Gymnasiasten stellten Ergebnisse vor

Unternehmer und Müllsammler

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Prien - Spannend gestaltete sich ein "Tag der Seminare" am Ludwig-Thoma-Gymnasium. Über ein Jahr tauchten Schüller in verschiedene Arbeitsfelder und Berufsgruppen ein.

Über ein Jahr hatten sich, beginnend in der elften Jahrgangsstufe, Schülergruppen in Projektseminaren (P-Seminaren) mit ganz unterschiedlichen Themen eingehend auseinandergesetzt und waren dabei weit in die Arbeitsfelder verschiedener Berufsgruppen eingedrungen. Unter anderem waren sie als "Mülljäger" unterwegs oder mussten als Unternehmer einen mittelständischen Betrieb führen. Der Ausflug in die Praxis brachte, wie sich zeigte, verblüffende Resultate hervor.

In die hell erleuchtete Schule strömten am Abend nicht nur Schüler und Lehrer, sondern auch jede Menge Eltern. Während im Hauptgebäude zahlreiche Ausstellungen die Ergebnisse anschaulich darstellten, ging es in den P-Seminaren auch um eine möglichst professionelle Präsentation.

Lehrerin Brigitte Hartl hieß nicht nur die Schüler des Projekts "Play the market" willkommen, sondern auch die Vertreter der begleitenden Unternehmen, Roland Gartner von der "Bag Company", Josef Guggenberger von der Firma Hefter, Andreas Bittl von der Firma Swiss Post Solutions GmbH (früher systemform MediaCard GmbH) sowie Wilfried Bogusch seitens der Firma Togu. Diese vier Beriebe hatten sich zur Verfügung gestellt, um die vier Schülergruppen mitzunehmen in die reale Welt eines Unternehmens.

Bayernweit beteiligten sich 25 Schulen an einem "Planspiel", doch bis in die Endrunde schaffte es niemand von den Prienern. Schließlich galt es, ein Jahr ein mittelständisches Unternehmen zu führen und für 550 Mitarbeiter verantwortlich zu sein.

Ganz professionell hatten die Schüler die "Pressekonferenz" vorbereitet, entsprechende Einladungen verschickt und sogar Namensschilder vorbereitet. Matthias Fischer und Victoria Stephan führten als Moderatoren durch den Abend und erläuterten die Grundlagen des Plansspiels, das vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft initiiert wird.

Bei der Vorstellung der vier "Unternehmen" stellte sich dann schnell heraus, warum sie mit ihrer Unternehmensführung nicht erfolgreich sein konnten. Die Defizite überschnitten sich meistens: Zu hohe Lagerkosten, zu geringe Produktvielfalt, zu wenig Marktforschung und ein mickriges Budget für Marketing stand eine oft zu geringe Eigenkapitalreserve gegenüber.

In der Abschlussrunde zeigten sich Gartner, Guggenberger, Bittl, Bogusch und Stefan Krötz vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft vom Ergebnis trotzdem sehr angetan. Alle fünf räumten aber ein, dass es für die Schüler schon sehr schwierig sei, in so kurzer Zeit die komplexe Unternehmenswelt und wirtschaftliche Zusammenhänge zu deuten und Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

Extrem spannend war auch die Jagd nach dem Verbleib des Mülls im Landkreis, dem sich die Schüler um Seminarleiter Rainer Hoff verschrieben hatten. Höchst unterschiedlich waren die Ergebnisse, doch das Fazit lautete eindeutig: Es lohnt sich unbedingt, den Müll zu trennen und zum Wertstoffhof zu bringen. Allerdings konnten die Schüler beim Elektroschrott nicht fündig werden. Trotz Nachforschungen bei weiterverarbeitenden Unternehmen konnten sie letztlich nicht mit Sicherheit sagen, was mit diesem Müll passiert.

Schüler der Oberstufe arbeiteten mit der Ludwig-Maximilian Universität zusammen und hatten als Aufgabe, eine 14-köpfige Schülergruppe für Chemie in der achten Klasse zu begeistern. Gleichzeitig erfuhren sie so praxisnah, wie es ihren Lehrern im Unterricht ergeht und auf was es ankommt, wenn man Lehrer werden möchte.

Andere versuchten sich als Naturfilmer und schafften es mit einem bestimmten Beitrag sogar bis ins Fernsehen. Wie man sich als Senior das Leben erleichtern kann, war das Ziel der Präsentation eines innovativen Legoroboters. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Der Modellbausatz reagierte auch auf Lichtsignale.

Dem Thema Mathe näherten sich andere über die traditionsreiche Serie "Telekolleg" an. Sie drehten zwei Kurzfilme über "Brücken" und "Gleichungen".

Eine weitere Gruppe nahm die Besucher mit auf eine Reise ins Nachbarland Frankreich. Diese Gymnasiasten hatten sich mit der Stadt Paris facettenreich auseinandergesetzt. Aber auch auf der Provence lag ihr Fokus - und zwar aus dem Blickwinkel der impressionistischen Künstler. Anette Haberl war Projektleiterin.

daa/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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