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Betrugsfall am Telefon

Ungeschickter falscher Diakon: Wie ein Unbekannter in Übersee und Staudach Geld ergaunern wollte

Wegen angeblicher Spenden für ukrainische Kinder soll sich ein Unbekannter am Telefon als Diakon Heiko Jung ausgegeben haben.
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Wegen angeblicher Spenden für ukrainische Kinder soll sich ein Unbekannter am Telefon als Diakon Heiko Jung ausgegeben haben.

In Übersee und Staudach ist offenbar ein Betrüger am Werk, der sich als Heiko Jung ausgibt, Diakon beim katholischen Pfarramt St. Nikolaus in Übersee. Dies, um Spenden für ukrainische Kinder zu erschwindeln, wie der Kirchenvorstand vermutet. Dabei hat sich der Betrüger recht ungeschickt verhalten.

Übersee/Staudach-Egerndach – Der mögliche Betrüger hat mit seinem Anruf am Montag sicherlich die Falsche getroffen. Am frühen Nachmittag habe bei Beate Grebe aus Übersee das Telefon geläutet. Auf der anderen Seite ein Mann, der sich als Diakon Heiko ausgegeben haben soll. „Er sprach sehr gutes Deutsch“, erinnert sich Grebe. Nur einen leichten Akzent habe sie heraushören können.

Jedoch ist Grebe die Stimme des Diakons Heiko Jung sehr vertraut. „Ich kenne Diakon Jung ganz gut, weil wir jeden Sonntag zu Pfarrer Zimmermann nach Staudach fahren“, sagt sie. Entsprechend schnell war das Gespräch zwischen ihr und dem Anrufer beendet.

Zumal sich dieser zudem noch einen Patzer geleistet habe. Er habe sich nicht als Diakon vorgestellt, sondern als Heiko Jung von der Diakonie, den Hilfswerken der evangelischen Kirchen.

Heute ärgert sich die Überseerin darüber, dass sie das Gespräch derart abrupt beendet hat. Denn damit habe sie die Gelegenheit verpasst, noch weitere Details über den Anrufer zu erfahren. Nur an eine „ellenlange Nummer.“ „Das ist unverschämt, weil es wirklich Leute gibt, die sich für Geflüchtete aus der Ukraine engagieren“, ärgert sich die Überseerin. Sie will sofort die Polizei verständigt haben und später auch Diakon Heiko Jung selbst.

Auch von Haus zu Haus gegangen

Auch der Kirchenvorstand ist alarmiert. „In der Gemeinde Übersee treibt ein Betrüger am Telefon sein Unwesen. Der männliche Anrufer gibt sich dabei als Diakon Heiko Jung und als Mitarbeiter der Diakonie aus und fordert die Angerufenen auf, ihm Geld für ukrainische Kinder zukommen zu lassen“, richtet sich der Vorsitzende des Gremiums, Dr. Martin Metz, mit einer Warnung an die Medien. Dabei ist sich Metz sicher, dass der Betrüger wohl nicht nur bei Beate Grebe auf Granit beißen dürfte, um Geld für vermeintlichen Ukraine-Spenden zu kassieren.

Schließlich sei Diakon Heiko Jung vielen bekannt und der Anrufer entsprechend naiv zu glauben, mit dieser Masche sonderlich viel Erfolg zu haben.

Dabei ist vieles, was man über den Unbekannten, der sich als Diakon Jung ausgibt, bislang Hörensagen. So will Grebe von einer Briefträgerin erfahren haben, dass ein Unbekannter auch von Haus zu Haus gegangen sei, um im Namen Heiko Jungs Spenden einzusammeln. Auch in Staudach soll es einen Anruf gegeben haben, bei dem sich jemand als Heiko Jung ausgegeben habe.

Doch bei der Polizeiinspektion Grassau, die Beate Grebe verständigt haben will, ist ein solcher Fall nicht aktenkundig, wie eine Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen ergeben hat. Auch der Erzdiözese München und Freising sind solche Fälle nicht bekannt. Heiko Jung zumindest will Strafanzeige bei der Grassauer Polizei erstattet haben, nachdem er Kenntnis von dem Vorfall erhielt. Diese Aussage wollten die Beamten auf Nachfrage mit Hinweis auf den Datenschutz jedoch nicht bestätigen.

Gegebenenfalls Polizei informieren

Auch beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist eine derartige Masche nicht bekannt. „Wir hatten zwar einen Verdachtsfall vor acht Wochen, bei diesem hat sich jedoch herausgestellt, dass diese Spendensammlung legitim war“, sagt Polizei-Sprecher Stefan Sonntag. Er rät bei Zweifeln, sich entsprechende Dokumente vorlegen zu lassen, um sich zu versichern, dass die Sammlung auch wirklich dem angegebenen Zweck zugutekommt und der Mitarbeiter von der entsprechenden Hilfsorganisation stammt.

Ebenso könne man bei Verdachtsfällen die Polizei informieren, auch über die Notrufnummer 110. Die Kollegen kämen gegebenenfalls vorbei und könnten vor Ort prüfen, ob es sich um einen seriösen Spendensammler handle oder nicht.

„Für mich ist das eine ganz schreckliche Situation“, sagt der betroffene Diakon auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Zumal er tatsächlich für Hilfsprojekte Geld sammle, dies aber wohlweislich nie per Telefon. Jung habe im Rahmen seiner Möglichkeiten seine Kontakte über den Sachverhalt informiert.

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