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Konzertsaal saniert, aber noch „Corona-Scherben zusammenzukehren“

Freiraum Übersee plant Neustart, aber: „Freie Kulturszene nach wie vor im Überlebenskampf“

Florian Ober vom Freiraum in Übersee
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Florian Ober, einer der fünf ehrenamtlichen Vorstände vom Freiraum in Übersee.

Ein Verein, ehrenamtliche Aktive und eine Konzertbühne für alle - Institutionen wie der „Freiraum“ in Übersee sind zu einem seltenen Juwel geworden. Jetzt hofft Florian Ober auf einen Neustart, auch wenn man noch lange beschäftigt sein wird, die „Corona-Scherben zusammenzukehren“.

Übersee - Neue Böden, neue Bühne, neue Beleuchtung, neue Soundanlage - der Konzertsaal im Freiraum in Übersee ist frisch herausgeputzt. Alle wären bereit und Florian Ober sowieso: „Ich glaube, die Leute sind gleich wieder da. Vor allem die Jungen sind brutal heiß“, so der Vereinsvorstand beim Besuch von chiemgau24.de. Ober wünscht sich nichts mehr, als einen gelungenen Konzert-Neustart am letzten März-Wochenende. „Im besten Fall mit einer vollen Auslastung, ohne Maske und ohne G-Kontrollen“, so Ober. Aber ob es soweit kommt?

Freiraum in Übersee: Konzert-Neustart nach Corona-Pause

Auch wenn die Zahlen von den Intensivstationen relativ stabil erscheinen, die Corona-Neuinfektionen liegen auf Rekordniveau. Derzeit ringt die Politik hart um den künftigen Kurs. „Die Kulturbranche hat es mit am härtesten getroffen. Wir brauchen endlich wieder einen normalen Betrieb“. Auch wenn es heuer locker laufen sollte und eine denkbare, neue Corona-Welle im Herbst ausbleibt, „werden wir dieses Jahr damit beschäftigt sein, die Scherben zusammenzukehren“. Für die freie Kulturszene könne es Jahre dauern, die Corona-Schäden aufzuarbeiten, schätzt Florian Ober.

Der renovierte Konzertsaal im Freiraum Übersee.

Die Szene befände sich noch immer im Überlebenskampf“, so Florian Obers harte Einschätzung. Gestützt wurde er in dieser Aussage jüngst beispielsweise auch von der Leiterin der Wunsiedler Luisenburg-Festspiele, Birgit Simmler. Die Kulturbranche werde „ein, zwei Jahre“ brauchen, um sich zu erholen. Denn viele, die beruflich dort aktiv sind, hätten der Szene den Rücken gekehrt: Nicht nur Künstler, sondern auch Mitarbeiter von Regie und Technik oder Autoren. „Ich weiß nicht, ob sie zurückkommen“, so Simmler. Im Überseer Freiraum läuft alles ehrenamtlich. 457 Mitglieder hat der Verein, fünf bis zehn Prozent davon gehören zu den Aktiven. „Wir finanzieren uns alles selbst, über Mitgliedsbeiträge und die Einnahmen bei Veranstaltungen“, so Ober stolz.

„Um kleine, freie Bühnen kommt kein Musiker drumherum“

Voriges Jahr probierte man es im Freiraum mit abgespeckten Open-Airs auf dem benachbarten Deutz-Gelände oder kleineren Aktionen im Biergarten. „Aber unser oberster Vereinszweck sind Club-Konzerte“, so der Vorstand. Im Normalfall gibt‘s von Herbst bis ins späte Frühjahr ein bis zwei Konzerte pro Woche im Freiraum. „Für sowas gibt es nicht mehr viele Angebote im Landkreis“, weiß Ober. „Wir stehen allen offen. Wir sind so eine Bühne, auf der alle großen Künstler irgendwann zum ersten Mal gestanden sind. Um kleine, freie Bühnen kommt am Anfang keiner drumherum.“

Aber nicht alles dreht sich um Live-Musik. Man hat ein Produktionsstudio und Probemöglichkeiten für Bands, eine Zusammenarbeit mit Musikschulen der Region steht. „Und in Zukunft wollen wir auch wieder mehr Vorträge anbieten.“ Derweil bereitet sich der Freiraum auf einen gelungenen Neustart am 26. März vor: Deutschlands Bob-Marley-Tribute-Band Nummer Eins, „Marley‘s Ghost“, rund um Frontmann Sebastian Sturm soll dafür sorgen. Unterstützung kommt von „Mista Wicked“. „In Übersee darf es natürlich sehr gerne bzw. muss es Reggae sein“, lacht Florian Ober.

xe