Meilenstein für Aircraft Philipp

Boeing schließt Fünfjahresvertrag mit Flugzeug-Zulieferer aus Übersee ab

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Meilenstein in Übersee: Staatsminister Dr. Marcel Huber (von links), Michael Hofstetter, Director Vertical Lift Programs in Deutschland bei Boeing, Rolf Philipp, Eigentümer und Geschäftsführer der Aircraft Philipp Group, und Dr. Michael Haidinger, Präsident von Boeing Deutschland mit einem Bild des Transporthubschraubers Chinook H-47 von Boeing.

Übersee - Als "Meilenstein in unserer Firmengeschichte" bezeichnete Rolf Philipp, Eigentümer und Geschäftsführer des Flugzeugzulieferers Aircraft Philipp Group den Abschluss eines Fünfjahresplans mit dem US-Flugzeughersteller Boeing.

Der Flugzeugzulieferer mit Stammsitz in Übersee am Chiemsee wird Bauteile für die weltweite Flotte des H-47 Chinook Schwerlasthubschraubers fertigen und wird zugleich Teil des etablierten Zuliefernetzwerks von Boeing.

Dieses umfasst mehr als 35 Unternehmen in Bayern und Baden-Württemberg sowie fast 100 Unternehmen in Deutschland und erbringt im Jahr Waren und Dienstleistung im Wert von 1,2 Milliarden Euro. Boeing engagiert sich in Deutschland zudem mit zahlreichen innovativen Forschungsprojekten. Die Bedeutung des strategischen "Brückenschlags von Übersee nach Übersee" durch die Aircraft Philipp Group für die bayerische Luft- und Raumfahrtindustrie hob Staatsminister Dr. Marcel Huber hervor.

"Aircraft Philipp zeichnet sich als Zulieferpartner durch Wettbewerbsfähigkeit und Qualität aus", betonte Michael Hofstetter, Director Vertical Lift Programs in Deutschland bei Boeing. "Unsere Zusammenarbeit ist bezeichnend für die besondere Expertise und Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie, die langfristige und nachhaltige Partnerschaften mit Boeing ermöglichen."

Um das deutsche Zuliefernetzwerk auszubauen, hatte Boeing im Mai einen Workshop mit 23 Unternehmen veranstaltet, der diese mit der Lieferantenauswahl und dem Bieterverfahren vertraut machen sollte. Dies ist insbesondere von Interesse, weil in der Bundeswehr aktuell die Entscheidung über die Anschaffung neuer Transporthubschrauber ansteht. Neben der Weiterentwicklung des seit 50 Jahren bewährten und auch von vielen Nato-Partnern bevorzugten H-47 Chinook von Boeing steht der CH-53K von Lockheed-Martin als Alternative zur Diskussion.

Dr. Michael Haidinger, President Boeing Deutschland, erklärte, dass Boeing sein Engagement in Deutschland kontinuierlich ausgebaut habe. In vielen Flugzeugen, Raumfahrt- und Verteidigungssystemen seien Programme und Technologie "Made in Germany" verbaut. Zur Erforschung innovativer Materialien und Produktionstechnologien habe man heuer in München zur Knüpfung neuer Netzwerke ein Forschungs- und Technologiebüro eingeweiht.

Rolf Philipp, Eigentümer und Geschäftsführer der Aircraft Philipp Group mit Bayerns Staatsminister Dr. Marcel Huber und Dr. Michael Haidinger, Präsident von Boeing Deutschland (von rechts), bei einem Werksrundgang nach der Präsentation des Vertragsabschlusses am Stammsitz des Werks in Übersee.

Sehr stolz über den Vertrag mit Boeing als Meilenstein auf dem Weg zu neuen strategischen Partnerschaften und Grundlage für eine weitere Firmenexpansion zeigte sich Eigentümer Rolf Philipp. Das Hightech-Unternehmen aus Übersee feiert nächstes Jahr 20. Gründungsjubiläum. 1998 hatte alles mit dem Zusammenbau von Segelflugzeugen in einem alten Flugzeughangar in Unterwössen begonnen.

Durch strategische Übernahmen wie 2006 der PMB Maschinenbau in Karlsruhe – ehemals Ernst Heinkel Flugzeugwerke - verfügt das Zerspanungsunternehmen über 50 Jahre Erfahrung in der Herstellung einbaufertiger metallischer Bauteile und Baugruppen für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Mit mittlerweile 300 Mitarbeitern an zwei deutschen Standorten und einem weiteren in Salzburg – mit dem Schwerpunkt 3-D-Technik - sowie einem Gesamtumsatz von 65 Millionen Euro ist es gefragter Partner weltweit tätiger Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrttechnik.

Strategische Kooperationspartnerschaften in Israel und Indien ermöglichen die Lieferung von einbaufertigen Baugruppen und Systemlösungen auch in großer Stückzahl. Ein nahe dem Stammsitz in Übersee errichtetes neues Logistik-Zentrum von Aircraft Philipp in Erlstätt ermöglicht die weltweite Auslieferung "just in time".

Staatsminister Dr. Marcel Huber hob die Bedeutung des Engagement von Boeing und des Standorts Bayern für die Luft- und Raumfahrtindustrie hervor. Ein Drittel der bundesweiten tätigen Unternehmen der Branche sei hier ansässig und erwirtschafte einen Umsatz von über zehn Milliarden Euro. "Ich gratuliere Aircraft Philipp zu diesem Vertrag mit Boeing und dem eindrucksvollen Werk, das für ein Höchstmaß an Qualität und Flexibilisierung steht."

Sichtlich erfreut über den Vertragsabschluss mit Boeing zeigten sich (von links) Übersees Bürgermeister Marc Nitschke, Rolf Philipp, Eigentümer und Geschäftsführer der Aircraft Philipp Group, Dr. Michael Haidinger, Präsident von Boeing Deutschland, Michael Hofstetter, Director Vertical Lift Programs in Deutschland bei Boeing, und Staatsminister Dr. Marcel Huber.

Axel Effner

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