Systemform Mediacard: Umsatz erneut gesteigert

Prien - Die Systemform Medicard hat ihren Umsatz heuer einmal mehr gesteigert. Er wuchs im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 29 Millionen Euro, berichtete Geschäftsführer Bernd Wohlfahrt der Chiemgau-Zeitung.

Für 2011 plane das Unternehmen mit einem erneuten Umsatzplus von zehn Prozent.

Das Jahresergebnis sei heuer stabil geblieben, berichtete Wohlfahrt, ohne Zahlen zum erwirtschafteten Gewinn zu nennen. Die Systemform Mediacard beschäftigt am Standort Prien - in der Systemformstraße - rund 125 festangestellte Mitarbeiter und zirka 80 weitere in einer Zweigstelle in Hallstadt bei Bamberg. Die Auftragsbücher sind voll, wie fast immer kurz vor Jahresende wird derzeit im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr gearbeitet, auch an Wochenenden.

Für 2011 rechnet Wohlfahrt damit, dass die Produktion bereits im ersten Halbjahr voll ausgelastet sein wird. Dafür verantwortlich ist unter anderem der so genannte Zensus. Die Systemform Mediacard habe die Ausschreibung von fünf statistischen Landesämtern gewonnen: Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Im Konzernverbund - die Firma gehört seit etwa vier Jahren zur "Swiss Post" - wird die Volkszählung auch noch in weiteren Bundesländern durchgeführt.

Ein Schwerpunkt der Arbeit für die Priener wird in der Gebäude- und Wohnungszählung liegen, die in zwei Wellen durchgeführt wird und für die die Systemform Mediacard in drei Bundesländern - neben ihrem Kerngeschäft, der Aussendung der Unterlagen - auch die Datenerfassung und Auswertung übernehmen wird.

Auch die Sozialwahlen sorgen für zusätzliche Aufträge. Für die Neubesetzung der Selbstverwaltungsorgane der Krankenkassen hat die Systemform Medicard den Auftrag von der Barmer-GEK bekommen. Deren fast sechs Millionen Versicherte müssen angeschrieben werden.

Um solche Produktionssteigerungen bewältigen zu können, investiert die Firma und baut intern um. Im Altbau an der Hochriesstraße sind Wohlfahrt zufolge auch durch die Auslagerung eines großen Teils des Lagers zu einem externen Logistikunternehmen 400 Quadratmeter zusätzliche Produktionsfläche entstanden. Der Altbau war seit 2009 zudem umfangreich generalsaniert worden. Die Erneuerung des Daches mit rund 7000 Quadratmetern, der Austausch aller Fenster, die Dämmung und Verschalung aller Außenwände konnte heuer abgeschlossen werden.

Das Unternehmen habe heuer rund 500000 Euro investiert, 2011 werden es 2,2 Millionen sein. Unter anderem wird nach Angaben des Geschäftsführers ein neues Hochleistungs-Laserdrucksystem angeschafft.

Zwölf Millionen Karten bundesweit

Die Systemform Mediacard gilt unter anderem bundesweit als Marktführer bei der Herstellung von Krankenversichertenkarten im Auftrag der gesetzlichen Kassen. Allein heuer werden es etwa zwölf Millionen Exemplare als Ersatz für auslaufende Karten sein, die in Prien produziert und versandt werden.

Ein anderes Beispiel für die vielseitigen Aktivitäten, gerade im Gesundheitssektor: Für etwa 80000 Ärzte in Deutschland werden in Prien pro Jahr 350 Millionen Rezeptformulare hergestellt - auch diese, wie alle anderen personenbezogenen Produkte, unter hohen Sicherheitsstandards.

Viel investiert hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren, um für die Einführung der neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gerüstet zu sein. Die hat sich politisch bedingt immer wieder verschoben. Das bereitet Wohlfahrt aber trotz immenser Vorleistungen keine schlaflosen Nächte. "Wir haben uns in den letzten zwei bis drei Jahren möglichst unabhängig von diesem Projekt gemacht." Für das nächste Jahr wurden die gesetzlichen Kassen zumindest per Gesetz verpflichtet, zehn Prozent ihrer Versicherten mit der neuen Kartengeneration auszustatten.

2011 will die Systemform Medicard ihren Kunden vermehrt anbieten, Aufträge CO2-neutral abzuwickeln. Für den jeweiligen Anfall von Kohlendioxid können die Auftraggeber dann Ausgleichszertifikate erwerben, mit denen Klimaschutzprojekte gefördert werden. Wohlfahrt sieht gerade die zahlreichen öffentlichen Auftraggeber aus dem Gesundheitswesen in der Pflicht, hier eine Pionierrolle zu übernehmen. Die Systemform Mediacard selbst trägt ihrer Verantwortung durch ein Umweltmanagementsystem Rechnung, das heuer zertifiziert wurde. Ziel sei es, die Abfall- und Energieeffizienz zu verbessern.

Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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