Unternehmen beteiligen sich an "Ökoprofit"

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Die Teilnehmer des "Ökoprofit"-Workshops vor dem Verwaltungs- und Betriebsgebäude des AZV Chiemsee mit dem stellvertretenden Rosenheimer Landrat Josef Huber und AZV-Vorsitzendem Josef Mayer (von rechts).

Rimsting - Es kann einfach sein, Energie und auch Geld zu sparen. Diese Erfahrung machen acht Unternehmen aus den Landkreisen Rosenheim und Mühldorf, die sich am Projekt "Ökoprofit" beteiligen.

Sie bauen Heizungsanlagen um oder trennen ihre Abfälle penibel. Im besten Fall rechnet sich das schon nach drei Monaten.

Was Investitionen in Umweltschutz bewirken können, erfuhren einige Teilnehmer schon bei der Anfahrt zum sechsten Workshop und damit zur Halbzeitbilanz. Sie fanden die gut versteckte Klär- und Betriebsanlage des Abwasser- und Umweltverbandes (AZV) Chiemsee in einem Wäldchen bei Stiedering (Gemeinde Rimsting) erst mit Verspätung.

"Man riecht halt nichts", kommentierte Rosenheims stellvertretender Landrat Josef Huber lächelnd die Irrfahrten. Mit "Ökoprofit" wollten die Landkreise Rosenheim und Mühldorf beweisen, dass sich Ökologie und profitables Wirtschaften nicht ausschließen, begründete Huber das politische Engagement.

Dass seine These nicht nur stimmt, sondern unternehmerische Investitionen in Energieeinsparungen sogar sehr schnell helfen können, auch Geld zu sparen, belegten die Kurzpräsentationen ihrer Paradebeispiele der acht Firmenvertreter - vom Kläranlagenbetreiber bis zum Großbäcker.

Allein mit den vorgestellten Maßnahmen können jährlich 1218 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, was einer Fläche von 170 Fußballfeldern entspreche, rechnete Christine Röhl von der Münchener Arqum GmbH vor. Die Gesellschaft für Arbeitssicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagement hatte vor Jahren auch schon die erste Auflage von "Ökoprofit" mit ebenso vielen Firmen betreut.

Die jährlichen Stromeinsparungen durch die jetzt vorgestellten Maßnahmen summieren sich Röhl zufolge auf 114.000 Kilowattstunden, was dem Verbrauch von 32 Vier-Personen-Haushalten entspricht. Zudem werden 20.000 Liter Heizöl gespart, 420 Tonnen Restmüll vermieden und knapp 350.000 Euro Kosten gesenkt.

Eine Urkunde durfte Günter Eberl von der Deutschen Rentenversicherung Bund mit nachhause nehmen. Sie betreibt in Bad Aibling die Klinik Wendelstein, ein Reha-Zentrum. Dort wurde die Hauptpumpe der Heizung ausgetauscht, was zwar "nur" knapp 20.000 Euro im Jahr spart, dafür aber 114.000 Kilowattstunden (kWh) Strom und 65 Tonnen Kohlendioxid. Schon nach drei Monaten hatte sich die Investition amortisiert, freute sich Eberl. Die Effektivität dieser Maßnahme überzeugte die Firmenvertreter so sehr, dass sie diese bei einer Abstimmung mit Mehrheit zur besten kürten.

Sechs der acht Unternehmen haben ihren Schwerpunkt auf den Energieverbrauch gesetzt. Der AZV hat vor, seine über 20 Jahre alte Heizungsanlage für 350.000 Euro zu erneuern, um so 30.000 Liter Heizöl im Jahr zu sparen.

Die Bayern Chemie aus Aschau am Inn hat vor, ihre Heizzentrale mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zu ergänzen und dessen Abwärme in den Heizungskreislauf einzuspeisen. Sie könnte dann auch 70 Prozent ihres Strombedarfs selbst abdecken. 400.000 Euro will sich die Firma das kosten lassen.

Die Maschinenbau Mühldorf GmbH (MBM) erwartet sich durch die Modernisierung und Zentralisierung des Heizsystems in ihren zwölf Industriehallen eine Einsparung von 300.000 kWh und 50.000 Euro jährlich, bei Investitionen von 250.000 Euro.

Die Rheumaklinik Bad Aibling plant ein BHKW mit Kraft-Wärme-Kopplung, die Wendelsteinbahn hat bereits den Antrieb ihrer Seilbahn erneuert. Weil der neue aber erst im Mai in Betrieb genommen wurde, kann die Einsparung aber noch nicht beziffert werden.

Zwei der acht Unternehmen haben ihren Müll unter die Lupe genommen. Bei der Schletter GmbH aus Kirchdorf bei Haag, die vornehmlich im Leichtmetallbau tätig ist, wird jetzt Einiges wiederverwertet, fast bisher für Geld entsorgt werden musste. So spart sich die Firma nicht nur 370 Tonnen Abfall, sondern auch 46.000 Euro im Jahr.

Die Bäckerei Bauer schließlich trennt jetzt ihren Biomüll feinsäuberlich. So vermeidet sie 50 Tonnen Restmüll jährlich - und beliefert mit ihrem Biomüll eine Biogasanlage, natürlich gegen Entgelt.

db/Chiemgau-Zeitung

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