Bilanz: Alkohol und Drogen bei Festivals

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Übersee - Mit wenigen Ausnahmen ist das Festival-Spektakel am Chiemsee ohne weitere Probleme gestartet. Trotzdem halten hohe Promille-Werte und Drogen die Beamten auf Trapp.

Mittwoch Chiemsee-Rocks, Donnerstag Anreisebeginn zum Chiemsee-Reggae-Summer und selbstverständlich war die Polizei von Beginn an aktiv dabei. Große Behinderungen im Verkehrsfluss konnten bisher vermieden werden. Schon einige Aufgriffe im Betäubungsmittelbereich machten Beamte bei den Vorkontrollen und zwei Besucher mussten wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt werden. Übung macht bekanntlich den Meister und so probten alle beteiligten Behörden und Organisationen am Donnerstagvormittag den Ernstfall. Übungsannahme: Sehr schweres Gewitter mit schwerem Hagel.

Lesen Sie auch: Reggae-Fans haben Übersee ab heute fest im Griff Reggae Summer: Malteser leisten Erste Hilfe Ab jetzt herrscht Ausnahmezustand Etwa 11.000 Gäste besuchten das Chiemsee-Rocks-Festival am Mittwoch. Die Polizei zieht dazu ein positives Resümee, kam es doch lediglich zu kleineren Einsätzen. Auch der Anreise- und Abreiseverkehr konnte entsprechend gelenkt werden und floss geordnet.

Festival-Start mit 2,44 Promille

Unschön dagegen war das frühzeitige Feststellen von extrem alkoholisierten Jugendlichen, die offenbar die Anreise schon für übermäßigen Alkoholkonsum genutzt haben müssen. Bereits gegen 16 Uhr trafen Beamte im Gelände auf einen schwer verständlichen 17-Jährigen. Kein Wunder, hatte der junge Mann doch zwei Promille intus. Nur eine Viertelstunde später mussten sich Jugendbeamte um einen 17-Jährigen mit einem Extremwert von 2,44 Promille kümmern.

Drogen in der Dosensuppe

Seit Donnerstag reisen verstärkt die Besucher des Chiemsee-Reggae-Summer sowohl mit der Bahn als auch mit dem Auto an. Bei Vorkontrollen wurden Beamte im Betäubungsmittelsektor bisher etwa 60 mal fündig und stellten kleinere Mengen Rauschgift sicher. Auch ausgefallene Verstecke entgingen den Fahndern dabei nicht. Für besonders schlau hielt sich ein 18-jähriger Niederbayer und versteckte Marihuana in einer wieder verklebten Suppen-Terrine. Beamte die sich auf das Auffinden von Rauschgift in ausgefallenen Verstecken spezialisiert haben, sind damit jedoch nicht hinters Licht zu führen. Ebenfalls flog ein junger Mann mit einer in der Radkappe seines Autos versteckten geringen Menge Betäubungsmittel auf.

Erste Impressionen vom Chiemsee Reggae Summer

Heftiger Widerstand

Ein junger Österreicher leistete am Donnerstagnachmittag gegen die Kontrollkräfte Widerstand und flüchtete zunächst in ein Waldstück, wo er schließlich festgenommen wurde. Zuvor war ihm eine Kontrolle wegen Verdacht auf Drogenbesitz angekündigt worden. Bei der Festnahme im Waldstück schlug er um sich und versuchte sich immer wieder loszureißen. Gefesselt konnte er letztendlich abtransportiert werden.

Zu einem weiteren Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ist es am späten Donnerstagabend gekommen. Sicherheitskräfte des Veranstalters wollten einen alkoholisierten, renitenten jungen Mann aus dem Gelände verweisen. Als sich dieser weigerte musste die Polizei einschreiten und den 21-Jährigen in Gewahrsam nehmen. Dabei wehrte sich der junge Priener heftig. Er versuchte sich mehrfach loszureißen, stieß mit dem Kopf in Richtung der Beamten und trat mit seinen Füßen nach ihnen. Mehrere Polizeibeamte hielten ihn schließlich fest und verbrachten ihn, wüste Beschimpfungen, Beleidigungen und auch Bedrohungen mit dem Tode über sich ergehen lassend, in eine Haftzelle der Polizeiinspektion Grassau.

Werden die bisherigen Polizeieinsätze in Bezug zur Anzahl der vielen Besucher vor Ort gesetzt, kann man aber durchaus von einem bis dato friedlichen und sehr geordneten Ablauf der Veranstaltung sprechen.

Beteiligte Stellen üben den Ernstfall

Nichts dem Zufall überlassen wollen die beteiligten Behörden und Stellen beim Chiemsee-Reggae-Festival und so wurde am Donnerstagvormittag eine Übung abgehalten. Basierend auf dem vom Landratsamt Traunstein erstellten Räumungs- und Evakuierungsplan spielten Polizeipräsidium Oberbayern Süd, Gemeinde Übersee, Landratsamt Traunstein, Integrierte Leitstelle, Bundespolizei, Feuerwehr, Veranstalter und Malteser Hilfsdienst ein Sturmszenario durch. Dazu wurde die sogenannte Koordinierungsgruppe alarmiert und im weiteren Verlauf der Krisenstab aufgerufen. Nicht geprobt werden konnte natürlich eine im Extremfall nötige Räumung des Geländes. Der Überprüfung standhalten mussten jedoch die vorgegebenen Eintreffzeiten der beteiligten Einsatzleiter aller Organisationen nach Alarmierung und das Zusammenspiel der beteiligten Stellen bei der Lösung des Problems. Die etwa zweistündige Übung wurde von allen Beteiligten als sehr positiv bewertet, waren doch lediglich kleinere Nachjustierungen bei den Verständigungswegen nötig.

Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser