Wie der Alltag jetzt in der "Feldwies" in Übersee ausschaut

Corona-Regeln für unsere Wirte: "Es hält auf - und die Stimmung ist anders"

+
Die schlimmsten Zeiten sind jetzt auch im Wirtshaus "d'Feldwies" in Übersee vorbei - doch für die Zeit nach dem Shutdown berichtet Beate Stang von Existenzängsten und Albträumen: "Als wir noch keine Perspektive hatten konnte ich keine Nacht durchschlafen."

Übersee - Nach der Außengastronomie darf in den Gasthäusern nun auch drinnen wieder bewirtet werden - der Aufwand ist deshalb hoch wie nie, aber im Gasthaus "d'Feldwies" ist man trotzdem froh, endlich wieder aufsperren zu können.

"Der erste Tag war noch nix", sagt Wirtin Beate Stang frei heraus - "aber wir sind trotzdem froh, wieder aufsperren zu können. Recht viel länger hätten wir nicht mehr durchgehalten." Seit Montag, 25. Mai, dürfen die Gasthäuser in Bayern wieder öffnen und bedienen. Eine Woche zuvor waren bereits Biergärten und Co. dran. Doch die Corona-Regeln sind hart und machen jede Menge Arbeit, auch im Überseer Traditionswirtshaus "d'Feldwies".


Corona-Regeln in Bayern für Wirte und Gäste

Es ist ein ganzer Maßnahmenkatalog den Beate Stang aufzählt, den sie und ihr Personal nun einzuhalten haben:

  • Gäste werden am Eingang empfangen und bekommen einen Tisch unter Einhaltung der Abstandsregeln zugewiesen.
  • Außer am Tisch müssen die Gäste Maske tragen, das Personal immer.
  • Die Gäste an einem Tisch müssen gefragt werden, aus wie vielen verschiedenen Familienständen sie stammen.
  • Jeder Gast muss auf einem Zettel Name, Anschrift und Telefonnummer angeben.
  • Besteck oder Tischdecken dürfen nicht mehr ausgelegt werden.
  • Einmal-Speisekarten aus Papier zum Wegwerfen.
  • Speisen und Getränke dürfen nicht mehr auf den Tisch serviert werden, die Gäste müssen sie sich vom Tablett nehmen
  • Desinfektionsmittelspender vor dem Biergarten, dem Hauseingang und den Toiletten.
  • Wird ein Tisch frei muss er desinfiziert werden. 

Formulare wie jenes müssen derzeit alle Wirte ausfüllen lassen. 

Biergarten läuft besser als gedacht, doch Gaststube zieht noch nicht

Lest außerdem:

"Das hält natürlich alles auf, aber man kann damit umgehen. Außerdem ist es wichtig, dass einem die Gäste vertrauen", so Stang gegenüber chiemgau24.de, die das Gasthaus in der Feldwies bereits seit zwölf Jahren führt. "Die Gäste sollen sich wohlfühlen", sagt sie - im Biergarten scheint das vorige Woche schon ganz gut geklappt zu haben. "Es lief besser als gedacht", so die Wirtin. Aber sich in die Gaststube zu setzen, "das wollen die Leute irgendwie noch nicht". Manche Gäste hätten an der frischen Luft im Biergarten vielleicht ein besseres Gefühl, weniger Angst, vermutet sie. Allgemein sei die Stimmung bei den Gästen noch anders, etwas gedrückter als vor der Pandemie. 

60 Sitzplätze gibt es im Gasthaus "d'Feldwies" eigentlich, ungefähr 20 bleiben in Corona-Zeiten noch übrig. Im Biergarten kann noch rund die Hälfte der 350 Plätze belegt werden. "Auch falls es jetzt gut laufen sollte werden wir uns hart an der Grenze der Rentabilität bewegen", schätzt Beate Stang. Weniger Gäste, dafür aber mehr Personal, weil das Bedienen wegen der Regeln aufwendiger ist - dazu Taufen oder Hochzeiten, die wegbrechen. "Was da weggefallen ist, lässt sich nicht mehr kompensieren."

Das Wirtshaus "d'Feldwies" in Übersee (Archivbild).

"Viele wollen uns jetzt erst recht unterstützen"

Werden die Corona-Regeln unsere Wirte das ganze Jahr über begleiten? Stang ist sich sicher, dass im Laufe des Jahres wieder zu einem Normalbetrieb übergegangen werden kann. Ab Pfingsten sollen laut Ministerpräsident Söder die unterschiedlichen Öffnungszeiten für Außen- und Innengastronomie fallen, überall soll dann bis 22 Uhr gegessen und getrunken werden dürfen. Biergärten müssen momentan bereits um 20 Uhr schließen. Und auch sonst gibt es Lichtblicke: "Viele kommen jetzt erst recht, die wollen uns bewusst unterstützen", lächelt Beate Stang. Auf seine Stammgäste scheint sich noch jedes Wirtshaus verlassen zu können - Pandemie hin oder her.

xe

Kommentare