altenheim-Standort "Beste Wiese".

Übersee - 355 Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift gegen den vom Gemeinderat beschlossenen Altenheim-Standort auf der "Beste Wiese" ausgesprochen.

"Bewahren Sie diesen schönen Park in unserer Ortsmitte für die Allgemeinheit." Diesen Appell richteten Erika van Gorkom und Waltraud Knaier-Thullner an Bürgermeister Marc Nitschke bei der Übergabe von Unterschriftslisten im Rathaus. 355 Bürger hatten sich darin gegen den vom Gemeinderat beschlossenen Altenheim-Standort auf der "Beste Wiese" ausgesprochen.

Nach der jüngsten Entwicklung der jahrelangen Bemühungen um ein Altenheim in Übersee hatte der Gemeinderat am 10. Juni die Grundsatzentscheidung gefasst, dass "man sich den Verkauf einer Teilfläche der 'Beste Wiese' für ein Alten- und Pflegeheim grundsätzlich vorstellen kann". Bei dieser Teilfläche handelte es sich um ein etwa 3000 Quadratmeter großes Grundstück. Schon kurze Zeit später, am 29. Juli, wurde das Pflegekonzept für ein 40-Bettenhaus eines regionalen Investors abgesegnet. Beide Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Trotz dieser Einigkeit formierte sich in den vergangenen Wochen ein zunehmender Widerstand gegen den Standort "Beste Wiese". Zwei der Hauptgesichtspunkte hatten Knaier-Thullner und van Gorkom bei ihrer dreiwöchigen Unterschriftensammlung und vielen Gesprächen ausgemacht.

Zum einen beeinträchtige der Standort mit seinem starken Lärm und Erschütterungen sowie der Gefährdung durch die unmittelbare Bahnnähe mit dem ständigen Zugverkehr bei Tag und Nacht in hohem Maße die Lebensqualität der alten Menschen gerade in ihrer letzten sensiblen Lebensphase. "Viele Bürger haben betont, aus diesen Gründen dort niemals hinziehen zu wollen oder ihre Angehörigen hinzubringen", sagte Knaier-Thullner. Zum anderen wünschten sich viele Überseeer - gerade auch Kinder und Jugendliche - "den mit sehr viel Liebe eingerichteten Park für alle Bürger zu erhalten".

Bürgermeister Nitschke nahm die Listen mit dem Hinweis entgegen, dass sich auch viele Bürger positiv über den Standort "Beste Wiese" geäußert hätten. Ei-ne "Gegen-Unterschriften-Aktion" sei offenbar schon im Gange.

Außerdem betonte Nitschke, "dass die 'Beste Wiese' bisher die einzige Option für ein Altenheim ist, weil das Grundstück verfügbar, zentrumsnah und für zwei Betreiber interessant ist". Er gab sich aber auch durchaus offen für andere Standorte, "wenn sie verfügbar sind und eine Ortsanbindung haben". In Anspielung auf die kursierenden Gerüchte von 15 möglichen Alternativstandorten stellte der Bürgermeister klar: "Bisher sind mir keine Alternativen genannt worden."

Auf das von Knaier-Thullner ins Gespräch gebrachte, ehemals für ein Altenheim vorgesehene Grundstück am Albererweg, ging der Gemeindechef nur kurz ein, "weil hier bereits die Bebauungsplanänderung für ein Wohngebiet im Gange ist".

Wie Bürgermeister Nitschke zur Chiemgau-Zeitung sagte, wird sich der Gemeinderat in Kürze in Stephanskirchen über das "Senioren- & Pflegeheim Leonhardihof" informieren, das einer möglichen Einrichtung in Übersee sehr nahe komme. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 14. Oktober, soll dann das weitere Vorgehen besprochen werden.

vd/Chiemgau-Zeitung

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