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So sehen die Pläne aus

Ein schlichter Hochkaräter für Feldwies: Grünes Licht für den neuen Chiemgauhof

Das bestehende Gebäude mit dem Biergarten zur Seeseite.
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Das bestehende Gebäude mit dem Biergarten zur Seeseite.

Ein Hotelprojekt am Chiemsee – Einheimische und Naturschützer kriegen da schnell mal Schnappatmung. Nahezu geräuschlos läuft hingegen das Verfahren um den neuen Chiemgauhof. Was geplant ist und warum es nur eine Gegenstimme gab.

Übersee – Das Überseer Chiemseeufer wird teilweise ein neues Gesicht bekommen. Eines der prägendsten Gebäude, der Chiemgauhof, wird abgerissen und neu gebaut. Der Bauausschuss gab in seiner jüngsten Sitzung mit der Gegenstimme von Hans Thullner (Die Grünen) grünes Licht zu dem Bauvorhaben.

Der langjährige Eigentümer des Chiemgauhofs, Christoph Imdahl, hat sein Hotel und Restaurant Anfang des Jahres an Dieter Müller verkauft. Das Vorhaben liegt innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans „Chiemseeufer“, das ein Hotel und Restaurant mit maximal drei Vollgeschossen zulässt. Nach Informationen der OVB-Heimatzeitungen handelt es sich um einen Entwurf von Matteo Thun.

Wie Bürgermeister Herbert Strauch (FBL) in der Sitzung sagte, sei das Projekt im Vorfeld der Antragstellung mehrfach mit ihm, dem Bauwerber und der Baubehörde im Landratsamt Traunstein abgestimmt worden. Das Ergebnis entspricht von den Ausmaßen her im Wesentlichen dem Bestand.

Natursteinsockel und Holzschalung

Das Hotelgebäude soll einen Natursteinsockel und eine Holzschalung im Erd- und Obergeschoss erhalten. Die Dacheindeckung ist mit Holzschindeln vorgesehen. Insgesamt sind 28 Räume mit 56 Betten geplant.

Die Planung für die Fassade des neuen Gebäudes zum Ufer hin.

Die Gaststätte soll innen mit 240 Plätzen und auf der Freischankfläche mit 160 Plätzen ausgestattet werden. Die nach der Garagen- und Stellplatzverordnung notwendigen Parkplätze seien laut Antrag vorhanden.

Für geringfügige Änderungen hat der Bauwerber Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes beantragt. So soll im Mittelteil des Hotelgebäudes die Baugrenze um circa 25 Zentimeter überschritten werden.

Außerdem will man die zulässige Höhe der Aufschüttungen von 50 auf 70 Zentimeter anheben, sodass die Oberkante vom Fertigfußboden 20 Zentimeter über dem Hochwasserpunkt liegt. Zusätzlich zu den bereits festgelegten Satteldächern hat die Gemeinde in den Vorgesprächen zwei Zwerchgiebel am Hauptgebäude und statt der naturroten oder rotbraunen Eindeckung Holzschindeln vorgeschlagen.

So soll der künftige Chiemgauhof von der Straßenseite her aussehen.

Das Gremium nahm die Planung durchwegs positiv auf, zumal der Biergarten und die wertvollen Bäume erhalten bleiben.

Außerdem hatte Bürgermeister Strauch darauf hingewiesen, dass die Gemeinde die Widmung für einen durchgehenden Weg am Seeufer besitzt. Nach etlichen Abstimmungsgesprächen sei vom Landratsamt grünes Licht – auch für die beantragten Befreiungen von den Baugrenzen – signalisiert worden.

„Feinfühlige Planung“

Zustimmung äußerten die Gemeinderäte Stefan Haneberg (GfÜ) und Rupert Kink (CSU), weil die Planung genau dem bestehenden Baurecht entpricht. Und Paul Stephl ((FBL) sprach sogar von einer „feinfühligen Planung“, die sich in die Umgebung einfüge.

Haneberg begrüßte darüber hinaus die Planung „mit viel Holz und dem Erhalt von Bäumen“ und sagte: „Damit kann man leben.“ Leo Segin (GfÜ) sah es als großen Vorteil an, „dass der Biergarten erhalten bleibt“.

Nur Hans Thullner (Die Grünen) war gegen das Bauvorhaben. Er erinnerte wegen der seiner Meinung nach „massiven Bebauung“ an frühere Bürgerentscheide. Wie Projektleiter Franz Wiessler auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, rechne man damit, dass bis zum Herbst die Baugenehmigung vorliegt. Dann soll zügig der Abriss vorgenommen und anschließend mit den Rohbauarbeiten begonnen werden. „Ziel ist es, dass wir dann zum Start der Sommersaison 2024 fertig sind“, so Wiessler.

Über Matteo Thun

Ein Stararchitekt, der kein Designer sein will – das ist Matteo Thun. Der gebürtige Südtiroler ist ein Architekt von Weltruhm und hat diverse Preise und Auszeichnungen für sein Schaffen erhalten. Geschaffen hat er neben zahlreichen Gebäuden auch die Einrichtung der Vapiano-Restaurants und die ikonischen Illy-Espressotassen. In der Region ist Thun bekannt für die Holz-Reihenhäuser im Bad Aiblinger Parkgelände. Anders als viele seiner Kollegen setzt Thun auf Zurückhaltung und Zeitlosigkeit. Thun ist ein Vorreiter, was nachhaltiges Bauen angeht. Seinen Porsche habe er vor Jahren verkauft. Seitdem nimmt er Medienberichten zufolge das Fahrrad ins Büro.

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