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Wechselbad der Gefühle

Das sind die Gründe, warum das Gecko‘s in Übersee schließt

Vorerst geschlossen: Seit 1. April hat das Gecko‘s in Übersee seinen Betrieb eingestellt.
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Vorerst geschlossen: Seit 1. April hat das Gecko‘s in Übersee seinen Betrieb eingestellt.

Das Lokal Gecko’s in Übersee hat geschlossen. Auf Facebook und Instagram begründet der Pächter die Schließung vor allem mit den Beschränkungen während der Pandemie. Doch es gibt noch einen schwerwiegenderen Grund, warum der Betreiber das Handtuch wirft.

Übersee – Wechselbad der Gefühle: Am Donnerstag sperrte Betreiber Nexhat Salihi die Tür seines Lokals auf und begrüßte seine Gäste – zum letzten Mal. Und das bei vollem Haus, wie zu hören ist. Viele Stammgäste, bis halb vier am Morgen ging die letzte Sause im Gecko‘s, bevor Salihi zum letzten Mal zusperrte.

Lange gekämpft und durchgehalten

Wer Salihis Kommentare in den sozialen Medien verfolgt, ahnt, wie sehr die Corona-Beschränkungen an ihm genagt haben. „Auch uns hat die Corona-Krise zu schaffen gemacht, und wir können unter den Umständen, die sich über die letzten zwei Jahre gezogen haben, nicht so weitermachen“, schrieb Wirt Nexhat Salihi, den die meisten nur als Sali kennen, auf Facebook. „Wir haben lange gekämpft und lange durchgehalten, aber es ist leider einfach nicht mehr tragbar.“

Über zu wenige Gäste konnte sich der Pächter des Gecko‘s nicht beklagen. Der Laden lief, so er in Corona-Zeiten öffnen durfte. Das bestätigt nicht nur der Pächter selbst. Auch Anwohner rund um das Lokal berichten, dass der Betrieb gut gelaufen sei, allein der Biergarten sei ein Sorgenkind gewesen, da es die Leute an sonnigen Tagen dann doch eher zum Chiemsee gezogen habe.

Nur kleine Service-Mannschaft

Doch neben den Auswirkungen der Pandemie gab es noch einen weiteren Grund, der Salihi letztendlich dazu zwang, den Betrieb des Gecko‘s aufzugeben: Ihm fehlte schlichtweg das Personal. „Ich stand bei voller Bude allein in der Küche“, berichtet er, dass er mit einer relativ kleinen Service-Mannschaft den kompletten Betrieb über geraume Zeit wuppen musste. Von 10 Uhr morgens bis 2 Uhr in der Nacht habe er über Tage ohne helfende Hand in der Küche gearbeitet. Etwas, das allmählich an die Substanz des Gastronomen ging, der sich nun vorerst aus der Selbstständigkeit verabschiedet.

Seine Suche nach neuem Personal sei über die vergangenen zwei Jahre im Sand verlaufen. Hinzugekommen sei, dass jüngst seine einzige Festangestellte gekündigt habe, weil sie ein Studium beginnen will.

Mit diesem Personalmangel ist der einstige Gecko‘s-Pächter nicht allein, wie der stellvertretende Traunsteiner Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands, Michael Hörterer, bestätigt. „In der Tat haben wir hier eine sehr angespannte Situation – schon vor Corona“, sagt Hörterer. Aber die Pandemie und die damit verbundenen Schließungen der Gasthäuser und Hotelbetriebe habe diese Entwicklung zum Teil noch befeuert.

Ganze Branche leidet unter Personalmangel

Auch, weil in der Branche Arbeitsverträge mit einer Umsatzbeteiligung üblich und die Einkommen entsprechend gesunken seien. Aber auch der Mangel an Fachkräften in anderen Branchen mache Gastronomen zu schaffen. Dann, wenn Kräfte aus der Gastronomie von Einzelhandel und sogar von der Industrie abgeworben würden.

Trotz der vielen Arbeit in jüngster Zeit: Salihi blickt mit Wehmut auf die gut zwei Jahre zurück, die er das Lokal betreiben durfte. Für die kommenden beiden Jahre will er zunächst als Angestellter weiterarbeiten. Aber auch einen neuen Versuch in Sachen Selbstständigkeit möchte er nicht gänzlich ausschließen.

Gecko‘s-Pächter Nexhat Sahlihi hat den Betrieb seines Lokals aufgegeben.

Jedoch frühestens dann, wenn die Corona-Pandemie wirklich ihren Schrecken verloren hat. Für das Gecko‘s in Übersee steht die Eigentümerin des Gebäudes, die Privatbrauerei Wieninger, derzeit in Verhandlungen mit einem neuen Pächter, wie von dort zu erfahren ist. Man hoffe, mit dem Gecko‘s am 1 Juni mit neuem Team wieder durchstarten zu können.

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