81 Unikate auf zu neuen Ufern

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Für die Jahrgangsbesten und besonders engagierte LTG-Abiturienten gab es Präsente vom Elternbeirat, ihren Heimatbürgermeistern und der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling.

Prien - "Geschafft" - Das erste Wort der Rede von Oberstudiendirektor Günther Madsack brachte es auf den Punkt. 81 Absolventen des Ludwig-Thoma-Gymnasiums (LTG) haben ihre Schulzeit mit dem Abitur erfolgreich abgeschlossen.

Im großen Kursaal bekamen sie bei einer würde- und stimmungsvollen Feier ihre Zeugnisse.

Das beste Gymnasium Bayerns mit dem "coolsten Direktor" - die Redner der Abifeier sparten nicht mit Superlativen, aber auch nicht mit gutgemeinten Ratschlägen für den weiteren Werdegang der Absolventen. Aus deren Reihen kamen auch die Protagonisten des musikalischen Rahmenprogramms, allen voran Benedikt Keller, der für sein "Halleluja" zu Beginn Beifallsstürme erntete.

Felix Dill mit der "Serenade" von Franz Schubert sowie Sabine Gassner und Dominik Kurz als Duo mit Horn beziehungsweise Posaune und Tuba sowie bairischen und jazzigen Klängen standen ihm in nichts nach.

Benedikt Keller erntete für sein "Halleluja" Beifallsstürme.

"Auf zu neuen Ufern" - das Motto, das die Abiturienten selbst für den von ihnen gestalteten Gottesdienst zuvor gewählt hatten, zog sich auch wie ein roter Faden durch die gut zweistündige Feier. "Gehen Sie Ihren Weg und schauen Sie optimistisch in die Zukunft", gab stellvertretender Landrat Josef Huber den Abschlussschülern mit auf den Weg. Priens Zweite Bürgermeisterin Renate Hof appellierte an die 81 jungen Erwachsenen, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren. "Jeder von Ihnen ist ein Unikat", sagte sie auch im Namen der Bürgermeister aus den Nachbargemeinden.

Madsack machte mit der Geschichte des jungen Fürsten Ferdinand von Parma, dessen Eltern ihm nur die beste Ausbildung angediehen lassen wollten und der nach deren frühem Tod ob seines Lebenswandels bald als "Fürst der Finsternis" in die Geschichte einging, vor allem den Unentschlossenen unter den Abiturienten Mut, "einen Weg zu wählen und die Gewissheit, noch viele Chancen zu haben".

Als Sprecher der Abiturienten ernannte Stefan Bainsky Madsack zum "coolsten" Direktor, weil dieser Tage zuvor sogar seine "Entführung" ins Radiostudio nach München beim Abistreich mit Humor genommen hatte (Der "Entführte" hatte sogar selbst das "Fluchtfahrzeug" gefahren).

Die Abiturienten dankten an ihrem großen Tag all jenen, die sie dorthin begleitet hatten - von den Lehrern über die Sekretärinnen bis zum Hausmeister.

Gerold Schwarzer, früherer stellvertretender Direktor und jetziger Fördervereinsvorsitzender, gratulierte dem mittlerweile 54. LTG-Jahrgang zum Bestehen des "bayerischen Hardcore-Abiturs". Weil das Abi im Freistaat erwiesenermaßen am schwierigsten ist und das LTG in den letzten elf Jahren seine Schülerzahl um 54 Prozent gesteigert habe, während es bayernweit im Schnitt nur 19 Prozent waren, ernannte Schwarzer das LTG unter dem Jubel der Zuhörer zum "besten Gymnasium Bayerns".

Während der Förderverein jedem Abiturienten ein Erinnerungsfoto seiner Zeugnisübergabe mit Madsack spendierte, würdigte Vorsitzender Winfried Lackner für den Elternbeirat besonders engagierte Absolventen: Dorothee Berwanger, Willi Funke, Benedikt Keller und Theresa Meier. Lackner riet den Abiturienten, im Zweifelsfall Freude und Überzeugung dem Geld vorzuziehen. "Nur begeisterte Menschen werden erfolgreiche Menschen."

Die erfolgreichsten, wenn man nur die Noten als Maßstab heranzieht, bekamen vom Priener Filialleiter der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Werner Schuhmann, schon traditionell einen kleinen Goldbarren: Magdalena Reh, Matthäus Gaab und Nicolas Frinker.

Geschenke hatten neben Hof auch die Bürgermeister Josef Mayer (Rimsting), Werner Weyerer (Aschau) und Bernhard Hainz (Gstadt) dabei - denn aus ihren Orten kommen die Jahrgangsbesten. Sieben der 81 haben in ihrem Abiturzeugnis einen Schnitt von 1,5 und besser, 16 haben eine Eins vor dem Komma, aber "jeder darf stolz sein", betonte Madsack am Ende.

Vier Sechstklassler in Tracht, die Blumen und Jahresberichte überreichten, auf eine Leinwand projezierte Fotos vom ersten Schultag und Einspielungen selbst ausgesuchter Musik sorgten dafür, dass die Zeugnisübergabe trotz der erneuten Rekordzahl an Absolventen recht kurzweilig geriet.

Und als Benedikt Keller am Ende inbrünstig "Time to say goodbye" sang und die Abiturienten von der Bühne mit ihren Rosen ins Publikum winkten, lag auch ein Hauch von Wehmut in der Luft.

re/Chiemgau-Zeitung

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