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Musik und Kultur

Die Jagd nach dem schwarzen Gold – Neues Konzept beim Überseer Schallplattenladen Vinylnerds

Inhaber Rico Böhme in den hellen Räumlichkeiten von Vinylnerds in Übersee.
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Inhaber Rico Böhme in den hellen Räumlichkeiten von Vinylnerds in Übersee.

Gerade mal einen Katzensprung vom alten Standort entfernt, feiert Vinylnerds Neueröffnung. So viel Stimmung können die Kunden erwarten.

Übersee – 2010 eröffnete Rico Böhme seinen Plattenladen „Vinylnerds“ in Übersee Gerade ist er zum zweiten Mal damit umgezogen und geht am heutigen Freitag mit neuem Konzept an den Start. Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen berichtet der 43-Jährige vom anhaltenden Schallplatten-Boom, der zu Gründungszeiten alles andere als absehbar gewesen sei, und davon, was die Kunden künftig erwartet.

Besonders weit sind Sie mit Ihrem Laden nicht gekommen. Sind das überhaupt 15 Meter Luftline zum alten Standort?

Rico Böhme: Eher 8,50 Meter. Aber es kommt ja auf die inneren Werte an.

Und die haben sich geändert?

Böhme: Auf jeden Fall. Wer meinen alten 35-Quadratmeter-Laden kennt und jetzt den neuen Laden mit seinen rund 100 Quadratmetern sieht, weiß warum wir umgezogen sind (lacht). Es war einfach viel zu eng.

Wann erwarten Sie die ersten Kunden zur Neueröffnung?

Böhme: Am Freitag, den 23. September um 15 Uhr geht‘s los. Es haben sich schon so viele angekündigt... Die ganzen Stammkunden haben schon leichten Entzug. Ich aber auch (lacht). Schon während der Umzugsmonate sind die Leute immer wieder dagestanden und haben gefragt, wann es denn endlich losgeht.

Neu ist nicht nur der Standort, sondern auch das Konzept, oder?

Böhme: Das stimmt. Es wird ab Oktober jeden Mittwoch ab 19 Uhr oder auch früher (lacht) ein After-Work-Event geben, bei dem ein DJ auflegt. Vinyl only“ natürlich. Das soll einfach ein gemütliches Zusammensein werden zum Fachsimpeln. Und dann wird es unregelmäßig kleinere In-Store-Konzerte geben. Starten wollen wir im November mit der Überseer Blues-Rock-Band Reverend Stomp. Die Ankündigungen gibt‘s bei uns auch auf Facebook und Instagram.

Wer ist nun „vinylverrückt“ – sind Sie das, oder sind es Ihre Kunden?

Böhme: Beide (lacht). Wenn ich nicht so bekloppt wäre, würde es den Laden nicht geben. Viele haben zur Eröffnung 2010 gefragt, ob ich bescheuert sei. Denn Vinyl war damals tot. Sogar die DJs sind damals von Platte auf CD und digital umgestiegen. Doch die Schallplattenverrückten braucht es genauso.

Gibt es etwas, was all Ihre Kunden eint?

Böhme: Die Kundschaft hat sich in den letzten zehn Jahren wahnsinnig gewandelt. Vom 15-jährigen Mädel bis zum 80-jährigen Rentner ist alles dabei. Doch alle haben eine Liebe zur Platte, und das unabhängig vom individuellen Musikgeschmack.

Was ist der besondere Reiz am Hören von Schallplatten?

Böhme: Sich die Zeit zu nehmen, die Musik zu hören. Eine Platte legt man auf und sie läuft durch. Da steht man nicht auf, weil einem der dritte Titel auf der B-Seite nicht gefällt und „skippt“ vor, wie man es beim Streamen machen würde.

Und das ist ein Vorteil?

Böhme: Ich denke schon. So gibt man dem Musikstück eine Chance, die man sonst vertun würde, bloß weil einem die ersten zehn Sekunden nicht gefallen. Mir geht es heute noch so, dass ich auf Platten, die ich schon 20 Jahre kenne, krasse Musikstücke entdecke. Viele Schallplattenkäufer schätzen auch die einzigartige Haptik des Covers. Dann ist vielleicht noch ein aufwendig gestaltetes Booklet dabei... All das gibt es beim Streamen nicht.

Was benötigt man für den Einstieg ins Plattenhören?

Böhme: Das kommt drauf an. Wenn man gar nichts hat, kann man zu einem Set mit Plattenspieler, Verstärker und zwei Lautsprechern greifen. Ab 400 bis 500 Euro erhält man ein ordentliches Einsteiger-Set. Nach oben hin gibt es praktisch keine Grenzen.

Was ist das teuerste Stück, das Sie jemals verkauft haben?

Böhme: Vielleicht nicht das teuerste, aber das für mich interessanteste Teil war ein Kopfhörer-Vorverstärker für rund 9 000 Euro. Da war mir selbst nicht klar, was das Teil eigentlich kann.

Wie schaut ein normaler Tag im Laden aus?

Ich bin nicht jeden Tag im Laden. Unser Hauptbusiness ist der Onlinehandel. Geöffnet haben wir aber von Mittwoch bis Freitag jeden Nachmittag und neu auch am Samstagvormittag. Für mich ist der Laden vor allem ein entspannter Ort – ein Ort, an dem meine Kunden und ich fachsimpeln können. Ich habe hier zwar auch ein Telefon, aber das ist ausgeschaltet (lacht).

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