Tausende Reggae-Fans in Übersee

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Übersee - Die ersten Auftritte beim Chiemsee Reggae Summer haben dem Publikum mächtig eingeheizt. Auch die Polizei berichtet von einem friedlichen Verlauf.

Bei angenehmem Wetter genossen auch diese Jahr wieder Tausende von Musikfans den ersten Tag beim diesjährigen Chiemsee Reggae Summer in Übersee. Mit der Blaskapelle Übersee wurde der erste Tag eingeläutet, bevor Tippa Irie auf die Bühne kam. Dieser war für Ganjaman, der sich mit drei gebrochenen Rippen im Krankenstand befindet, eingesprungen. Mit Busy Signal kam einer der ersten Top Acts des Tages auf die Hauptbühne. Stimmungsgarant und Partymacher, der weiß was man mit einer solch großen Masse an Menschen anstellt. Beim Song "Bumaye" wurden Handtücher und T-Shirts durch die Luft gewirbelt und die Masse schien förmlich auszuflippen.

Patrice präsentierte Songs aus seinem neuen Album "The Rising of the son", mit dem er zur Zeit auf Festivals tourt und in einigen Städten zu morgendlichen Konzerten aufruft, um dort mit seinen Fans in den Sonnenaufgang zu singen und zu tanzen. Während das Publikum textsicher jede Zeile seines Hits "Murderer" mitsang, ließ Patrice es sich nicht nehmen, am Rande der Bühne auf einen Boxenturm zu steigen, um von dort den Ausblick auf seine Fans zu haben.

Temporeich ging es anschließend mit T.O.K. weiter. Die vier Jungs aus Jamaika wurden kurzfristig gebucht, um einen der Headliner, Elephant Man, zu ersetzten. In der Dancehall Szene gelten T.O.K. als Partygarant und bringen ordentlich Stimmung und Jamaican Vibes an den Chiemsee. Gegen 1 Uhr war dann auf der Hauptbühne Schluss. Wer aber immer noch nicht genug hatte, konnte im Biergarten zu lauten Dancehall Rhythmen bis in den morgen feiern.

Rootz Underground, eine Gruppe, die erdigen Roots Rock Reggae spielen und durch ihren charismatischen Sänger Stephen Newland beeindrucken, beschließen den ersten Tag des Chiemsee Reggae Summers 2013.

CRS am Freitag

Erster Abend beim Chiemsee Reggae Summer

So bewertet die Polizei den Freitag beim CRS

Nach Chiemsee Rocks fand nun die erste diesjährige Konzertnacht des Chiemsee-Reggae-Summer in Übersee statt und viele tausend Besucher wollten sich diese nicht entgehen lassen. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf und der Einsatzbewältigung zufrieden. Leider verletzten sich vier Personen am Freitag bei Unfällen mit zwei widerrechtlich ins Campinggelände gebrachten Koch-Gaskartuschen. Polizei und Veranstalter reagierten jedoch sofort und suchten die Campingplätze nach weiteren Kochern und Kartuschen ab.

Gleich in zwei Fällen führte der unsachgemäße Gebrauch von handelsüblichen Koch-Gaskartuschen zu Explosionen mit Stichflammen und Verletzten. Gäste auf dem Wohnmobil-Campingplatz hatten diese eigentlich dort unerlaubten Kartuschen gebraucht und nach bisherigen Einschätzungen unsachgemäß benutzt. In einem Fall wurde offenbar eine Kartusche neben einem offenen Feuer gewechselt. Jeweils zwei Personen erlitten bei den beiden Vorfällen zum Teil schwere Brandverletzungen und mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden. In Lebensgefahr schwebt jedoch keiner der Beteiligten.

Für Polizei und Veranstalter waren diese beiden Vorfälle jedoch Grund genug um noch am Nachmittag tätig zu werden. Beamte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd unterstützten zusammen mit der Bundespolizei den Sicherheitsdienst des Veranstalters bei der Absuche des Campinggeländes und stellten über 30 Kartuschen und nochmals 30 dort nicht erlaubte Gaskocher sicher, um weitere Vorfälle zu unterbinden. Zusätzlich wies der Veranstalter des Chiemsee-Reggae-Summer auf seinen Infotafeln auf die Gefahr hin und versuchte so auf die Besucher einzuwirken.

Ein friedlicher erster Tag

Sehr viele Menschen auf engem Raum - Normalzustand auf jeder Großveranstaltung - und trotzdem ist es bisher nur zu ganz wenigen körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Eine Ausnahme vom überwiegend friedlichen Besucherverhalten bildete am Freitag ein stark betrunkener 19-Jähriger, den der Sicherheitsdienst dem Malteser Hilfsdienst übergeben wollte. Der junge Mann wurde währenddessen jedoch sehr ausfällig, schlug und beleidigte einen Mann des Sicherheitsdienstes. Auch den dann hinzugerufenen Polizeibeamten gegenüber wusste er sich nicht zu benehmen. Selbst mit Handschellen gefesselt, spuckte er die Beamten noch an und schlug auch im Dienstwagen noch um sich. Weiter Aggressiv blieb er auch in der Arrestzelle der Polizeiinspektion Grassau und beschädigte das dortige Inventar. Nun werden nicht nur Anzeigen auf den jungen Mann zukommen, sondern Schadenersatzforderungen geltend gemacht.

Fuß vom Gas im Bereich des Festivals

Einige Beamte des Polizeipräsidiums sind während des Festivals damit beschäftigt, den Verkehrsfluss rund um das Veranstaltungsgelände so gut wie möglich am Laufen zu halten. Um aber Gefährdungen der vielen zu Fuß durch Übersee flanierenden und von Parkplätzen zum Festivalgelände strömenden Besucher so weit wie möglich zu minimieren, wurden im Vorfeld bereits Geschwindigkeitsbeschränkungen eingerichtet.

In den besonders gefährdeten Bereichen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und diese wurde auch am Freitag wieder mittels Lasergerät überwacht. Die Beamten, die bei den Übertretungen alles andere als kleinlich vorgingen, wurden in 17 Fällen mit Übertretungen von mehr als 30 km/h fündig. Zwei Verkehrsteilnehmer müssen nun mit Fahrverboten rechnen, der Spitzenreiter fuhr 49 km/h zu schnell.

Bisher bewertet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd das Festival als insgesamt ruhig und friedlich. Bezogen auf die Größe der Veranstaltung, bewegen sich die Aufgriffs- und Einsatzzahlen im normalen Rahmen.

Björn Fehrensen/Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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