Hochwasser forderte Umweltschutzeinheiten der Feuerwehr

Tausende Liter Heizöl aus Kellern und Zuläufen des Chiemsees aufgefangen

Die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun nach dem Hochwasser.
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Die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun nach dem Hochwasser.

Übersee/südlicher Landkreis Traunstein - Unter den mehr als 700 Einsätzen die in den vergangenen Tagen bei dem Dauerregen für die heimischen Feuerwehren angefallen sind, kam es immer wieder zu Einsätzen die in Verbindung mit Heizöl aus den Kellern der betroffenen Häuser stammte.

Insbesondere die in Übersee und Tacherting stationierten Ölsperren aber auch ein landkreiseigener „überdimensionaler Ölabscheider“, der in Traunstein vorgehalten wird, sowie das Katastrophenschutzboot der Feuerwehr Chieming waren gleich mehrfach gefordert. Ein größerer Ölschaden wurde durch die getroffenen Maßnahmen verhindert.


„Wasser im Keller – Heizöltank betroffen“ so stand es immer wieder auf den Einsatzmeldungen der Integrierten Leitstelle Traunstein. Dies bedeutet natürlich, dass durch so eine Situation die Priorität für eine sofortige Beseitigung der Ursache steigt und man spezielles Gerät braucht, damit man erfolgreich tätig werden kann. „Darauf sind unsere Kräfte natürlich vorbereitet und mit der vom Landkreis Traunstein vorgehaltenen Ausrüstung zur Ölschadensbekämpfung haben wir die Ausbreitung eindämmen können“, so Kreisbrandinspektor König aus Übersee.

„Wir haben bei diesem Großeinsatz mehrere tausend Liter Heizöl erfolgreich abscheiden können, die ansonsten womöglich in die Umwelt gelangt wären“, so Kommandant Christian Schulz von der Feuerwehr Traunstein.

Kreisbrandrat Christof Grundner zeigt sich mit dem Gesamteinsatz sehr zufrieden. „Ich bin froh darüber, dass es zu keiner weiteren Ausbreitung gekommen ist und wir die nötigen Maßnahmen schnell und richtig einleiten konnten. Somit ist es unseren Feuerwehren gelungen, eine große Ölverschmutzung auf den heimischen Gewässern erfolgreich zu verhindern“. Weiter führt er an, „dass wir bereits jetzt wertvolle Erkenntnisse aus diesem Einsatz ziehen konnten und die Anzahl von Ölsperren erhöhen sowie die Sondergerätschaften zur Trennung von Öl und Wasser erweitern müssen“, so Grundner im Gespräch mit dem Kreisfeuerwehrverband Traunstein.

„Wir haben bei diesem Großeinsatz mehrere tausend Liter Heizöl erfolgreich abscheiden können, die ansonsten womöglich in die Umwelt gelangt wären“, so Kommandant Christian Schulz von der Feuerwehr Traunstein. Zum Einsatz kam hier der sogenannte „Mopmatik“, eine Art überdimensionalen Ölabscheider sowie zahlreiche Geräte für den Gefahrguteinsatz. Damit hatten die Einsatzkräfte die Möglichkeit, das Öl-Wasser-Gemisch voneinander zu trennen und das ausgetretene Öl in Sammelbehälter aufzufangen. Diese Landkreisausrüstung ist in Traunstein stationiert und wurde bei den Einsätzen der vergangenen Tage vor allem im südlichen Landkreis mehrfach benötigt.

Insbesondere in den Tagen nach dem eigentlichen Hochwasser wurde es in den Zuläufen des Chiemsees sowie auf dem See selbst spannend. „Die hochwasserführenden Bäche und Flüsse haben allerhand Treibgut mitgerissen und es wurden mehrfach Ölfilme gemeldet“, so der Kommandant der Feuerwehr Übersee, Rupert Kink. Dies erforderte unter anderem den Einsatz sogenannter Ölsperren. „Damit kann das auf der Oberfläche schwimmende Öl sehr gut aufgehalten und letztlich abgesaugt werden, erklärt Kink.

Für einen schnellen Einsatz werden diese für den nördlichen Landkreis bei der Feuerwehr Tacherting vorgehalten und im Süden bei der Feuerwehr Übersee. Die auf Anhänger verladenen „roten Würste“ werden miteinander auf die passende Länge verbunden und mit Booten ins Gewässer eingezogen. Hier kamen insbesondere die kleinen wendigen Boote aus Übersee und Tacherting zum Einsatz. Unterstützt wurden sie von den Kräften der Feuerwehr Chieming, die mit dem Katerstrophenschutzboot „Florian Chieming 99/1“ in die Arbeiten eingebunden waren.

„Es ist ja hinlänglich bekannt, welche enormen Schäden ausgetretenes Öl anrichten kann. Ich bin deshalb sehr froh darüber, dass es mit unseren Maßnahmen gelungen ist, das Schadensausmaß massiv einzudämmen. Es ist letztlich dem guten Zusammenspiel der Feuerwehren aber auch dem Vorhandensein unserer Spezialausrüstung zu verdanken, dass hier eine größere Ölkatastrophe erfolgreich verhindert wurde“, so das Fazit von Georg König zu diesem Umweltschutzeinsatz.

Hob

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