Vorwürfe gegen die Veranstalter des Chiemsee Summers

Vater: "Security ließ mich nicht meinem Sohn helfen"

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Das Hauptzelt des Chiemsee Summer Festivals wurde durch das Unwetter beschädigt. Vier Gondeln des Riesenrads wurden abmontiert, um das Riesenrad weniger windanfällig zu machen.
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Übersee - Das Chiemsee Summer Festival wurde abgesagt, nachdem am Freitagabend eine Sturmfront über das Festivalgelände fegte. 50 Personen mussten medizinisch behandelt werden, 22 kamen mit schwereren Verletzungen in Krankenhäuser. Ein Vater erhebt nun weitere Vorwürfe gegen die Veranstalter:

Nach der Evakuierung und dem Abbruch des Chiemsee Summer Festivals in Übersee mehren sich Vorwürfe gegen die Veranstalter. Nun meldete sich ein Vater eines Festivalbesuchers bei unserer Redaktion und schilderte folgende Situation, die ihm vor Ort widerfahren war, als er sein Kind abholen wollte:

Security ließ mich nicht meinem Sohn helfen

"Ich wende mich an sie weil ich heute beschämende Verhältnisse beim Chiemsee-Summer Festival erleben musste. 

Gestern Abend musste ich meinen Sohn vom Festival evakuieren weil sein Zelt nicht mehr aufzufinden war und er vollkommen durchnässt war. Die Evakuierungsdurchsage kam viel zu spät und war kaum zu verstehen da die Durchsage viel zu leise war! 

Als ich heute Morgen um 7:00 Uhr mit meinem Sohn sein Zelt und seine Habseligkeiten suchen wollte durfte ich nicht auf das Gelände da ich kein " Bändchen " trug welches mir den Eintritt erlauben würde. Für mich völlig unverständlich ließ mich die Security nicht meinem Sohn helfen obwohl das Festival beendet war und es offensichtlich war, dass es eine Ewigkeit dauern musste seine Habseligkeiten in diesem Chaos zu finden. 

Der Mitarbeiter der Security sagte mir ich solle mir ein Bändchen kaufen dann dürfe ich passieren!!!! 

Welches ich als eine bodenlose Frechheit empfand da er mich offensichtlich für dumm verkaufen wollte in dieser Situation. Nachdem ich darauf bestand mit seinem Vorgesetzten zu sprechen kontaktierte er die Veranstaltungsleitung welche aber seine Vorgehensweise unterstützte und mich weiterhin nicht auf das Gelände ließ. 

Daraufhin sprach ich eine Polizeistreife an denen ich meine Situation schilderte, welche aber nichts tun konnte da es sich um eine private Veranstaltung handele und sie keinen Einfluss nehmen dürften. 

Als nächstes rief ich die Hotline des Veranstalters an und bekam auch nur Aussagen wie Schutz vor Plünderern usw., stand also immer noch im Regen vor dem Festivalgelände. Es war nicht einmal etwas vorbereitet für wartende Angehörige die im Regen auf ihre Kinder warten müssen da sie ja nicht vorgelassen werden! 

Nach etwa einer Stunde erfuhr ich durch meinen Sohn, dass die Sicherheitszäune im hinteren Bereich umgefallen waren und konnte dort auf das Gelände wo ich das blanke Chaos vorfand. Jugendliche in Plastikfolie eingewickelt um sich vor Regen und Kälte zu schützen, überall Zerstörung, herumliegende Bekleidung und verzweifelte Festivalteilnehmer die ihre Habseligkeiten suchten. Niemand der sich um die Leute kümmerte oder Ihnen half! 

Ich suchte noch zwei Stunden mit meinem Sohn die Gegend ab und konnte noch einiges finden was weit verstreut herumlag. 

Meiner Meinung nach fehlt es der Veranstaltungsleitung am gesunden Menschenverstand, sonst würden sie nach so einer Katastrophe nicht so engstirnige Anweisungen erteilen welche verhindern, dass Eltern Ihren Kindern helfen."

Die Veranstalter beziehen Stellung zu den Vorwürfen:

Auf Nachfrage unserer Redaktion äußerten sich die Veranstalter zu den Vorwürfen:

"Vorab: Als Veranstalter zweifeln wir kein bisschen daran, wie frustrierend und ärgerlich die Situation für Ihren Leser gewesen sein muss. Dafür möchten wir uns aufrichtig entschuldigen. Nichtsdestotrotz ist die Situation für uns natürlich nicht so klar und eindimensional, wie sie sich für besorgte Eltern darstellt: Als Veranstalter können wir zum Schutz der anderen Gäste und ihrer Habseligkeiten nicht einfach Personen auf das Gelände lassen. Die Sicherheitskraft hat also richtig gehandelt, obwohl wir natürlich nicht nachvollziehen können, wie die Abweisung genau kommuniziert worden ist. 

Der Zeltplatz selbst war bei Eintreffen des Vaters sturmbedingt sicherlich kein beruhigender Anblick. Seinen Eindruck, dass unseren Gästen nicht geholfen wurde, weisen wir allerdings ausdrücklich zurück. Unmittelbar nach dem Sturm waren Rettungs- und Sanitätsdienste vor Ort, die nicht nur medizinische sondern auch psychologische Betreuung gewährleistet haben. Auch Ordner und weitere Kräfte des Veranstalters waren am Folgetag gezielt auf den Campingflächen im Einsatz. Dass wir die Besucher jedoch aktiv beim Zusammenbau ihrer Zelte unterstützen, ist nicht praktikabel. Das bedeutet natürlich nicht, dass Einzelpersonen, die aus körperlichen Gründen nicht mehr zu einem Abbau in der Lage waren, nicht geholfen wurde. Als Veranstalter war es uns darüber hinaus ein wichtiges Anliegen, unseren Gästen eine möglichst reibungslose Abreise zu ermöglichen. Letztendlich sind wir zufrieden, dass der Platz zeitig geräumt wurde und wir alles tun konnten, um unsere Gäste in dieser sicherlich schwierigen Situation im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen."

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